948
Curs
Wenn aber auf Petersburg der Rubel mit 10 Stüber gekauft werden kann, so sind100 Rubel nach amsterdamer Rechnung a 12 Stüber nur 83s Rubel. Der^Preis solcher Papiere steht dann entweder al pari (s. d.) oder über oder unterpari. — Was die Geldcurse betrifft, so wird 1) Gold gegen Silbergeld oder um» ^gekehrt verkauft, und es wird also in den Cursen angegeben, wie viel die Gold->münzen gegen Silbermünzen gelten. Um diese Preise beurtheilen zu können, mußman >>) wissen , wie sich Gold und Silber, als bloße Waare betrachtet (in Barren->form), gegen einander verhalten, und si) wie viel reines Gold und Silber in denlMüuzstücken, welche gegen einander verwechselt werden, enthalten sei. Stehenz. B. die Gold- und Silberbarren in dem Werthverhältnisse gegen einander wie,1 : 16, oder kann man mit 15 Pfund Silber auf dem Markte 1 Pf. Gold kaufen,und sind auf dem Markte die Goldmünzen, welche 1 Pf. reines Gold in sich ent-halten , nicht unter einer Anzahl silberner Münzen zu haben, welche 15s Pf. reinesSilber in sich enthalten , so kann man wissen, daß das Gold in dieser Münzformtheurer ist als das Gold in Barren u. s. w. 2) Es wird die eine Sorte Silber-geldes oder GoldgeldeS eines und desselben oder verschiedener Länder gegen andreSorten verkauft. In diesem Falle müssen die Quantitäten feines Gold oder Sil-ber, welche in der Einheit dieser Gcldsorten enthalten sind, miteinander verglichenwerden, um zu wissen, ob die eine dieser Geldsorten theurer oder wohlfeiler ist alsdie andre. Ist z. B. in den Curszetteln angegeben, daß in Hamburg 150 preuß.Thaler für 300 Mark Banco zu haben sind, so muß ich erforschen, wie viel beideSummen in feinem Silber enthalten. Erfahre ich nun, daß 300 Mark Hambur-ger Banco gerade so viel fein Lilber enthalten als 150 Thlr. in preuß. Courant,so weiß ich, daß beide Summen einander in feinem Silbergehalte vollkommen gleichsind, und daß derCurS in Hamburg auf Berlin al pari stehe. Sind in Hamburg 300 Mark für 119 verkäuflich, so steht der Curs in Hamburg aufDerli» unter,muß ich 151 Thlr. Preuß. dafür bezahlen, so steht er über pari. Zur Anstellungdieser Dergleichung wird durch Herkommen und Gebrauch in jedem Wechselplatzeeine Münze als bleibend und unveränderlich angenommen, und deren wechselnderPreis wird in der andern mit ihr zu vergleichenden Gcldart angegeben. So istz. B. in den Hamburger CurSzetteln in dem Curse auf London ein Pf. Sterling alsdie stets bleibende Einheit angenommen , und die Zahl, welche im CurSzettel notirtwird, gibt den veränderlichen Preis desselben in Schilling Flämisch an; beiden!Curse auf Berlin sind 300 Mk. Banco die sipe Einheit, und im CurSzettel wirdderen Preis in preuß. Couranktkalern bemerkt. In dem Curse auf Petersburg istein Rubel in Bancoassignationen die Einheit, und derCurSzettel zeigrdessen Preisin silbischen Schillingen an ». s. w. Will man nun beurtheilen, wie hoch oderniedrig der im CurSzettel angegebene Preis einer Geltsorte ist, so muß man sich zu-nächst um den innern Feingehalt des Goldes oder Silbers, 1) der Münze, die alsEinheit angenommen wird, 2) der Quantität des feinen Goldes oder Silbers be-kümmern, welche in der Summe derjenigen Münze enthalten ist, welche für jeneEinheit geboten wird. Dieses erfährt man, wenn man vorher das pari erforschtbat. Das pari besteht nämlich in der gleichen Quantität feine» Goldes oder Sil-bers , welche in einer bestimmten Menge verschiedenartigen Geldes oder Münzeenthalten sind. So ist in 11 Thalern preuß. Cour. eine Mark Kölnisch feinesSilber enthalten. Ebenso viel ist aber enthalten in 13, Thaler ConventionSqeld,in 27 Mark 12 Schilling Hamburger Banco ». s. w. Wenn daher nach dem Cursefür jede 11 Thlr. Preuß. oder 13g Thlr. Sachs. 27 Mk. 12 Schill. in Hamburg zu erhalten sind, so steht der Curs al pari. Wird mehr dafür gezahlt, so steht daspreuß. und fachst Geld über, wird weniger dafür gezahlt, so steht es unter pari.Um aber das pari zweier Länder gehörig zu erforschen, muß man wissen, in wel-chem Gelde beide Länder zahlen. So zahlt z. B. England in Golde, und die Ein-