Band 
Sechster Band. K bis L.
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Karl der Große

lichkeit, die an alten Gebräuchen King, leistete einigen Widerstand; indeß filzten sichmehre Kirchen dem Wunsche des Monarchen, uud andere vermischten die römischeund gallicanische. Er wünschte Gleichheit des Maßes und Gewichts, konnte abernicht damit durchdringen. Ein andrer großer Plan seiner Regierung war die Ver-bindung des Rheins mit der Donau , und dadurch des atlantischen Oceans mit demschwarzen Meere, mittelst eines Eanals. Das ganze Heer mußte daran arbei-ten ; aber er konnte nicht ausgeführt werden, weil es in jener Zeit noch an Kennt-nissen im Wasserbau fehlte. Allein dafür errichteten die von ihm beschützten Künsteandre Denkmäler für die Nachwelt. Die Stadt Aachen erhielt ihren franz. Namen(Hx-!a-(',l>!>;.c-!>t-) von einer prächtigen Kapelle, die er aus dem schönsten icalten.Marmor erbauen ließ. Die Pforten dieses Tempels waren von Bronze, und seinDom trug eine massiv goldne Kuppel. Der kaiserl. Palast war äußerst prachtvoll.'Auch ließ Karl Bäder erbauen, in denen mehr als 100 Personen im warmen Was-ser schwimmen konnten. Er selbst liebte das Schwimmen und benutzte oft dieseBäder mit allen Großen seines Hofes, selbst mit seinen Soldaten. Au Setz imElsaß hatte er einen nicht minder prächtigen Palast. Ihm verdankt Frankreich die ersten Fortschritte des Seewesens. Er baute den Leuchtthurm zu Boulogne wieder, und ließ verschiedene Häfen anlegen. Er begünstigte den Ackerbau undmachte sich durch die Weisheit seiner Gesetze unsterblich, sein Gesetz über dieMeiereien (>Ic v>ll>.-i) ist ein Denkmal seiner Einsichten in die Landwirthschaft,und Menzel, in seinen Geschichten der Deutschen , sagt von ibm: „Das ist dergrößere Ruhm seines Andenkens, daß durch ihn der gänzliche Verfall der Wissen-schaften im Abendlande verhindert und ihrem schon erlöschenden Lichte neue Nah-rung verschafft wurde; daß er die Bildung der Völker für ebenso bedeutend als ihreVereinigung und Unterjochung hielt. Noch höher ist dieser Sinn für das Geistigebei einem Fürsten anzuschlagen, der unter Waffenübung und Jagd hinangewachsen,aus dem Strudel der Kriege seilt ganzes Leben lang nicht herauskam, und in einerZeit, wo nicht der Reiz schöner Muster geistige Beschäftigung zum Genuß machte,sondern Gelehrsamkeit und Wissenschaft, ohne Anmuth in schwerfälligen Formeneinherschreikend, eher zurückschreckte als einlud". Sein Ruhm erfüllte auch denOrient. Er empfing Gesandte vom Patriarchen zu Jerusalem , von den KaisernRicephoruS und Michael, und zwei Mal ließ ihn der berühmte Harun-Al-Raschid durch Gesandtschaften begrüßen, welche er mit einer Pracht empfing, die manselbst im Orienre nichtgesehen hatte. Ervei sammelteConcilien, Parlamente, machtedie Capitularien und carolinischen Bücher bekannt, schrieb viele Briefe, von denenmehre noch vorhanden sind, auch eine Grammatik, sowie verschiedene lateinischeGedichte. Sein Reich begriff Frankreich, den größten Theil von Catalonien , Na-varra und Aragonien; dann die Niederlande, Deutschland bis an die Elbe, Saale und Epder, Ober-und Mittelitalien, Istrien und einen Theil SlawonienS. Inseinem Privatleben war Karl sehr liebenswürdig, ein gütiger Vater, zärtlicherGatte und großmüthiger Freund. Sein inneres Hauswesen war ein Muster vonSparsamkeit, seine Person ein seltenes Beispiel von Einfachheit und Größe. Ammeisten haßte er Kleiderpracht bei Männern, doch zeigte er sich bei feierlichen Ge-legenheiten in aller Pracht der Majestät. Seine Tafel war höchst frugal. Seineeinzige Ausschweifung beging er in der Liebe zum andern Geschlechte. Von Gestaltwar er groß und stark; s. Länge betrug, nach Eginhard , 7 seiner Füße. SeinSchei-tel war rund, sein Auge groß und lebhaft, die Nase hatte mehr als gewöhnlicheGröße; im Gesichte hatte er einen angenehmen Ausdruck von Heiterkeit. SeinGang war fest, die Haltung feines Körpers männlich. Er genoß einer steten Ge-sundheit, nur in den 4 letzten Jahren vor seinem Tode wurde er oft von Fiebernbefallen und fing an zu hinken. Im Sommer pflegte er nach dem Mittagessen2 Stunden zu ruhen und dabei sich auszukleiden; allein des Nachts schlief er un»