Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
952
JPEG-Download
 

952

Cybele

ment des öffentlichen Unterrichts, in dem er nach und nach die bedeutendsten Wür-den bekleidete/' wirkte er durch glückliche Abänderungen und rasches Bethätigen.Bekannt ist besonders der Deutschland so ehrende Bericht, den er 1811 erstattete,als er von der Reise, als Oberaufseher aller Lehranstalten, aus Holland undDeutschland zurückkam. Damals war NoA sein Begleiter. 1813 ernannte ihnder Kaiser zum Reguetenmeister im StaatSrath und übertrug ihm wichtige Anord-nungen in Mainz . Ludwig Will. bestätigte ihn in seinen frühern Würden, er-hob ihn zum Wirklichen StaatSrath, anfangs für die Abtheilung der Gesetzgebung,später für die Verwaltung des Innern. Hier mußte er aber oft Maßregeln vertre-ten, welche von vielen Freisinnigen gemißbilligt wurden. Endlich bestimmten ihndie neuesten Maßregeln des Kanzlers der pariser Universität, Abbe Fravssinous,leine Entlassung von der Stelle eines Universitätsraths zu geben (Dec. 1822).Neben dieser staatsbürgerlichen Thätigkeit gehört E.'S Zeit unausgesetzt dem Stu-dium der Naturwissenschaften, deren Gebiet er selbst durch rühmliche Entdeckungenerweitert hat. Wir nennen nur seine „kieelicrubes snr!<-s „ss,',>>,»5 lorsHe»"(1821—24, 3. AuSg. 1826, 5 Bde., 4., m. K.). Die classische Einleitung zudie>em Werke ist besonders erschienen: „Disennrs sni les revolutions do l.i s»r-llice >Iu gstvbo et SUI les olmn^emens gii'elles ont >>,odu!ls d-ins le nHno-U'iniul" (3. AuSg., Paris 1825, 5. AuSg. 1828). Ferner : „s.e riPne -ninind"(1817, 4 Bde.) z „I.eeons d'-inutooich eonipriiee reeni'illies por lOnniüiil etUuvernnv" (1805, 5 Bde.) ; „lieelierolies iio.-iioongnes snr ler rejitiles regar-<I«s oiiouic: ooiiiinv duntcuix" (1807, 4.); „älcoioires zinur srrvir ü lOdsloiroclc l'-in.i loni ie lies nudlnsgnes" (181 6 , 4.). 1828 erschien zu Paris seine und desHrn. Valenciennes „llisl. imliiii-IIe des poissons" (»>it mehr als 5000 Arten),15 Bde. Als beständiger Seerctair u. s. w. der Akademie in der Classe der pkmsikal.Wissenschaften hat er Lobreden auf die verst. Mitglieder des Instituts gehalten.Dieser „llei iied d'elo^e- ldsto, ignes" (Paris 1819, 2 Bde.) enthält wähl e Mu-sterreden ; daher nahm ihii die französ. Llkademie durch einstimmig freie Wahl unterdie Anzahl ihrer 40 auf. Fast alle gelehrte Vereine Europas haben ihm Ehren-diplome gesandt. Insbesondere verdankt Frankreich ihm die Errichtung eines Ca-binetS für vergleichende Anatomie, die reichste »Ideologische Sammlung Europas .C. verkennt nicht das Interesse der naturphilosophischen Behandlung der vergleichen-den Anatomie, welche in den neuern Zeiten durch Oken, Spix, BojanuS , Weber ». A.nanientlich in Deutschland herrschend geworden ist, erklärt jedoch, daß seine U ntersu-chungen mit dieser ädeMpbvschiie ideedisie et >>:>nl!>e>!,t>gnc nichts gemein haben,und wenn er auch auf seinem besonnenen Wege nicht auf des resulmis si I», dlunskomme, so hoffe er doch um so mehr auf einem teer-, in >du- solide zu bleiben.

Cybele war ursprünglich eine LandcSgötkin der Phrpgier und, wie dieIsis, das Symbol des Mondes und, was nahe damit verwandt ist, der Frucht-barkeit der Erde, weshalb sie mit der Rhea in Eins verschmolz, deren Dienst inKreta entstanden war, und in welcher die personisicirte Natur verrohrt wurde. DieGriechen bekamen die Idee der Cybele nicht mehr rein, sondern in Geschichte einge-kleidet. Cybele war (nach Diodor) die Tochter des phrvgischen Königs Mäon undseiner Gemablin Dindyma. Aus Verdruß, daß ihm kein Sohn geboren worden,setzte sie der Vater auf dem Berge Cybelus aus, wo sie von Löwen und Pantherngesäugt, nachher von Hirtenweibern gefunden und aufgezogen wurde. Sie warddie Erfinderin der Pfeifen und Trommeln, womit sie die Krankheiten der Thieresowie der Kinder heilte, trat mit dem Marsyas in vertraute Freundschaft und faßteeine heftige Liebe zu dem AtvS (s. d.). Ihn wiederzufinden, durchirrte sie mitzerstreuten Haaren und unter dem Lärmen der von ihr erfundenen Trommeln undPfeifen mehre Länder bis in den fernsten Norden zu den Hyperboräern. Währendihrer Abwesenheit cnkstand in Phrygien eine Hungersnoch, welche erst endigte, als