Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cromwell

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Volks. Stürmend nahm er Drogheda (im Sept. 1648), wo er Alles niederhauenließ. „Diese Strenge", sagte er, „wird uns mit Gottes Gnade viel Blutver gießenersparen". Hhne Widerstand öffneten die meisten Städte ihre Thore, und aufdie Furcht vor seinem Namen vertrauend, drang C., ungeachtet sein Heer durchSeuchen sehr geschwächt war, mit verwegener Keckheit tief in das Land ein, woSchrecken, Feigheit und Verrath ihm überall entgegenkamen. Binnen 6 Monatenwaren die Anhänger des Königthums in Irhmd gänzlich unterdrückt. Nun über»gab er den Oberbefehl an Ireton und unternahm nach dem Willen des Parla»mcnts, auf dringendes Zureden seiner Freunde, einen ähnlichen Vertilgungszuggegen Schottland, wo Karl 'Etuart, nachmals Karl II. , als König anerkanntworden war. Anfangs hatte C. verlangt, Fairfax möchte den Heerbefehl führen;allein dieser Feldherr nahm ihn nicht an, weil er mit Beschämung suhlte, welcheine Null er geworden war. Ehe C. ins Feld ging, unterhielt er sich mit Ludlow über die künftige Staatsreform Englands. „Der Herr wolle, daß sein Volk nachden Grundsätzen der Freiheit und Gleichheit regiert werde; so verkündigte es der110. Psalm". Hierauf erklärte er seinem Freunde eine Stunde lang diesen Psalmund trug ihm dann den Befehl über die Reiterei an. —. Bei dem Einrücke» inSchottland erließ C. einen Aufruf „An alle heilig Gesinnte und Mitgenossen desGlaubens der von Gott Erwählten in Schottland ". So lautete der revolutionnairemilikairische Styl jener Zeit! Doch C.'s Verachtung der Schotten wurde ihm ge-fährlich. Don seiner Rückzugslinie abgeschnitten und ohne Lebensmittel, würde erbei Dunbar sich haben ergeben müssen, wenn die Schotten eine Schlacht vermiedenhätten. Als C. sie vorrücken sah, rief er aus: „Der Herr hat sie mir in die Handgegeben!" Der Sieg bei Dunbar, den 3. Sept. 1650, befreite den glücklichenFeldherrn von seinen Feinden, den Presbyterianern. Er zog in Edinvurg ein.Demüthiger als je, dankte E., als er bald von einer gefährlichen Krankheit genesenwar, dem Lordpräsidenten des Staatsraths von England für die „so unverdienteTheilnahme" an seiner Gesundheit: „In der That, Mvlord, Euer Dienst bedarfmeiner nicht; ich, ein armes Geschöpf, war ein vertrocknetes Gebein, und bin nochimmer ein unnützer Knecht meines Herrn. Ich erwartete den Tod; doch der Herrhat es anders gewollt. Aber in Wahrheit, Mylord, ich wünsche nicht zu leben,außer wenn der Herr die Gnade verleiht, mein Herz zu erproben in frömmerer Treuund Dankbarkeit und in größerm Nutzen und Eifer für das Land, dem ich diene".— Unterdessen hatte König Karl neue Kräfte gesammelt; aber E. schnitt ihn durchgeschickte Märsche bei Sterling von seinen UnterstützungSpunkten ab; doch, widersein Erwarten, drang der Fürst in England ein, sodaß selbst London in Furcht ge-rieth. Man that Alles, um C.'s Heer zu verstärken, und dieser handelte als Feld»Herr ebenso thätig als entschlossen, während im Lager des Königs Schwäche undZwietracht die Streitkrüste lähmten. Karl wurde beiWorcester den 3. Sept. 1651gänzlich geschlagen. Dieser Sieg, den C. die Krone der Gnade Gottes nannte,gab den Männern des Gemeinwohls die volle Gewalt über 3 Königreiche. Dochhatte C. schon jetzt auf die oberste Leitung der öffentlichen Angelegenheiten entschei-denden Einfluß. Er bewirkte es, daß die fast gänzlich getrennten Continental-verhälmisse wieder angeknüpft und im Ganzen dem Handelsverhälmisse unter-geordnet wurden. Man gab nach seiner Idee die Navigationsacte 1651, welcheEnglands Seemacht gründete. Zu gleicher Zeit faßte der von der >Lttadt Londonals Befreier des Vaterlandes gefeierte Feldherr den Gedanken, die Herrschaft ganzan sich zu reißen. Denn der einzige Mann, den er scheute, Ireton, >par gestorben.Als nun einige Parlamentsglieder und die vornehmsten Ofsiciere sich mit ihm überdie neue Regierungsform beriethen, empfahl er die Ausstellung einer Art von mon-archischer Gewalt, schwieg aber, als einige Rechtögelehrte in der Versammlung denjungen Herzog von Gloucester zum König auszurufen vorschlugen. Indeß wurde