502 Cassius Longinus Costaftos
Divarese in Calabrien , zurück, wo er 677 starb. Er ließ die Mönche seines KlostersHandschriften von alten Schriftsteller» abschreiben und wurde durch sein Lehrbuch„1)v »epleni cü-oftilini» Ilbeittlibui", in welchem er das „trivinm" und „gu:»Iri-vi»m" behandelte und Bruchstücke der alten classischen Literatur niederlegte, einLehrer für das Mittelalter. Für Theodorich schrieb er auch seine universalhistori-sche Compilation „Vruiarum Iibri XII", sowie er eine „Oiitori-I Ootboruir,"verfaßte, wovon wir einen Auszug des ZornandeS haben, und mehre theologischeSchriften von geringer Bedeutung. Seine Werke hat I. Garet (Vened. 1879,Fol., neue Ausg. 1721) gesammelt.
CassiuS Longinus (Casus ), Freund des Brutus, rettete als Quästordes CrassuS die wenigen in der mörderischen Schlacht gegen die Parther übrig-gebliebenen römischen Soldaten und behauptete damit Syrien gegen die Parther bis zur Ankunft des BibuluS. In dem zwischen Pompejus und Cäsar auögebro-chenen bürgerlichen Kriege schlug er sich zur Partei des Erster», dem er als Be-fehlshaber zur See wichtige Dienste leistete. „Als Cäsar nach dem Siege bei Phar«salus denPompejus verfolgte, stieß er beim Übersetzen über den HelleSpont mit we-nigen Fahrzeugen auf die aus 70 Segeln bestehende feindliche Flotte, welche C.befehligte. Cäsar soderte sie zur Übergabe auf, und C., über den Muth und dieKühnheit Cäsar's erstaunt, gehorchte ihm. Als aber über Cüsar's Absicht, sichzum Oberherrn des römischen Staats auszuwerfen, kein Zweifel mehr blieb, faßteC. als ein eifriger Republikaner den Entschluß, ihn zu tödten, und führte ihn, ver-eint mit mehren Mitverschworenen, 44 Jahre v. Chr. aus. Dann warb er inVerbindung mit Brutus ein Heer, um mit den übrigen Republikanischgesinntendie erlangte Freiheit zu behaupten. Es kam zwischen diesen und Octavius undAntonius, die Cäsar's Tod zu rächen vorgaben, bei Philippi zu einer Schlacht,in welcher C., weil er Alles für verloren hielt, sich selbst ermordete (42 v. Chr.).Brutus nannte ihn den letzten Rönier. (Vgl. Brutus und Cäsar .)
Castagnetten, kleine hölzerne Klappern, welche in Form zweier ausge-höhlter und aufeinanderpasiender Becken oder Schalen durch ein Band verbundenund an den Daumen befestigt werden. Indem man nun die übrigen Fingerschnell an ihnen abgleiten läßt, entsteht ein tretnolirendcr Ton, welcher den Rhyth-mus des Tanzes genauer bezeichnet. Etwas Ähnliches war das Krotalon bei denAlten, die sich auch bei ihren Tänzen und Bacchuöfesten kleiner Cymbalen bedien-ten. Wahrscheinlich aber stammt ihr Gebrauch aus dem Orient her und kamdurch die Mauren nach Spanien. Hier haben sie auch ihren Namen Castanuelas ,weil sie gewöhnlich aus Kastanienholze gemacht wurden, oder wegen ihrer Farbeerhalten. Noch gegenwärtig findet man sie in Spanien und hier und da im süd-lichen Frankreich . Der Reiz der Abwechselung hat ihnen auch in den Balletö undOpern (z. B. „Johann von Paris^O einen Platz verschafft.
Castanos (Don Francisco Xaver de), span. General, geb. 1743 aus einervornehmen Familie in Biscaya, zwang den franz. General Dupont de l'Etour inder Sierra Morena am 20. Juli 1808 zur Niederlegung der Waffen und schloßmit ihm die folgenreiche Capitulation von Baylen. Er war ein Zögling des berühm-ten Generals, Grafen Orelly, den er nach Deutschland begleitete, wo er in des gro-ßen Friedrichs Schule die Taktik siudirte. 1794 diente er mit Auszeichnung alsObrist in der Armee von Navarra unter Caro; 1798 wurde er Generallieutenantand bald darauf, als Feind des Friedensfürsten, mit mehren andern Officierenaus Madrid verbannt. Beim Eindringen der Franzosen erhielt er 1808 den Ober-befehl einer Heerabtheilung an der Grenze von Andalusien , wo Duponr vorzudrin-gen Miene machte. Mit 9000 M. Linientruppen und etwa 30,000 Bewaffnetenaus den» Volke schlug er den Gen. Dupont. (S. Baylen.) Dagegen verlor erdie Schlacht bei Tudela (Nov. 1808). 1811 ernannte ihn die Regentschaft zum