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Karschin
deckt 1860 mM., vorn schwartn Meere zwischen der Walachei und Moldau, Sie:benbürgen, Galizieii und Ungarn bis Schlesien , wo es sich mit dem Riesengebirgedurch den Iablunkapaß (an den O.uellen der Lider und Weichsel ) verbindet. SemeVorgebirge ziehen sich biü an die Donau und die Vorgebirge der Aloen. SeineHauptrichtung, von NW. nach SO., geht von der schlesischen Grenze bis zursüdlichen Spitze der Bukowina. Die höchsten, mir ewigem Schnee bedeckteirGipfel,sonst Kai-pack, jetzt Tatra genannt, steige» in Spitzen empor, wovon die lomnitzerSpitze über 8162 Fuß, derKrywan, auf der galizisch -ungarischen Grenze, 7118F.sich erhebt. Unter den Flötz-und Nebengebirgen ist die Babia Gorn 6000 F. hocb.Das Hauprgebirge enthalt viel Salz; die Nebenzweige haben Weinbau, edle undunedle Metalle. S. Staszic'S und Schindler'S geologische Beschreibung derKarpathen.
Karschin, richtiger Karsch (Anna Louise), geb. am 1. Dec. 1722 aufeiner Meierei unweit Schwibus an der schlesischen Grenze, wurde nach demfrühzeitigen Tode ihres Vaters, eines Sebenkwirths und Bierbrauers, NamensDürbach, bei ihrem Oheim, einem Amtmanne, unterrichtet. Ihr Trieb zumLesen und Schreiben und ihr Talent, schnell zu begreife» und auswendig zulernen, brachten die Mutter auf den Gedanken, welcben die Erfahrung bestä-.tigte, daß sie einst die Hauswirthschafr vernachlässigen würde. Sie wurde alsovon ihrem Oheim weggenommen und mußte 3 Jahre lang die Kühe ihrer Mut-ter weiden. Allein sie fand bald Gelegenheit, ihrer Liebliugsneigung nachzuhän-gen, denn sie machte Bekanntschaft mit einem Hirtenknaben, der sie mit ver-schiedenen, meist schlechten Büchern versorgte. Durch diese Bücher, die sie nurheimlich lesen konnte, sowie durch ihr Naturgefühl und ihre lebbaste Pbautasie,Windei, ihre erste» ohne alle Anweisung gemachten Gedichte veranlaßt, die man,ungeachtet ihrer Fehler, nicht ohne Bewunderung lesen kann. Ihre Mutter,die sie zu einer guten Haussrau bilden wollie, bestimmte sie endlich einem Tuch-macher zu Schwibus , Hirsekorn, zur Gattin. Die Tochter, obwol sie denBräutigam nie gesehen , willigte gehorsam ein. Aber die Zbe mit diesem gei-zigen, zänkischen und mürrischen Manne stürzte sie in unabsehbare O.ualen,die sich erst nach 11 Jahren durch Scheidung endigten. In die äußerste Ar-muth dadurch versetzt, begab sie sieh auf ein nahes Dorf und lebte hier fast einJahr ganz hülfios. Ihre Lage zu verbessern, beschloß die Mutter, sie mit einemSchneider, Karsch, zu Fraustadt , zu verbeirathen, den die Tochter wegen seinerbeständigen Trunkenheit sogar haßte. Allem die Mutter drohte, und unsre Dich-terin verehelichte sich zum zweiten Male. Nun erst gerieth sie in eine wahr-haft traurige Lage. Ihr Mann verschwendete durch Trunk sein ganzes Vermö-gen; und sie wurde gezwungen, sich durch ihre Muse den nöthigsten Unterhalt zuver-dienen. Sie verfertigte daher Gelegenheitsgedichte und Glückwünsche, reiste vieleMeilen weit im Lande umher und declamirte aus dem Steg, eise Verse , erwarbsich dadurch Bewunderung und vieles Geld, welches jedoch ihr Mann sogleich ver-schwendete. Nun wandte sie sich mit ihrem Manne nach Großglogau, entferntesich aber endlich von ihm, und der Baron von Kottwitz war so großmüthig, sie 1761in Berlin bet,sich aufzunehmen und mit Kleidung und allen Bedürfnissen reichlichzu versehen. Hier begann die glänzendste Zeit ihres Lebens und ihrer Dicht-kunst. Man zog sie in die ersten Gesellschaften und ergötzte sich an ihrer un-gemeinen Fertigkeit zu improvisiren und Gedichte sogleich niederzuschreiben. Ram-ler, Mendelssohn, Gleim u. A. m. unterstützten sie; Sulzer, welcher sie die deut-sche Sappho nannte, gab einige ihrer Gedichte 1761 heraus und verschaffte ihrdadurch 2000 Thaler; sie bekam von dem Grafen von Skolberg. Wernigerode u. A. ansehnliche Iahrgclder; allein Alles reichte nicht zu, sie selbst. 2 Kinderund ihren Bruder zu ernähren. Friedrich II. , an den sie sich mehrmals ge-