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Buchdruckerklilist (neuere)
neuer Druckfehler während des Drucks, unmöglich gemacht. Entdeckt man abereinen stehen gebliebenen Fehler, so wird die bleierne Tafel an dem Orte des fehler-haften Buchstabens durchbohrt, der falsche Buchstabe herausgenommen, der rechtedafür eingesetzt und wiederum zugelothet, auf welche Art die Form nach und nachganz correet wird. Diese so verbundenen Lettern nannte Didot stereotypen,von dem (kriech, awr^koc, fest, feststehend, und ru-ro-. Form, (Gestalt. Erließ mit selbigen 1795 Callet'S obengenannte logarithmische und trigonometrischeTafeln abdrucken. Die Erfindung der Stereotypen aber gehört eigentlich nichtDidot, sondern wird den Holländern zugeschrieben. Denn schon seit mehr als100 Z. soll man in Holland verstanden haben, mit stehenden Lettern Drucke vonDauer zu verfertigen. Der Erfinder derselben soll van der Mey, der Vaterdes bekannten Malers d. N., gewesen sein, der zu Ende des 17. Jahrh, in Leyden wohnte. Er verfertigte und goß unbewegliche Formen oder Platten zu einer Hol-land . Bibel in O.uart, von welchen viele tausend Abdrücke abgebogen wurden. DieFormen zu dieser Bibel befinden sich noch jetzt in den Händen der BuchhändlerS. und I. Luchlmans in Levden. Mit Mey ging die Kunst, unbewegliche Typenzu verfertigen, in Holland wieder verloren; wenigstens wurde seitdem kein Gebrauchmehr davon gemacht, weil diese Art zu drucken zu kostspielig war. Auch soll einSchotte, Namens Gcd, zu Anfang des 18. Jahrh, die Kunst, von gegossenenPlatten zu drucken, erfunden, auch einen Sallust von zusammengclötheten Typenabgedruckt haben. Mau sieht daraus, daß Didot im stereotypischen oder stereo-graphischen Drucke mebre Vorgänger gehabt hatte. Indeß hat er diese Kunst sehrverbessert, sodaß durch dieselbe eine weit größere Gleichförmigkeit in Ansehung derReinheit der Schrift und eine bedeutende Wohlfeilheit der Exemplare erreicht wird.Sein verbessertes Verfahren ist folgendes. Er nimmt bewegliche Lettern, die sichvon den gewöhnlichen nur dadurch unterscheiden, daß sie etwas kürzer und von einerweit härtern Masse sind. Diese werden auf die gebräuchliche Weife gesetzt; mandruckt Probebogen und corrigirt, bis der ganze Satz möglichst fehlerfrei ist. Als-dann wird jede mit diesen barten Lettern gesetzte Seite in ein Viereck vom weichstenBlei abgedruckt. Diese Bleiplatte dient nun als Matrize für eine ganze Seite,und die oben erwähnten Leitern von harter Masse sind also die Patrizen, welchezur Verfertigung dieser Matrizeuplatte dienen, und nachdem sie kiesen Dienst ge-leistet haben, wieder auSeinandergenommen, anders gesetzt und zur Verfertigungandrer Matrizenplattcn benutzt werden können. Hat man nun eine solche Seite,die als Matrize dient, so wird sie abgeklatscht, d. h. sie wird auf eine Teigmasse ab-gedruckt, die sich hinterher verhärtet und zum Drucke dient; beim Abdruck selbstwerden die verschiedenen soliden Platten oder Seiten auf eine messingene Plattegeschoben, welche die Stelle der Form vertritt und nothwendig ist, um dem Gan-zen Haltung zugeben, da diese sehr dünnen stereotvpischen Seiten oder Columnendem Drucke schwerlich widerstehen würden. Ein andres Verfahren des GrafenSchlaberndorf, des Buchdruckers Herhan und ihrer Gehülfen Erraud und Re-uouard besteht darin, daß man mit gewöhnlichen Patrizen eine besondere Art vonbeweglichen Matrizen verfertigt, welche ungefähr wie gewöhnliche Drucklctternaussehen, mit dem in der Natur der Sache liegenden Unterschiede, daß die Buch-staben gerade und verlieft in der Matrize sind, statt daß sie verkehrt und erhabenauf der Druckletker stehen; daß man sodann diese von der linken zur rechten iLeite,wie das gedruckte Buch sein soll, setzt und damit sogleich die zum Druck dienendenstereotypischen Tafeln oter Eolumnen abklatscht und mithin das Verfahren abkürzt.Seitdem hat es Hx,hau auch dahin gebracht, bewegliche Sätze kalt in Kupfer zuschneiden, wovon jeder Charakter in ein viereckiges, auf der Drahtmühle gezogenesPrisma geschnitten ist. Die Maschinen, die er zur Ausführung dieser beiden Ge-genstände erfunden hat, sind höchst sinnreich. Außerdem haben sich noch Gattcaux