Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Canzone Canzonetta

zusicherte, verwandelte sich der Abscheu, den seine Tyrannei erweckt hatte, in Hoch-,achtung und Segenswünsche. Er befestigte seine Macht durch seine VermählungMir Emma, derWitweEthelred'S. Nun ging er nach dem festen Lande, um Schwa-den zu besiegen, und ei» zweites Mal, um Norwegen zu erobern. Aber nachdem erder mächtigste Fürst seiner Zeit geworden war, ergriff ihn das Gefühl der Nichtigkeitirdischer Majestät. Er erbaute Kirchen und Klöster; auch machte er eine Wallfahrtnach Rom , wo er große Freiheiten für die englischen Schulen erhielt. Dieser Geistder Frömmigkeit beseelte ihn auch, als er einst, seine Schmeichler zu verwirren, sich andenStrand setzte und bei zunehmender Flur dem Meere Stillstand gebot, da es aberdennoch anschwellend seine Füße benetzte, mir den Worten aufstand, daß nurDerallmächtig sei, dem der -Ocean gehorcht habe, als er ihm geboten:Bis hicher undnichr weiter!" Seine letzte Unternehmung war gegen Malcolm, Köiüg von Schott-land. Vier Jahre spät/r starb 103k zu S hastsbury. Sein Testament bestimmteseinem ältesten Sohne Ewtvn, Norwegen ; dem zweiten, Harald, England; demdritten, Hardi-Canut, Dänemark .

Canzone, eine lyrische Dichtart, provenealischcn Ursprungs. Schon beiden italienischen Dichtern des 13. Jahrh, findet man sie, anfangs freier und unge-bundener, von Petrarca aber zu bestimmten und regelmäßigen Formen ausgebildet.Daher (äuu/.nno »tiarolirso!, . aber auch 6»u,.e»,c tu8('i>l>a, weil sie von Tos-caner» ausgebildet wurde. Sie ist in mehre Stanzen abgetheilt, in welchen so-wol die Art und Vertheilung der Verse (elf- und siebensylbige) als die Stellungder Reime gleichförmig ist. Gewöhnlich schließt die Canzone nlit einer Stanze,wclcde kleiner als die übrigen ist, und rPre-a>, onn^olo. conn.ilo, Abschied, ge-nannt wird. Bei Petrarca fehlt sie fast nie, bei altern Dichtern öfters. Meistenthält sie eine Apostrophe des Dichters an seinen Gesang, worin er von ihm Ab-schied nimmt, ihm Aufträge gibt u, s w. Übrigens gibt es verschiedene Artender Canzonen, sowie verschiedene Benennungen der einzelnen Theile derselben. Dietlun?-»,,,! -In.wrenntic-, ist in kleinere Stanzen, aus kürzern Versen bestehend,abgetheilt, mit gleichsinniger Reimstellung durch alle Stanzen, aber unbeschränk-ter Wahl der Verse und Stellung der Reime. Man findet jedoch unter diesemName» nicht bloß leichte, anmuthige Lieder der Freude, der Liebe, des Scherzes,sondern auch Gedichte von feierlichem, erhabenem Inhalt und prächtigem, dithy-rambischem Schwünge. Dieser Inhalt und Schwung eignet sich noch mehr fürdie IHn>b,>ü->i. welche Luigi Alamanni 'in 16. Jahrh. zuerst in die ita-

lienische Poesie eingefükrt, und Chiabrera hauptsächlich ausgebildet hat. Sie un-terscheidet sich von der Per« arca'schen durch kühnern Schwung, erhabenere Ideen,größere Freiheit in der Wahl der Versarlen und Stellung der Verse, und durchdie Form ihrer Stanzen, die von den griechischen Chören entlehnt ist. Wie diesein Strophe, Antistrophe und Epode bearbeitet sind, so auch die Pindar'sche» Can-zonen, die auch -Üb, Ore-c.i heißen. Jene Theile heißen zwar auch Bal-

lata, Conti aballaia und Stanza, oder Volka, Risolta und Stanza, welches Allesfast nur dem Griechischen übereinstimmt, doch ist auch hier die griechische Benen-nung die üblichste geblieben. Noch ist zu bemerken die tl.in/one .-> Iiuüo, einesehr alte italienische Dichiart, ursprünglich bestimmt, zum Tanze (b.iN,) gesungenzu werden. Man nannte sie auch li.allut-,. Seit dem 1k. Jahrh, kommt dieseArt bei den üalienischenDichtern nicht mehr vor. clü.

Canzonetta (Poesie und Musik). 1) In der Italien . Poesie eine Canzoneaus kur;en Versen, wie bei den Dichtern des 15. Jahrh, sehr im Gebrauche waren.Rinnccini und nach ihrem Chiabrera haben deren in neuerer Zeit gedichtet und ihnenmehr Anmuth eingehaucht. Meist sind eS Lieder mit dem Ausdrucke zärtlicher Em-pfindung. In der Musik versteht man deßhalb gemeiniglich darunter 2) kleine ita-lienische Lieder, oder auch kleine Melodien und Themen zu Variationen. äü.