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zen hinaus, und ihre Macht überfliegt die Alpen und Pyrenäen ". Diese Gesin»nungen mißfielen zu Rom , aber sie erwarben ihm auf den Fall der Erledigungdes heiligen Stuhls mächtige Beschützer. Clemens XIII . starb; dasConclave warsehr stürmisch und uneins, bis die überzeugende Beredsamkeit des TardinalsBer-nis entschied, und Ganganelli , 19. Mai 1769, zum Oberhaupte der Kirche pro-clamirt ward, wiewol er nicht Bischof war. Kein Papst war unter schwierigernUmständen gewählt worden. Portugal, entzweit mit dem heiligen Stuhle, wolltesich einen Patriarchen geben; die Art, wie der Herzog von Parma behandelt wor-den, hatte die Könige von Frankreich, Spanien und Neapel abgeneigt gemacht;Venedig wollte die geistlichen Orden ohne Zuziehung des Papstes reformiren; Po-len suchte das päpstliche Ansehen zu mindern; die Römer selbst murrten. Clemensbemühte sich zunächst, die Fürsten auszusöhnen, schickte einen Nuntius nach Lissa-bon , unterdrückte die Bulle ,,I» c»en-> >le>,i,iui", welche die Regenten empörte, undunterhandelte mit Spanien und Frankreich.' Aufgefodert, das Schicksal der Je-suiten zu entscheiden, schrieb er: „Ich bin dek Vater der Gläubigen, vornehm-lich der Geistlichen; ich darf einen berühmten Orden nicht auflösen, ohne Gründezu haben, die mich vor Gott und der Nachwelt rechtfertigen". Endlich, nach mehr-jähr.Unterhandlungen, gaberam21.Iuli 1773 dasberühmteBreve„I>»i»in,reckemtvr norlcr", das die Gesellschaft Jesu aufhob. Aber seit diesem Augenblickeführte er ein sorgenvolles, von Furcht und Reue geängstigtes Leben; seine Kräfteschwanden. „Ich gehe in die Ewigkeit", sagte er, „und ich weiß warum". Er starbd. 22. Sept. 1774. Dies Ereignis gab zu der Vermuthung Anlaß, daß er vergiftetworden, welche dadurch an Glaubwürdigkeit gewann, daß sie der Papst selbst hegte undGegengift nahm. Allein der Ausspruch der Ärzte hat sie widerlegt. Der Kammer-pächter CarloGiorgi ehrte daSAndenken seinesWohlrhäters Clemens XlV. du?ch einMarmordenkmal in der Kirche der Apostel zu Rom , welches Canova »ach Volpato'sAngabe ausführte. -LeitSiptus V. hatte kein Papst auf dem röm. Stuhle gesessen,der mit mehr Kraft, Weisheit und Selbständigkeit regiert hätte. Clemens zeichnetesich durch Aufklärung, Staatsklugheit, gründliche Gelehrsamkeit, Vortresilichkeit desCharakters, Standhasrigkeit und Thätigkeit vor seinen Vorgängern rühmlich aus;er beförderte Künste und Wissenschaften, unter Andern» auch durch dieStiftung desClementinischen Museums, der schönsten Zierde des VaticanS. I
Clement (Iacgues), Mörder Heinrichs lll. vonFrankreich, geb. imDorfeSorbon im Vprengel des ErzbiSthums Rheims, war noch nicht lange im Orden derDominicaner und 25 I. alt, als der Parteigeist derLigue (s. d.l den schwachköpfi-gen Schwärmer zur Ermordung desKönigS (s.Heinrich lll.) aufreizte. Besondersermunterte ihn sein Prior Bourgoing, dem er seinen Entschluß anvertraute, und er-mähnte ihn zu beten und zu fasten, um den Willen Gottes zu erkennen. Man sollihn sogar eine nächtliche Stimme haben hören lassen, dir ihn zumMordedesTyran-nen aufrief. Die Herzogin von Montpensier, die Schwester derGuisen (s. Gu ife,Heinrich), der Häupter derLigue, wird beschuldigt, seinen Entschluß befestigt und ihndurch die Versicherung gereizt zu haben, daß er, wenn er Rettung fände, vom Papstezum Cardinal erhoben, wenn er aber umkäme, unter die Zahl der Heiligen versetztwerden sollte. Der Schwärmer begab sich im Juli 1589 von Paris nach St.-Cloud,wo der König sich aufhielt. Der Generalprocuraror, zu welchem man ihn führte,faßte Argwohn und ließ ihn in der Nacht belauschen, wo man ihn in tiefem Schlafeund in dem offen vor ihm liegenden Brevier die Stelle fand, wo von derErmordungdes Holofernes durch Judith die Rede ist, Am folgenden Morgen vor den König ge-führt, gabervor, derÜberbringerwichtigerNachrichtenvonPariszusein; aberwäh-
H Die Angabe, daß Ganganelli Johann Gottfried Lange geheißen habe, den 22 . Oct.1702 zuLauban geboren, Buchdrucker geworden und von BreSlau fortgegangen sei,ohne w von sich wieder hören zu lassen, ist durch Nichts erwiesen.
Cvaversationö - keiicon. Bd. U. 46