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Zweiter Band. Bo bis C.
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628 Chinarinde

ligionsübung. Sein Sohn Pong-tsching aber verbannte sie (1724). Dessen Sohn,Kicn-Long (s.d.), sehtevon1746—73 die Verfolgung der Christen fort. Er er-oberte KaSgar, Werken, den größten Theil des LungarenlandeS, den nordest!. Theilvon Tibet und Lass«, die Reiche Miao-tse, Siao-Kin-tschuen, und erweiterte dieGrenzen seines Gebiets bis nach Hindosian und derDucharei; auch bevölkerte er diedurch Derjagung der Sungaren verwüstete Kalmuckei mit den aus Rußland geflüch-teten Torgoten undSungaren. 1768 schlugen ihn die Birmanen vonAva gänzlich;1770 drangen die Chinesen abermals in Ava ein, verloren aber ihre halbe Armee.Glücklicher waren sie gegen die Miao-tse (Bergbewohner). In der letzten Zeit miß-brauchte ihn s. Minister, Günstling und Schwiegersohn, Ho-Tschington. Auf Kien-Long folgte 1799 dessen fünfzehnter Sohn Kia-King. -Leine Regierung ward durchinnern Zwiespalt beunruhigt. Denn es gibt in China geheime Verbrüderungen vonUnzufriedene» aller Nolksclassen; eine ders. heißt: „Weiße Wasserrosen in Lehre".In ihren nächtlichen Versammlungen versiucht sie den Kaiser, feiert priapische My-sterien und bereiter Alles vor aus die Ankunft eines neuen Fo, der das goldene Zeit-alter Mit sich bringen soll. Die gefährlichste geheime Gesellsch. ist die der vereinigtenDrei(Himmel, Erde und Mensch), oder die große Familie (ehemals dir Gesellsch. desHimmels und der Erde ). Die Katholiken, denen Kia-King günstig war, haben durchBekehrungseifer ihre meisten Freiheiten verscherzt, und die Verbreitung der christl.Religion ward in Peking selbst streng verboten. Auf Kia-King folgte den 2. Sept.1820 dessen zweiter Sohn. Er hieß sonst Mian-ning. In China kennt man denNamen des regierenden Kaisers nicht. Der Ehrenname des jetzigen Kaisers fürdessen Regierungszeik ist im Sinesischen Tao-kuang (bei den Russen Daoguan), imMantschuischen: Doroi Eldengghe, d. i. Glanz der Vernunft. Dieser Kaiser ver-trieb 1828 die kath. Missionnaire aus Peking , wo man sie als Calcnderverfertigerbehalten hatte; auch unterdrückte (.Feldherr 1828 einen gefährlichen Aufstand dermohammed. Tataren in der kleinen Bucharei. So wenig wie die Gesandtschaft desLords Maca rtney (s. d.), konnten die russ. des Grafen Golowkni und die brit. desLords Amherst (1816) die mehr als 1000jährige Politik des Hofes von China ausihrem Gleise bringen. Sie konnten, da dieses „himmlische Reich des Weltalls" alleMonarchen als seine Vasallen behandelt, weder politische noch Handelsverbindun-gen anknüpfen. S. Staunton's„älix<:ull>',iio<ni« »otiurs X-Intiiin lo Lbi,,., rc."(London 1822), G. Timkowsky's „Reise nach China durch die Mongolei in denI. 1820 u. 1821", a. d. Russ. v. Schmidt (Leipz. 1825 fg., 3 Thle.), und Mal-piere's „I.ll (älnne; luneuik, uustennus, :>it5 ol niotwüi. peineg. aöruuMiiie«,MONUM0N5 eto.", mit lithogr. und color. Blättern (Paris 1827, 16 Lief?.

Chinarinde, (-eil Icx I'e-ruvi!,»»-;. die Rinde aller Bäume, 1) die zumGeschlechte der Oinclio»-, gehören, und die La Cvndamine zuerst beschriebe» hat.Sie finden sich auf dem feste» Lande von Südamerika , insbesondere im König-reiche Peru , unweit der Stadt Lopa. 2) In allgemeiner Bedeutung werden auchdie Rinden der dem Geschlecht täinOio,,-, verwandten Geschlechter, welche im Han-del größtentheilü uoxE heißen, mit darunter begriffen. Sie heißt auch F ie-berrindeund peruvianische Rinde und wird von den Amerikanern Qmnguina ge-nannt, woraus vielleicht die deutsche Benennung Chinarinde entstanden ist. Siewird vom Sept. bis zum Nov., also in der dürren Jahreszeit, von den Bäumen ab-geschält. Nach dem Abschälen stirbt zwar der Baum ab, aber aus der Wurzel trei-ben neue Sprossen hervor. Gewiß haben die Peruaner längst vor Ankunft der Eu-ropäer in Amerika gewußt, daß die Rinde die Wechselsieber heilt. Nach Spanien kani sie zuerst 1632. In Europa ward sie dadurch bekannt, daß die Gattin des Ai-cekönigs, Grasen del Cmchon zu Lima in Peru , durch ihren Gebrauch von einemWechselfieber genas. Von der Zeit an theilte die Dicekönigin selbst das Pulver die-ser Rinde aus, und es hieß Gräfin-del-Tinchon-Pulver, oder Gräfinpulver. In der