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ruhig. Seine Kleidung war die vaterländische; am Leibe trug er ein leinenesHemd, darüber einen Rock, mit seidener Borte eingefaßt, und lange Beinklei-der. Als Oberkleid trug er einen Mantel und stets das Schwert, dessen Griffund Wehrgehäng von Gold und Silber war. Er,besaß eine eindringende natür-liche Bercdtsamkeit, und in dem Ausdrucke seines Äußern lag etwas Ehrfurcht Er-weckendes, verbunden mit Milde und Wohlwollen. S. Dippoldt's „Leben KaiserKarls des Großen" (Tübingen 1812). (Dgl. Eginhard. )
Karl IV. , deutscher Kaiser, aus dem Hause Luxemburg, geb. 1316 underzogen zu Paris. Sein Dater, Johann von Luxemburg, König von Böhmen ,berühmt in der Geschichte durch seinen ritterlichen Geist, blieb in der Schlacht vonCrecy. Die Streitigkeiten Kaiser Ludwigs des Baiern mit dem Könige von Böh-men, dem Dater Karls, die Wahl Karls an die Stelle des von Clemens VI. ex-communicirten Kaisers, und der Sieg, den der an Macht und Talenten weit überle-gene Ludwig über seinen Nebenbuhler davon trug, können hier nur flüchtig er-wähnt werden. Nach Ludwigs Tode, am 21. Oct. 1347, hoffte Karl von Lu-xemburg, der das Königreich Böhmen geerbt und den 1346 5 Kurfürsten zumKaiser erwählt hatten, ohne Hindernisse den Kaiserthron zu besitzen; aber die Mit-tel selbst, die ihn auf den Thron gehoben hatten, erweckten ihm Gegner. DieReichssürsten sahen in ihm einen Diener des Papstes. Noch waren nicht 10Jahre verflossen, seit Deutschland auf dem Reichstage zu Reuse die kräftigstenMaßregeln gegen die Ansprüche des heiligen Stuhls genommen hatte. Karls IV.Wahl war der erste Eingriff in diese berühmte Union von 1338. Demnach ver-einigten sich der Erzbischof von Mainz, den Clemens VI. abgesetzt hakte, die Kur-fürsten von Brandenburg und der Pfalz, der Herzog von Sachsen-Lauenburg , dersich eine Wahlstimme anmaßte, zu Lahnstein , erklärten Karls Wahl für nichtigund wählten Eduard III. von England, des letzten Kaisers Schwager; aber dieserMonarch, damals mit Frankreich im Kriege, benutzte das Anerbieten der Kurfür-sten nur, um sich der Neutralität des Königs von Böhmen zu versichern, undschlug die ihm angebotene Krone aus. Ebenso fruchtlos war die Wahl des Land-grafen von Meißen , Friedrichs des Strengen, worauf Karls Feinde den tugend-haften und heldenmüthigen Grafen Günther von Sckwarzburg wählten, dessenKarl, wie einige Schriftsteller, jedoch ohne hinlänglichen Beweis, angeben, sichnur durch Gift zu entledigen wußte. Diejenigen, die Günther in seinen letztenAugenblicken umgaben, entrissen ihm eine Entsagung, welche Karl ihnen theuerbezahlte, der ebenso freigebig war, wenn es der Sättigung seines Ehrgeizes galt,als ungerecht und raubsüchtig, wenn er seiner Habsucht genügen konnte. Karlstrebte jetzt mit allen Kräften, seine Feinde zu versöhnen. Er vermählte sich mitder Tochter des Kurfürsten von der Pfalz, belehnte den Kurfürsten von Brandenburg mit Tirol und brachte eS dahin, daß er einstimmig zum Kaiser erwählt und zu Aachen gesalbt wurde. Kaum aber war er gekrönt, so bemächtigte er sich derRcichsinsignicnund ließ sie gegen sein ausdrückliches Versprechen nach Böhmen bringen. SeinenSchwiegervater, den Kurfürsten von der Pfalz , bewog er, einen großen Theil derOberpfalz dem Lehnhofe von Böhmen zu unterwerfen. Dieser Gerichtshof, den er alsdas passendste Werkzeug zur Unterjochung Deutschlands betrachtete, dehnte seineGerichtsbarkeit immer weiter aus. 1354 begab sich der Kaiser nach Italien , unisich vorn Papste krönen zu lassen; aber auch diese Gunst erkaufte er durch Bedin-gungen, die ihn dem Spott und der Verachtung preisgaben. Er verpflichtete sich,ohne Heeresmacht zu erscheinen. Nachdem er zu Mailand zum Könige von Ita-lien geweiyt worden, bestätigte er die Visconti im Genuß aller Usurpationen, dieer ihnen zu nehmen versprochen hatte. Er vernichtete alle Verfügungen seinesGroßvaters, Heinrichs VII., gegen Florenz, und durch einen zu Padua geschlos-senen Vertrag trat er letztere Stadt, nebst Verona und Viccnza, an Venedig ab.