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merklich die Lehrsätze des Protestantismus angenommen habe. Dann sei sie nachMarienburg, einem kleinen Städtchen n» wendenschen Kreise, zu dem Propste Glück gekommen, der sie in der lutherischen Religion und in Handarbeiten kabeunterweisen lasten. Hier war es, wo em schwedischer Dragoner Mariha heira-tkere. Allein er mußte einige Tage nachher inS Feld, und bald daraus nahmendie Rüsten 1702 das Schloß Marienburg ein. Mariha gericth als Gefangene indie Hände des Generals Scheremeijest, der sie an Menzikoff überließ. Bei die-sem sah sie Peter der Große und nahm sie zu sich. Sie ging zur griechischen Re-ligion über und nahm den Name» Katharina Alexiewna an. 1708 und 1709gebar sie dem Kaiser die Prinzessinnen Anna und Elisabeth, von denen die erste,als verai. Herzogin von Holstein, die Mutter Peters UI., die zweite aber Kaiserinvon Rußland wurde. Als Geliebte und 1713 zur Gemahlin, 1718 zur Kaiserinerklärt und in Moskau gekrönt, gebar Katharina noch 5 Kinder, die aber frühzei-tig starben. Die Rechimäßigkeit der Prinzessinnen Anna und Elisabeth wurde zu-gleich gesetzlich bestimmt. Katharina wußte das Herz des Kaisers durch ihre Ge-fälligkeit, durch die Beharrlichkeit, mit der sie Alles ausführte, und ganz vorzug-lieh durch ihren Verstand zu feste!». Als Peter 1711 in» seinem Heere am Prulhohne Rettung verloren schien, versuchte Katharina, in Gemeinschaft mit Dstermann und Schaffiroff, den Großvesir zu gewinnen; als ihr dieses, mit Aufopfe-rung ihres Schmuckes durch Bestechung seines Vertrauten, gelungen war, ent.deckte sie es dem Kaiser, der Alles genehmigte. Sie erhielt hierauf vielfache Be-weise der Dankbarkeit ihres Gemahls. (Ihre Krönung zur Kaiserin in Moskau ,welche Einige in das Zahr 1718 sehen, hat, nach Weber lind Bergholz, eist1724 stattgefunden.) Peter hielt sie sogar für würdig, seine Nachfolgerin zu wer-den. Aber m den letzten Monaten 1721 mußte sie seine ganze Unzufriedenheitempfinden. Der Kannnerherr Mons, mit dem sie Peter in einer Zusammenkunftgetroffen hatte, wurde enthauptet, unter dem Verwände, daß er sich von denFeinden Rußlands habe bestechen laste», und sie mußte der Hinrichtung beiwoh-nen. Doch ist dies nur eine Anekdote, und der Vorfall mit Mo»S dunkel geblie-ben. Menzikoff, der ihr stets viel '.Anhänglichkeit bezeigt hatte, war schon seiteiniger Zeit in Ungnade gefallen; Peter hatte öftere Anfälle körperlicher Leiden,welche durch fürchterliche Ausbrüche von Unzufriedenheit unterbrochen wurden.Diese Umstände machten Katharinas Lage schrecklich, und der Gedanke an die Zu-kunft mußte für sie um so trauriger sein, da sie, nach einigen voni Kaiser hinge-worfenen Äußerungen, eine Veränderung in der Thronfolge zu ihrem Naelubeilerwarten mußte. Um diesem Unfälle zuvorzukommen, bedurfte sie Menzikoff s,und durch Iaguschinski's Klugheit, der damals Peters Vertrauen genoß, und oensie zu gewinnen wußte, gelang es, den Kaiser mit ihm zu versöhnen. Beide, Kai-serin und Günstling, arbeiteten nun daran, ihr Schicksal auf alle Weife zu befesti-gen, als am 28. Ja». 1725 Peter der Große starb. Katharina, Menzikoff undIaguschinski hielten für nöthig, den Tod des Kaisers so lange geheim zu halte»,bis sie durch zweckmäßige Anstalten die Thronfolge in der Person der Kaiserin fest-gestellt hatten. Theophanes, Erzbischof von Pleskow, beschwor vor dem Volkeund den Truppen, daß ikm Peter auf seinem Todbctke erklärt habe, aialharinaallein sei würdig, ihm in der Regierung zu folgen. Hierauf rief man sie zur Kai-serin und Lelbstherrscherin aller Reuse» aus, »nd der Eid der Treue wurde ihraufs Neue geleistet. Anfangs arbeitete das Eabinet nach den Planen Perers I.fort, und unter MenzikosPs Leitung wurde die StaatSvenvaltung mit ziemlicherGeschicklichkeü geführt. Ällein bald spürte man doch den nachkheiligen Einflut; derGünstlinge, und es schlichen sich in die Verwaltung große Fehler em. Katharinastarb plötzlich am 17. Mai 1727 im 12. I. ihres Lebens.
K a t h a r l n a II., Kaiserin von Rußland , die zweite Schöpferin dieses