Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Clootz Clotilde de Ballon ChalyS

Clootz (Jean Daptiste, Baron v.), ein politischer Schwämier, nannte sichAnachaisls Clooh, war ein Neffe des Schriftstellers Cornelius Pauw , geb. 1755zu Kleve , und seit seinem I I. Jahre in Paris erzogen. Er überließ sich ganz der aus,schweifenden Willkür s. lebhaften Geistes und seiner glühenden Einbildungskraft.Er las die alten Gesetzgeber ohne Prüfung, und wollte den Völkern Gesetze ge-ben. Mehre Jahre vor der Revolution durchreiste er Deutschland , Italien ,England und andre Gegenden von Europa unter dem Namen Anacharsis Clootz,verschwendete einen großen Theil seines ansehnlichen Vermögens und suchte überallseine unreifen Idee» zu verbreiten. Durch die Revolution ward sein Gehirn völligversengt. Erging nach Paris zurück, nannte sich Sprecher des Menschengeschlechts(!'»r->lenr <I» Innuaiii), ein Titel, den er, mit Wegwerfung seines preußi-schen Adels, nun beständig führte, und federte an der Spitze einer Mummerei, diesich Gesandtschaft de« Menschengeschlechts nannte, den Nationalconvent auf, dieGrundsätze der franz. Revolution über alle Völker zu verbreiten. Als Mitglied desNationalconvent«, überströmte er denselben mit Adressen, Reden, Vorschlägen allerArt, und erbot sich, eine preußische Legion unter dem Namen: Vandalische Legion, zuerrichten. De » König von Preußen nannte er den nordischen Sardanapal undwollte, daß die Nationalversammlung auf dessen und des Herzogs v. Braunschweig Häupter einen Preis sehen sollte. Er gab 12,000 Livres als Beitrc i zu einemKriege gegen die Könige. Ankarström, den Mörder des Königs von Schweden ,pries er über Alle«. Für Ludwigs XVI. Tod stimmte erim Namen des Menschen-geschlechts" und fügte hinzu:Ich verdamme den infamen Friedrich Wilhelm II.gleichfalls zum Tode". Endlich erklärte er sich auch für einen Atheisten undper-sönlichen Feind Jesu" und predigte den Materialismus und eine Universalrepublik.Zuletzt wurde er Robespierre verdächtig. Das RevolutionStribunal verurtheilteihn mit Hebert und noch Einigen von derselben Partei 1791 zum Tode. Noch aufdem Wege zur Richtstätte predigte er Hebert sehr eifrig den Materialismus, betratunerschrocken das Blutgerüst, nannte sein Urtheil ein ungerechte«, appellirte dawi-der an die Menschheit und verlangte zuletzt hingerichtet zu werden, um, währenddie Köpfe seiner Gefährten fielen,noch gewisse Grundsätze festzustellen".

§ los (Choderlos de la, mit dem ganzen Vornamen Pierre AmbroiseFraneois CH. de la C.), berüchtigt durch seinen schlüpfrigen Roman:I.es li.ii-ü-mgcrenies". geb. zu Amiens 1711, war Officier , dann Secretair undVertrauter des Herzogs von Drleans, zu dessen Planen er auch zur Zeit der Revo-lution mitwirkte. 1791 trat er in den Iakobinerclubb und redigirte das Journal,1n>i <!e 0, annntituiion". Er starb während der consularischen Regierung zuTakanto den 5. Oct. 1803 als Artillerieinspektor bei der neapolitanischen Armee.

Clotilde de Dallon Chalvs lMarguerite Eleonore). Von dieserDichterin, geb. 1105 in Ballon, einem Schlosse an der Ardeche zu Languedoc , sinddie uns noch gebliebenen Gedichte erst 1803 aus Licht getreten. Im 11. I. über-setzte sie ein Gedicht von Petrarca in Versen. Glückliche Umstände, vorzüglich dieBekanntschaft mit geistreichen Dichterinnen ihrer Zeit, entwickelten ihre dichteri-schen Anlagen. 1121 vermählte sie sich mit Berenger de Surville, einen, jungenRitter, der aber bald dem Dauphin Karl (VI I.) nach Puy-en-Velay folgen mußte.Bet dieser Trennung dichtete sie die herrliche Heroide, welche an der Spitze ihrerSammlung steht. Nach einer 7jährigen Ehe verlor sie ihren Gemahl, der vorDrleans blieb. Sie beschäftigte sich nun mit der Bildung junger Dichterinnen. Un-ter diesen werden Sophie de Lyonna und Iuliette de Vivarcz genannt. Ein Zufallmachte sie der Margarethe von Schottland, Gemahlin des Dauphin Ludwig, be-kannt. Für ein Gedicht, welches sie zum Lobe Herzogs Philipp des Guten sang,übersandte ihrMargareihe eine Krone von künstlichem Lorber mit silbernen Blätternund umflochten von 12 goldenen Blumen; aber den dringenden Einladungen, am