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Clodius
Grund zu der Oberhen-fchaft der Engländer in Bengalen. In die folgenden 10 I.fallen die großen Eroberungen, welche C. in Ostindien machte; Mir Jassir wurdezum Nabob ernannt, wofür C. von ihm ein Geschenk von 300,000 Pf. St. be-kam. Die aus England nach Indien geschickten Räthe ertheilten ihm unumschränkteGewalt, und E. erwarb sich ein Vermögen von fast einer Mill. Pf. St. Als inIndien Alles beruhigt war, ging er nach England zurück und erhielt 1761 vomKönige den Titel Baron von Plassey. Drei Jahre daraus wankte die Macht derEngländer in Ostindien von neuem, und C. ward 1765 als Obergeneral und Gou-verneur nach Calcutta zurückgesandt. Bei seiner Ankunft war der Hauptfeind derEngländer, der Nabob von Auhd, bereits geschlagen, und der Mogul, der sichals Prätendent bei ihm aufgehalten, hatte sich unter den Schutz der Engländerbegeben. Diesen Umstand benutzend, ließ C. sich von ihm die Belehnung überdie Provinzen Bengalen, Bahar und Orixa geben. Dadurch erwarb er der Com-pagnie die Oberherrschaft über ein Land von 15 Mill. Menschen. Hierauf suchteer die Mißbräuche zu mildern, welche ihren Grund in der Raubgier der Europäerhatten, womit es ihm jedoch nicht glückte. 1767 kam er nach England zurückund wurde 1769 zum Ritter des Ordens vom Hosenbande ernannt. Als aberwährend seiner Abwesenheit aus Indien die Angelegenheiten wieder eine ungünstigeWendung nahmen, und durch üble Verwaltung und neue Kriege die Compagnieeinem Bankrotte nahe war, ward eine Untersuchung verhängt, und man trug imParlamente 1773 darauf an, dafi C. wegen Gewaltmißbrauchs und wegen seinesdadurch unrechtmäßig erworbenen Vermögens angeklagt werden sollte. Er ver-theidigte sich aber und ward vom Unterhause mit der Erklärung freigesprochen, daßer dem Vaterland? große Dienste geleistet habe. Beim Ausbruche des amerikani-schen Krieges wurde ihm der Oberbefehl angetragen; allein er lehnte ihn seiner Ge-sundheit wegen ab. Er erschoß sich in einem Anfalle von Schwermuth 1774.
TlodiuS (Christian August ), als Schriftsteller nicht ohne Einfluß aufseinZeitalter, geb. 1738 zu Annaberg in Sachsen , studirte mit Vorliebe die Alten,besonders Virgil und Homer. Eine Krankheit nöthigte ihn von Leipzig , wo er sichder Theologie widmete, 1758 ins väterliche Haus zurückzukehren. Hier machte erBekanntschaft mit dem Dichter Kleist , dem Sänger des „Frühlings", welcher alspreuß. Major daselbst im Winterquartiere stand. Dieser bemerkte und entwickeltefein Talent zur Dichtkunst. C. ging nach Leipzig zurück, genoß Gellert's Umgang,legte sich vorzüglich auf die schönen Wisienschaften und hielt Vorlesungen. Ineinem Alter von 22 I. wurde er außerord. Professor und 1764 ordentl. Pros derPhilosophie. Darauf gab er seine „Versuche über Literatur und Moral" heraus.„Medon, oder die Rache des Weisen", „Der Patriot", ein Vorspiel, nebst Pro-logen für das Koch'sche Theater in Leipzig , waren zu jener Zeit seine vorzüglichstenschriftstellerischen Arbeiten. Er verheirarhete sich mit der geistreichen Iul >eStöl-zel (geb. zu Alkenburg 1755, starb zu Dresden d. 3.März 1805) und errichtete einevortreffliche PensionSanstaltfurStudirende. 1782 erhielt er die Professur der Dicht-kunst, und sing 1784, als Fortsetzung seiner vermischten Schriften, eine Monats-schrift: „Odeum", an, die aber mit s.Tode in dems. I. aufhörte. Als nützlicher undangenehmer Schriftsteller darf C. vor keinem s. Zeitgenossen zurücktreten. Man fin-det in s. Werken Geschmack, Gefühl, eine lebhafte Einbildungskraft und viel von demGeiste der Alten. Wir nennen von s. Schriften noch die Gedichte und prosaischenAufsitze unter den Titeln: Phocion, Scipio, DinokrateS, Orosman, gesammelt inden „Neuen vermischten Schriften" (Leipzig 1780—87, 6 Bde.). — Sein Sohn,Christian August Heinrich, geb. 1772, Pros der prakt.Philosophie zu Leip-zig , hat sich durch einen „Grundriß der allgem. Religionslehre" und durch ein Werk:„Von Gott in der Natur, in der Menschengeschichte und im Bewußtsein", sowieals Dichter und Kritiker Vortheilhast bekannt gemacht.