Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
954
JPEG-Download
 

954

Cyklus

den nächtlichen Cimmeriern. Wie bei erweiterter Weltkunde die cimmerische Nachtweiter zurückgedrängt ward, wurden sie in die Metallreichen Riphäen verseht. Ein-,äugige, bald Cyklopen, bald Arimaöpen genannt, gruben auf den Riphäen Erzeund schmiedeten, von goldbewachenden Greifen beunruhigt. (Voß's „MythologischeBriefe", Bd. 2, Br. 1b—18.) Hier entstand Verwechselung mit den andern Cy-klopen. Ei» Theil dieser Cyklopen nämlich schmiedete Jupiter's Donnerkeile, einandrer kam abenteuernd nach Griechenland , wo er Gebäude als Denkmäler cyklopi-scher Kunst nachließ. (O. Müller versteht unter den Cyklopen ganze Völker, unterpriesterlicherLeitung vereinigt; dieses mauerbauende Volk wäre in der pelaSgischen -Ebene von ArgoS, welche vorzugsweise cyklopischerBoden heißt, unterworfene Feld-bauer, den Achäern zinsbar gewesen.) Bei noch mehr erweiterter Weltkunde wichdas fabelhafte Gebirge der Riphäen in die noch «»entdeckte Nacht des Nordens,und in die Geschichte der Einäugigen kam Verwirrung. Einige versetzten sie mitgegen Norden, d^Meiste» ließen die Cyklopen, als Schmiede Vulcan's, wieder inSicilien, aber unter dem Ätna oder aufdem liparischen Feuerfelsen arbeiten. Die 'feuerspeienden Berge waren ihre Essen, das Tobe» darin die Schläge ihrer Häm-mer. Wie sie zu Einäugigen geworden, da ihr Name sie nur als rundäugige be-zeichnet, ist unbekannt; gewiß aber, daß Polyphem auf mehren Bildwerken mir 2Augen dargestellt ist. Bei griechischen Jdyllendichtern finden wir Cyklopen mit ei-nem naiv bäurischen Charakter dargestellt. — Auch eine Gattung der Kiemensüßewird von den Zoologen Cyklopen genannt. ck>>.

Cyklus, wörtlich, der Kreis; daher jede gleichförmig wiederkehrende Reihederselben Begebenheiten. Auf solchen Reihen oder Cyklen von Jahren beruht dieZeitrechnung, insbesondere der Calender. Unser gemeines Sonnenjahr, das durchdie jedesmalige Rückkehr der Sonne zu demselben Punkte derEkliptik bestimmt wird,enthält bekanntlich 52 Wochen und 1 Tag, das Schaltjahr noch einen Tag mehr.Mithin kann in verschiedenenJahren derselbeJahrStag nicht aufdenselben Wochen-tag fallen, sondern da z. B. 1814 mit einem Sonnabend begonnen hat, so wird1815 mit einem Sonntag, 181b mit einem Montag, 1811 aber, weil ein Schalt-jahr vorherging, nicht mit einem Dienstag, sondern mit einer Mittwoch anfangen.Zählte man bloß nach gemeinen Jahren, so würde offenbar von 1 zu 1 Jahren jedesJahr wieder mit demselben Wochentag anfangen, wie das 1. I. zuvor, oder, wieman sich auch ausdrücken kann, es würden nach 11. dieS onntagsbuchstaben(s. d.) in derselben Ordnung zurückkehren. Weil aber alle 4 I., statt des gemeinen,ein Schaltjahr einfällt, so kann jenes erst nach 4 >< 1 oder 28 I. stattfinden. Einesolche Periode von 28 I. heißt SonnencykluS und dient dazu, den auf den I.Jan.eines Jahres fallenden Wochentag zu finden. Dazu ist bloß nöthig zu wissen, mitwelchem Wochentage ein bestimmtes Jahr angefangen habe, und dann einTäfelchenfür den AnfangStag der 21 folg. I. zu verfertigen. Nun pflegt man den Anfangdes SonnencykluS auf das 9. I. v. Chr. zu setzen, welches ei» Schaltjahr war undmit einem Montage anfing. Verlangt man also zu wissen, was für ein Wochentagder Neujahrstag eines gewissen Jahrs unsererZeitrechnung ist, so hat man 9 zu derJahrszahl zu addiren und alsdann zeigt der bei Division dieser Summe durch 28bleibende Rest an, das wievielste I. der Sonnenperiode das gegebene ist, woraufdas oben erwähnteTäfelchen LenWochentag gibt, mit welchem es anfängt. DieseRechnung gilt aber nur für den Julianischen Calender; im Gregorianischen wird siedadurch unterbrochen, daß in 400 J.3Mal das letzte Jahr eines Jahrh, kein Schalt-,sondern ein Gemeinjahr ist. Jene Rechnung wird daher den Wochentag nicht fürden ersten Tag des I. angeben, sondern von 1582 (die Zeit der Einführung desGregor. CalenderS) an bis 1100 für den 11., von 1100 —1800 für den 12., im19. Jahrh, für den 13. Tag des I. rc., worauf man dann bis zum NeujahrStagezurückzurechnen hat. Weit bequemer ist es daher, für den Anfang eines Jahrh, ein