Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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802
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Coiidillac

802 Convoi,sation

lin lebte seit dem 5. Juni 1816 wieder zu Paris , wo sie den 10. Januar1822 gestorben ist.

C o n d e n sa t i o n, Verdichtung. Außer mechanischen Kräften (s. Eom -pressionsmaschine) gibt es auch chemische Mittel zur Verdichtung luftförmi-ger Flüssigkeiten zu tropfbaren, z. B. der Wasserdämpfe zu Wasser, durch dieKälte. Condensarion der Elektricität nennt Nolta ein von ihm erfundenes Werk-zeug zur Sammlung und Messung der Elektricität in solchen Fällen, da sie sichnur in schwächern Graden vei offenbart, und'Kondensator der Wärme, Wärme-sammler, heißt eine Vorrichtung zur Sammlung des fühlbaren Wärmestoffs.

Condillae (Eticnne Bonnot de), unter den Franzosen d§r Begründer desSensualismus, geb. 1715 zu Grenoble , lebte wie sein Bruder, der AbbüMabli,von Jugend auf zurückgezogen den Wissenschaften. Sein „k'.skrü snr l'-wiginolies eomniiss liieos bninuin,-'," (1716 , 2 Bde.) machte die Welt zuerst auf einenDenker aufmerksam, der mit vielem Scharfsinne alle Erscheinungen, welche dermenschliche Geist darbietet, durch das Gesetz der Jdeenverbindung zu erklären ver-suchte. Öbwol Locke's Entdeckungen im Gebiete der Erfahrungsseekenlehre auf diesWerk Einfluß gehabt haben mochten, kann man doch C. den Ruhm nicht streitigmachen, genauer erörtert und tiefer geforscht zu habe». Doch glaubte er selbstzu bemerken, daß er die eisten Regungen der menschlichen Geistesrhätigkeit nichtgenug aufgeklärt habe; daher schrieb er den ,,'I'r.üte,1,-s svst<>nos" (1719, 2Bde.), worin er auf genauere Beobachtungen vielfach hinwies. Man würde T.mißverstehen, wenn man glaubte, er habe alle Systeme gemißbilligt; aber stattjener Grundsätze und Erklärungen, die Eartesiuö, Spinoza, Malebranche alsPfeiler ihrer Gebäude hingestellt hatten, foderte er Wahrnehmungen der einfach-sten 'Art. Seilt ,,'1'rait- ,ies sensatinns" (1751, 2 Bde.) möchte deutschenForschern jetzt am wenigsten genügen, obgleich die geistreiche 'Art, wie er die Auf-gabe: das Bewußkwe'-den sinnlicher Eindrücke zu erklären, gelöst hat, immer an-ziehend bleibt. Gekränkt durch die Vermuthung, als ob er dem Jdeengange inDiderot '? und Duffon'S Werken gefolgt sei, schrieb er s. ,,'I'r.iitü ..ninnau.x"(1775), in welchem er Buffon'S Meinungen durch Grundsätze widerlegte, welcheer in seinem „'l'r.iit,- N-s srus.->tio»s" aufgestellt hatte. Der Scharfsinn und dieKlarheit, die alle Schriften E.'s unterscheiden, verschafften ihm die Auszeichnung,zum Lehrer des Infamen, Herzogs v. Parma , eines Neffen Ludwigs XV., erwähltzu werten. Die enge Freundschaft, die zwischen ihm und dem andern Müerzieher,H. v. Keralio, bestand, machte dies Verhältniß angenehmer. Man verdankt die-sem Anlasse jenen geistreichen „C.onrs üVtmles" (1755, 13 Bde.), in welchemer, mit demselben entwickelnden Talente, die äußern Zeichen innerer Eindrückeuntersucht. So wurde nothwendig s. Sprachlehre eine allgemeine, s. Kunst zu schrei-ben eine Anweisung, der vorherrschenden Gedankcnfolge den angemessensten Aus-druck zu geben. In demselben Sinne waren die Kunst zu urtheilen und die Kunst zudenken gearbeitet, welche Theile jenes Werkes ausmachen. Auch s. Geschichte istin diesem Linne gearbeitet, und sie möchte, abgesehen von der Nüchternheit ihresVertrags, zunächst der Vorwarf treffen, daß sie nach voraus festgestellten Ansichtendie Begebenheiten darstellt. — E. kehrte nach Vollendung der Erziehung des jun-gen Fürsten in s. frühere Zurückgezogenheit nach Paris zurück, wo er 1768 in diefranz. Akademie aufgenommen wurde, die er jedoch seit dem Tage seines Eintrittsnie wieder besuchte. L>.Schrift: „l.c ooniineros lo ^onrernennml, ennsielrrcsrclmivrnxmt I'un ü l'.-iutre" (1776), welche eine Anwendung s. analytischen Me-thode auf mehre Annahmen in der Staatsverwaltung ist, fand weniger Beifall.Seme „Logik", das letzte s. Werke, schrieb er, aufgefodert, 1780 als Lehrbuchfür die polnischen Schulen. Die Zurückführung der Gedanken auf ihre ein'üchstenAnsänge, als das sicherste Mittel, die Wahrheit zu finden, ist auch hier vm ihm