86 .Kartoffeln Kaffandra
Kartoffeln, s. Erdäpfel.
Karyatiden, eine Art Pfeiler, welche den obern Theil weiblicher Kör-per darstellen. Schon bei den Ägyptern findet man die Anwendung menschlicher Fi-guren zu Pilaster». Der tName ist griech. Ursprungs. Die (Göttin Diana hatte inKaryaiis, einer pelopvnnes. Stadt, einen Tempel und hieß daher auch Karyatis. Zuihrer Ehre tanzten im feierlichen Zuge am Feste der Göttin die ihr dienenden Jung-frauen, und dies nationale Bild nahmen die griech. Bildhauer in einer (Haltung derSäulen auf, die das Pantheon schmückten. So erklärt Messing, gemäß dem griech.mythischen Sinne, die Benennung und Form gedachter Gattung von Pfeilern. (S. Atlanten.)
Kasan , Hauptst. der rusfifch.afiat. Statthalterschaft und des Königr. gl. N.Das Gouvernem. Kasan hat 1044 käM. fruchtbaren Bodens und 1,138,000 E.Dieses vormals mongolisch-tatarische Reich von 11,398 lUM. steht seit 1552 un-ter dem ruft. Lcepter. Die Stadt, 210 Meilen von St.-Petersburg , liegt am ho-hen linken Wolgaufer am Flusse Kasanka mit 1310 Häusern und 50.000 E. Nochjetzt wohnen in 2Vorstädten viele mohammedanische Tataren, die Gewerbe und Han-del treiben. Die Häuser sind meist von Holz, die Straßen ungepflastert. Derbucha-rtsche und chinesische Karavanenzug geht über Kasan , daher blühen hier der Handelund die Gewerbe in Tuch, Leder, Eisen, Seife ie. Große Eisenstucke, z. B. Anker,werden geschmiedet, und die Schiffswerfie liefern Wolgaschiffe. Die Stadt hateinen griech. Bischof, seit 1803 eine Universität mir 200 Studirenden, ein theo-log. Seminar, Gymnasium, tatar. Schule. Noch sieht man am rechten Uferder Kasanka, oberhalb der Stadt, die Ruinen von Altkasan.
Kaspisches Meer, ein See in Asien , liegt 185 Fuß tiefer als dasschwarze Meer, zwischen Person, dem der südliche Theil, Rußland , dem dernordwestliche, und der großen Takarei, welcher der östliche Theil angehört; vonN. gegen S. 146 deutsche M. lang, 24 — 60 breit, 6862 k9M. Er hat weni-ger gesalzenes Wasser als andre Meere, weil er große Ströme aufnimmt, z. B. dieWolga , den Kur; gleichwol hat er keinen Abfluß. Er ist fischreich: Karpfen, Lachse,Hauftn, Störe, auch Seehunde werden (an der ösil. Küste) gefangen. Die Ufer-grenzen des kasp. Meers haben sich, seit man sie kennt, sehr verändert, und die Was-serfläche desselben soll sich im Allgemeinen vermindert haben. Die anwohnendenTruchmenen behaupten, daß der See Kuli-Daria, welcher mit dem karabozasischen ,Busen des kasp. Meers in Verbindung steht, einen Strudel enthalte, der das Was-ser des kasp. Meers verschlucke. Gewiß ist es, daß die Strömung aus dein kasp.Meere in den karabogasischen Meerbusen ungemein stark ist. Über die Uferbildungdes kasp. Meers s. Murawiefftg „Reise noch Khiwa in den I. 1819 fg.", aus demRuss. ins Deutsche übers. von Strahl (Berlin 1824, 2 Thle.). .
Kassa ndra, auch Alexandra, Tochter des Priamus und der Hekuba ,und ZwillingSschwesier des Helenus. Beide Kinder, erzählt die Sage, spieltenin dem Dorhofe zum Tempel des lhymbräischen Apollo, unweit Ilium, und dasie zu lange dort verweilt hatten, um nach Hause gebracht zu werden, bereiteteman ihnen für die Nacht ein Lager aus Lorberzweigen in dem Tempel. Als aberam folgenden Morgen die Ammen zu ihnen traten, fanden sie 2 Schlangen beiden Kindern, welche, statt ihnen Leids zu thun, vielmehr freundlich ihnen die Oh-ren leckten. Dieses Wunder bewirkte ein noch größeres: das Gehör der Kinderwurde dadurch so geschärft, daß sie die stimme der Götter vernehmen konnten.Seitdem verweilte K. gern in dem Tempel des Apollo, welcher, von ihrer aufblü-henden Schönheit entzückt, ihr alle Geheimnisse der prophetischen Kunst offenbarteund dagegen ihre Liebe foderte. Aber K., welche ihre edle Wißbegierde befriedigtsah, verweigerte den schnöden Preis. Darüber erzürnt, legte Apollo den Fluchaus ihre Weissagungen, daß sie niemals Glauben finden sollten. So sagte sie oft