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Zweiter Band. Bo bis C.
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Cirkassien

binerinnen geraubt wurden. Targuinius PriscuS entwarf den Plan zu diesemBaue, und einige begüterte Senatoren führten ihn au-. In ihm wurden dielud» angestellt. Dionysius von Halikarnaß gibt seine Lange auf 9331; Fußund die Breite auf 2187 Fuß an. Nach PliniuS hatten auf den Sitzen 260,099,nach Aur. Victor 385,000 Menschen Platz. Julius Cäsar hatte ihn erweitert undausgeschmückt, unter Nero brannte er ab und unter AntoninusPius stürzte er ein.Trojan baute ihn wieder, und Konstantin legte die letzte Hand daran. Gegenwärtigsind nur wenige Spuren von ihm übrig. Am vollständigsten hat sich der CircuSdes Caracalla, im ersten Bezirk der Stadt, erhalten. (Vgl. Circen fischeSpiele und Hippodrom.)

Cirkassien, eine Landschaft Asiens , auf der nördlichen Seite des Kau-kasus vom schwarzen bis zum kaspischen Meere, bis zu den Flüssen Kuban undTerek . Die Einwohner nennen sich Adige, von den Türken und Tataren wer-den sie Tscherkas (d. i. Straßenränder), von den Arabern Memalik, von denOsseten, einem gleichfalls kaukasischen Volke, Kasach genannt. Sie bewohnen1) die große Kabarda; 2) die kleine Kabarda; 3) Besten, an der großer« Laba,welche sich in den Kuban ergießt; 4) Teniirgai am Schagwascha; 5) Abasech,vornehmlich am Flusse Pschaha; 6) Bseduch, an den untern Gegenden desKhuasch; 7) Hadukai; 8) Bschana. Diese kräftige und kriegerische Nationkönnte sehr furchtbar werden, wenn sie, stakt vielen kleinen Fürsten unterworfenzusein, unter Einem Oberhaupte vereinigt wäre. Der wichtigste von den cir»kassischen Stämmen des Kuban sind die Temirgoö; sie bewohnen mehr als 40befestigte Dörfer und können 2000 Mann stellen. Die Schagacki, unterhalbder russischen Festung Anapa, haben einen Fürsten , der ehemals Schiffe auf demschwarzen Meere hielt. Die Kabarda-.Cir kassier, eine halbcultivirte Nation,bewohnen ein fruchtbares Land, das nördlich der Terek begrenzt, und unterscheidensich von allen übrige» kaukasischen Völkern durch ihre Schönheit. Die Männersind von hohem Wuchs, regelmäßiger Bildung, und führen den Säbel unüber-trefflich. Die Weiber sind von zarten Formen, weißer Haut, dunkelm Haar,regelmäßigem Gesicht, schlankem Wuchs, vollem Busen. Ldie gelten in den tür-kischen Harems als die vorzüglichsten Schönheiten. Der cirkassische Fürst oderEdelmann, d. h. Jeder, der nicht dient und ein Pferd besitzt, ist stets mit Dolchund Pistolen bewaffnet und geht selten aus dem Hause ohne Säbel und Köcher.Ein Helm und ein Panzer bedecken seinen Kopf und seine Brust. Die ganze Ka-barda stellt 1500 Edelleute oder Usden und 10,000 waffenfähige Bauern oderKnechte. Aber die Kabardinerfürste» reiben sich unter einander durch stete Feind-seligkeiten auf. Der Boden der Kabarda ist zum Ackerbau vortrefflich; doch istder Winter rauh und die Wärme nicht von langer Dauer. Die Einwohnervernachlässigen die Geschenke der Natur, namentlich die reichen Bergwerke, ausdenen sie köstlichere Metalle als Eisen und Kupfer, woraus sie ihre Waffen verfer-tigen, ziehen könnten. Ein großer Theil ihres Reichthums besieht in Ziegen,Schafen, Rindern und Pferden. Sie verkaufen Wolle und Wachs. Ihre Pferdesind ausgezeichnet durch Schönheit, Kraft und Behendn'eit. Den Füllen vonguter Race brennen sie ein Zeichen ein. Merkwürdig ist >hr Feudalsrstem. DerUnterthan ist des Fürsten Eigenthum, wiewol er ihn nicht verkauft, und diesemzu jedem persönlichen Dienste verpflichtet; aber er zahlt keine Abgaben. DerEdelmann erhält die Ordnung unter dem Volke und leistet dem Fürsten Kriegs-dienste. Letzterer hält offene Tafel, und Jeder von Denen, die Hecrden haben,trägt dazu bei. Die Ehen werten nach Reichtkum und Geburt geschloffen. Gleichnach der Geburt eines fürstlichen Kindes wird dasselbe aus dem älterltchc» Hauseentfernt und einem Edelmannc zur Erziehung übergeben. Der Knabe wird unter-richtet im Jagen, Rauben und Kriegen, das Mädchen im Sticken, Näsen und