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Sechster Band. K bis L.
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Katharina l.

fang zu entnerven, theils auch um einem angeborenen Hange zur Verschwendungzufrohncn; und mitten unter diese» Üppigkeiten wurden Bluksccnen beschlossen,deren Andenken Schauder erregt. Ihr Ansehen unter der Regierung ihres älternSohnes, Franz II. , war beschränkt, da dieser Fürst durch seine Verbindung mit derunglücklichen Maria Skuart ganz den (Aussen ergeben war. Eifersüchtig auf eineGewalt, welche sie nichtausübte, faßte Katharina damals den Entschluß, die Pro-testanten zu begünstigen. Allein bald fühlte sie sich durch den Ehrgeiz der Häupterder Hugenotten in Verlegenheit gesetzt, als der Tod Franz ll. die Zügel der Re-gierung, während Karls IX. Minderjährigkeit, in ihre Hände gegeben halte.Schwankend zwischen den (Anise» , welche an die Spitze der Katholiken getretenwaren, und zwischen Cont-'-, Coligny , die mit Hülfe der Protestanten sich Machtund Ansehen verschaffte», war sie zu unaufhörlichen Ränken genöthigt, die ihrkeine so große Gewalt verschaffen konnten, als sie durch ein offenes Betragen er-langt haben würde. Verachtet von allen Parteien, aber darüber retröstet, wenn siedieselben nur täuschen konnte, die Waffen ergreifend, um zu unterhandeln, und nieunterhandelnd, ohne einen neuen Bürgerkrieg vorzubereiten, versetzte sie Karl IX. ,als er volljährig geworden, in die Verlegenheit, entweder das königliche Anseheneiner mächtigen Partei unterzuordnen, oder einen Theil seiner Unterthanen nie-dermetzeln zu lassen, in der ungewissen Hoffnung, sich über die Factionen zu er-heben. Das Blutbad der Bartholomäusnacht war ihr Werk; sie bewog den Kö-nig zur Verstellung, die seinem Charakter durchaus fremd war, und so oft derselbesich einer Abhängigkeit zu entreißen suchte, über welche er erröthete, wußte sie ihndurch Furcht und Eifersucht, die sie ihm durch scheinbare Begünstigungen seinesBruders Heinrich erregte, daran zu verhindern. Nach Karls >X. Tode führte sieaufs Neue die Regentschaft bis zur Rückkehr Heinrichs >>>., damals König vonPolen . Sie trug zu dem Unglücke dieser Regierung bei durch die Ereignisse, wel-che ihr vorangegangen, die größtenkheils ihr Werk waren, und durch die Ränke, mitdenen sie unablässig beschäftigt war. An der Ermordung der (Anisen zu'Blois (-3. Oct. 1588) harre sie keinen Theil. Als sie am 5. Jan. 1589 zu Blois starb,war Frankreich in einer so großen Zerrüttung, daß ihr Tod kaum bemerkt ward.Die Religionsstreitigkeiten waren ihr eigentlich sehr gleichgültig, die Folgen dersel-ben konnte sie nicht fassen. Das Leben war ihr nicht zu theuer, um es nicht fürihre Eigenliebe zu wagen. Ihre Anhänger wußte sie nur ebenso viel Kunst zu ver-einigen als ihre Gegner zu entzweien; verschwenderisch bis zum Unsinne, fand siees unmöglich, ihre Ausgaben zu beschränken, und antwortete Denen, die ihr we-gen der Erschöpfung des Schatzes Vorstellungen machten: „Man muß doch leben!"Ihr Betragen hatte großen Einfluß auf das Verderblich der Sitten jener Zeit.Übrigens besaß sie eine gewisse Eleganz des Benehmens und eine lebhafte Nei-gung für die Wissenschaften und Künste, ^sse ließ kostbare Handschriften ausGriechenland und Italien kommen, ließ die Tuilerien und das Hätel de Eois-sons, an dessen Stelle man die II,ille-^uv-IAE-i gesetzt hatte, erbauen. Auch inder Provinz wurden aus ihren Befehl mehre Schlösser errichtet, die sich durch ihreschönen Verhältnisse in einer Zeit, wo man in Frankreich keinen Begriff von denGrundsätzen der Architektur hatte, auszeichnen. Ihre beiden Töchter waren: Eli-sabeth, verm. mit Philipp II. von Spanien 1559, und Margaretha (s. d.)sgenannt v. ValoitH, verm. mit Heinrich von Navarra , nachmals Heinrich IV.

Katharina I„ Kaiserin von Rußland . Die frühere Geschichte diesermerkwürdigen Frau ist ungewiß. Sie war, nach Einigen, die Tochter eines ka-tholischen Bauers in Lithauen, Namens Samuel; denn er hatte, wie es dort häu-tig der Fall ist, keinen Familiennamen.^ Man erzählt, daß sie 1686 geboren,Martha genannt und von ihren armen Ältern in die Dienste eines lutherischenGeistlichen, Dank, gethan worden sei. zu Roop im rigaischen Kreise, wo sie u»-