Cromwell
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Sache zu erwählen, wenn die bisherigen dazu nicht würdig sein sollten. Daraufwurde dem Parlamente die sogenannte 8eli-,lenvi»^ »rclin.ino«; vorgelegt, nachwelcher Sir Harry Vane, Cromwell u. A. m. ihre Entlassung anboten: denn „dasHeer bedürfe einer strengern Zucht und vor Allem christlicher Heerführer". DerVorschlag ging durch; Essex wurde verabschiedet, und der eifrige, aber willenloseSir Thomas Fairfax kam an seine Stelle. So spielte C. seit 1644 seine Rollehinter Vane und Fairfax, indem er Männer von den verschiedensten Charakterenund Parteien für einen Plan zu gewinnen wußte, den Zeder für sich allein verwor-fen haben würde. Da sich der ehrliche, aber einfältige Fairfax zum Heerführernicht geeignet fühlte, so erlangte er als Ausnahme von jenem Beschlusse, daß C.,der den Blick des Feldherrn mit rascher Thatkraft vereinigte, unter ihm wiederangestellt wurde und den Oberbefehl über die Reiterei erhielt. Nun bildete C.das ganze Heer, wie früher einen Theil desselben; auch war er es, der eben dadurchden Alles entscheidenden Wieg bei Naseby (14. Zuni 1645) erfocht, wo der Königsein ganzes Fußvolk nebst dem Geschütze verlor. C. erbeutete Karls I. Briefwechselmit der Königin, woraus das Parlament alle diejenigen Stellen durch den Druckbekanntmachte, welche dem König und der Königin in der öffentlichen Meinungschaden mußten. Nach jenem Siege und nach der Eroberung von Bristol schriebC. an das Parlament in jenem mystisch-frömmelnden Tone, der seine Gedankenverhüllte: „Glaube und Gebet haben gesiegt; die tapfern Männer, welche mitgestritten, bitten das Parlament und Alle, die des Segens des Himmels sich er-freuen, daß man nur Gott den Herrn preisen, ihrer aber vergessen möge". DieserGeist wurde jetzt in dem Heere, das die Officiere und vorzüglich C. durch Predigtenerbauten, bis zum Fanatismus gesteigert, zugleich ward aber auch die Mannszuchtso befestigt, daß Schwören, Trunk, Plünderung und andre Ausschweifungen fastgar nicht vorfielen. Dadurch gelang es dem General C., die letzten Anstrengungender königlichen Partei, welche er mit fanatischer Erbitterung verfolgte, gänzlich zuvernichten. Karl I. suchte endlich Schutz bei dem schottischen Heere. Dieses ver-kaufte aber seinen König (5. Mai 1646) für rückständigen Sold an das Parla-ment, wobei C. einer von den Cottmiissarien war. Gegen die Erwartung der Na-tion wurde Karl von den Häuptern der Kriegspartei und der Zndependenten alsGefangener behandelt, und jene Frömmler trieben ihre Härte so weit, daß sie demunglücklichen Monarchen sogar den Trost entzogen, einen seiner Kapläne bei sich zuhaben. Das Parlament sah sich jetzt im Besitze der höchsten Gewalt; es theilteBelohnungen aus, und C. wurde mit einem Einkommen von 2500 Pf. St., ausden Gütern des Marquis v. Worcester, zum Baron ernannt. Als aber das Par-lament die von C. durch den religiös-politischen Geist der Zndependenten fanatisirteArmee entlassen wollte, ernannte sie aus C.'ö Creaturen und aus den wildestenSchwärmern einen Rath von Officieren, und eine Versammlung von Corporalenund Sergeanten, genannt Agitators, welche dem Parlamente die trotzige Erklärungübergaben, daß sie nicht eher die Waffen niederlegen wollten, als bis die Freiheit derNation befestigt sei. Einige Soldaten betrugen sich dabei so kühn, daß das Par-lament sie verhaften ließ, worin C. nicht nur das Haus unterstützte, sondern auchmit Thränen im Auge über den Trotz der Truppen sich beklagte, unter welchen mansogar einen Anschlag auf sein Leben gemacht habe. Einige Mitglieder jedoch er-kannten in ihm den geheimen Urheber jener Schritte und schlugen daher seine Ver-haftung vor; allein an dem nämlichen Tage begab sich C. zur Armee, um, wie eran das Unterhaus schrieb, die getäuschten Soldaten wieder zur Ordnung zurück-zuführen; zugleich bat er, daß Fairfax und andre Officiere ihm hierin beistehenmöchten. An demselben Tage (3. Zuni 1641) hatte einer von den Agitators,ein gewisser Soice, den König von Holmby mit Gewalt entführt und der Armee indie Hände geliefert. Es ist aber nicht wahrscheinlich, daß dies auf C.'ö Anstiften
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