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Calatrava
Calcinircn
fenhett tn der allgemeinsten Achtung, als er in seinem 63.I. plötzlich des schrecklich-sten Verbrechens angeklagt mürbe, dessen ein Vater beschuldigt werden kann. Am13. Oct. 1161 ward sei» ältester Sohn, Marc Anlome, im väterlichen Hause er-drosselt gefunden, und so glaublich es auch scheinen mußte, daß der von Natur schwer-müthige, unruhige Jüngling sich selbst den Tod gegeben, so riefen doch bald tausendStimmen in derLtadt, daß der Vater den zum Übergang zur katholischen Religiongeneigten Sohn ermordet habe. Jean CalaS und seine ganze Familie wurden ver-haftet, und ein Proceß gegen ihn eingeleitet, in welchem zahlreiche Zeugen, derenUnzulänglichkeit sehr einleuchtend war, wider ihn auftraten. Umsonst berief sichder Greis auf seine Zärtlichkeit für seine Kinder und aufdie Melancholie seines Soh-nes, umsonst führte er an, daß er einem andern Sohne, der die kaihol. Religionangenommen, sogar noch ein Zahrgeld zahle, daß er bei seiner Alterschwäche einesolche Gewaltthat an einem kraftvollen Zünglinge unmöglich verüben können, daßeine kathol. Magd, die er im Hause gehabt, die Thal nicht zugegeben haben würde:das Parlament von Toulouse verurtheilte ihn mit 8 Stimmen gegen 5 zum Rad«mit vorhergehender Tortur und ließ am 9. März 1162 das Urtheil vollziehen.Standhaft und ruhig duldete er die Martern der Folter und bestieg das Blutgerüstmit den Worten: „Zeh sterbe unschuldig, meine Richter müssen irregeleitet wor-den sei». Christus aber, der die Unschuld selbst war, starb ja eines noch qualvol-lern Todes". Der jüngste iLohn ward auf immer verbannt, dagegen wurden dieMutter und die Magd freigesprochen. Die Familie des Unglücklichen begab sichnach Genf . Voltaire, der zu Fcrney lebte, lernte sie kennen und faßte den Ent-schluß, das Andenken des CalaS zu vertheidigen. Er brachte die deiche vor denRichterstuhl der öffenilichen Meinung und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Man-gel der Criminalgefttzgebung. Auch schrieb er damals seinen berühmten „ I,a>töku, >» toü-i-i uae". Die Witwe und die Kinder C.'s baten hierauf um eine Revi-sion des Processes. 50 Richter prüften alle Umstände nochmals und erklärtensammt!. Angeklagte für unschuldig. Der König gab der Familie die eingezoge-nen Güter zurück und schenkte ihr 36,000 Livr.
Ealatrava, s. Orden.
Ealciniren heißt feuerbeständige Körper stärker oder schwächer glühen.Hakte der Rückstand eine lockere oder pulverige Gestalt, so wurde diese ehemalsKalk genannt. Zm engern Sinne versteht man darunter die Verwandlung derregulinischen Form der Metalle in Metallkalk oder metallische Erde. Die Metallekönnen auf verschiedene Weise, entweder durchs Feuer, auf dem trockenen Wege,durch eine Art von Verbrennung in freier- Luft, oder auch auf nassem Wege, durchAuflösung der Metalle und durch Niederschlagung ihrer Kalke calcüurt werden.Zum Beweise dient das Blei. Schmelzt man eine genau abgewogene Masse diesesMetalls in freier Luft in einem flachen Gefäße, so erscheint bald eine graue, erdigeHaut auf der Oberfläche; nach Wegnahme derselben zeigt sich das Blei auf seinerOberfläche hellglänzend; nach einiger Zeit zeigt sich eine ähnliche graue Haut darü-ber. Mit diesem Abhäuten kann man fortfahren, so lange noch Blei vorbandenist, und man hat dann alles Blei in eine staubarkige Masse verwandelt, welche einKalk ist. Dieser Bleikalk ist specifisch leichter, als das metallische Blei, sein absolu-tes Gewicht aber beträchtlich größer als das dazu verwendete Blei, sodaß man aus10 Pf. Blei 11 Pf. Bleikalk erhält. Platina , Gold und Silber erleiden nicht aufoben beschriebene Art gleiche Veränderung, weßhalb sie edle Metalle genannt werden.Sehr berühmte Chemiker sind jetzt überzeugt, daß bei der Calcinatio» respirable Luftzersetzt werde und ein wägbarer Theil derselben zu den Metallen trete, wodurch dieVermehrung der Gewichtszunahme begreiflich wird. Jede Verkalkung ist daher eineSäurung, bei welcher jedoch der Sättigungsgrad noch bei weitem nicht erreicht, mit-hin keine Acidität hervorgebracht, sondern nur eine metallische Halbsäure erzeugt wird.