Concordal
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dem Exegeten nützlich, weil die Dergleichung derParallelstellen ein wichtiqes Hülfs-mittel der Erklärung ist, theils dem Prediger, welcher curch sie in den Stand ge-setzt wird, die von einem Gegenstände handelnden Stellen der Schrift leicht zuübersehen und die Aussprüche der heil. Schriftsteller, deren er sich nur dunkelerinnert, ohne Mühe zu finden. Das erste Werk dieser Art hat im 13. Jahrh.Hugo de Sancro §aro verfaßt, welcher dabei die allgemein geltende lat. Über-setzung der Bibel, Vulgata genannt, zum Grunde legte.
Concordat, ein zwischen dem römischen Bischöfe, als Oberhaupt der Kir-che, und einer Regierung zur Feststellung der kirchlichen Verhältnisse geschlossenerVertrag. Verträge, welche der 'Papst als weltlicher Herr über politische Angelegen-heiten mit andern Fürsten schließt, werden nicht Concordate genannt. Berühmt istdas wormser oder caliptinische Concordat, welches 1122 zwischen Papst Calixt II. und Kaiser Heinrich V. zu Beilegung des Invesiiturstreites geschlossen und seitdemein Grundgesetz des deutschen kirchlichenStaatSrechtS gewesen ist. Die Hauptschwie-rigkcit, ob der Geistliche eher belehnt als geweiht werden sollte, wurde so entschieden,daß m Deutschland die Belehnung der Weihe, in Italien die Weihe der Belohnungvorangehen sollte. Die meisten Concordate sind den Päpsten durch die Völker oderdie Regierungen abgedrungen worden. So nöthigte das konstanzer Concilium, wel-ches eine Reformation des päpstl. Hofes verlangte, den Papst Martin V. , 1418 mitder deutschen und bald darauf auch mit andern Nationen Concordate abzuschließen.Doch ist es auch den Päpsten im 15. und 16. Jahrh, gelungen, Concordate, welchezu ihreni Vortheile gereichten, zu Wtande zu bringen. Das war der Fall mit denaschaffenburgerConcordaten(richtiger die wieneraenannt), welche, nachdemsieNi-colaus V. bloß mit dem Kaiser Friedrich I l l., ohne Vermissen der Reichsstände, 1448abgeschlossen hatte, bald danach von denReichsständen angenommen wurden. Auchbei dem Concordate, welchesLeo X. mit dem Könige von Frankreich, Franz I. , 1516schloß, war der Vortheil aufbereite des römischen Stuhls. In den letzter,! Zeitenaber, besonders in der zweiten Hälfte des 18. Iahrb., wo der heil. Stuhl in stewniKampfe mit dem Zeitgeiste erscheint, wurden den Päpsten von den meisten Regierun-gen Concordate abgedrungen, in denen jene wichtige Rechte aufopferten. Sie muß-ten zufrieden sein, wenn sie in dem Kampfe mit der Staatsgewalt nur mit AnstandVerloren. Donaparte schloß als erster Consul der franz. Republik am 15. Juli 1801mit dem Papste PiuS VII. das Concordatsür Frankreich ab, welches, imApril1802vollzogen, die durch die Revolution entstandene kircblicbe Verwirrung in Frankreich endigte und die Grundlage der jetzt bestehenden kirchlichen Verfassung dieses Landesward. Freilich weniger zum Vortheil der Religion als des Regenten, der sich dieErnennung der Geistlichen und andre wesentliche Rechte des KirchenregimenkS vor-behielt, und der Staatskassen, die, nachdem sie während der Revolution das gesammteKirchengut alsNationaldomaine an sich gerissen statten, durch die Herabsetzung derim altenFrankreich sonst viel größern Anzahl der Metropolitan-und Bischofssitze indem bis zum Rheine erweiterten neuen Reiche auf 80, zu bedeutenden Ersparnissenberechtigt wurden, ja auch des Papstes selbst, der, obschon auf die Wiederherstellungder geistlichen Orden und s. unmittelbaren Einfluß durch die Legaten Verzicht lei-stend, sich doch das Recht der kanonischen Einsetzung der Bischöfe und die da-mit verbundenen Einkünfte sicherte. Die Religion litt dabei wenigstens insofern,als die meisten Sprengel nun zu groß waren, um gehörig verwaltet werden zukönnen, und das Schicksal der ohnehin übelbedachten niedern Geistlichkeit, wel-che die Eeele der Kirche ist, ganz der Willkür des Regenten überlassen blieb.Neue Verwirrung entstand, da der Papst politische Absichten gegen Napoleon durch Verweigerung der kanonischen Bestätigung einiger Bischöfe zu erreichensuchte. Das erfolglose Nationalconcilium (1811 zu Paris ) konnte dem Übelnicht abhelfen, und daß der Entwurf eines neuen Coneordats, über den Napoleon