Band 
Sechster Band. K bis L.
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Katharina >l.

zeigte große Achtung für die Religion, ließ sich mit Pracht in Moskau krönen,beschäftigte sich mit den Mitteln, Gewerbfleiß und Ackerbau zu befördern und eineSeemacht zu schaffen; sie erließ nützliche Verordnungen für die Rechtspflege undwar für die innere Verwaltung, sowie für die auswärtigen Verhältnisse Rußlands unendlich thätig. Ein Jahr nach ihrer Thronbesteigung zwang sie die Kurländer,ihren neuen Herzog, Karl von Sachsen, abzusetzen, und den dem Adel verhaßtenBiron zurückzurufen. Nach dem Tode Augusts >>>., Königs von Polen , brachtesie es dahin, daß Stanislaus Poniatowski zu Warschau gekrönt wurde. Aberwährend sie den Polen diesen König aufdrang, nahni in ihrem eignen Reiche dieZahl der Mißvergnügten zu, und in Moskau und Petersburg wurden mehre An.schlüge gegen sie angezettelt. Der junge Iwan belebte die Hoffnungen der Ver-schworenen , und nur sein plötzlicher Tod in der Festung Schlüss Iburg konnte diePlane der Unzufriedenen vernichten. Der Hof der Kaiserin ward seitdem nur durcheinige Intriguen beunruhigt, in denen die Galanterie sich mit der Politik vermengte,und die keinen wettern Zweck hatten, als einen Günstling durch einen andern zuverdrängen. Im Schoße der Vergnügungen unk Lustbarkeiten beschäftigte siebKatharina jedoch mit der Verbesserung der Gesetzgebung. Abgeordnete aus allenProvinzen versammelten sich in Moskau ; die Kaiserin selbst hatte für sie Ver:haltungsregeln aufgesetzt, welche man in den ersten Sitzungen verlas. So ver-schiedene Völker jedoch konnten weder sich verstehen noch einerlei Gesetzen unter-worfen werden. Mau hatte in den ersten Sitzungen die Freilassung der Bauernzur Sprache gebracht. Dieser einzige Vorschlag konnte das Zeichen zu einer blu-tigen Revolution geben. Katharina, die den Berathschlagungen beiwohnte, be-rief die Versammlung, welche ihr den Namen einer Mutter des Vaterlandes bei-legte, nicht wieder; sie löste sich daher durch Weggehen und Aussterben ihrer Mit-glieder am Ende von selbst auf. Um diese Zeit bildete Frankreich eine Partei gegenRußland in Polen ; allein diese Versuche diente» nur dazu, Katharinas Entwürfezu beschleunigen. Gleichen Erfolg Hütte der Krieg, zu welchem man die Pfortebewog. Die Türken wurden geschlagen. Die russische Flagge wehte siegreichaus den griechischen Meeren; und an den Ufern der Newa faßte man den roman-haften Plan, die Republiken von Sparta und Athen ins Leben zurückzurufen, umsie der ottomanischen Pforte entgegenzustellen. Nachdem sie jedoch, durch das Einrücken östreich. Truppen in Polen veranlasst, hier sich zu vergrößern beschlossen, unddeßhalb mir den Höfe» von Berlin und Wien , 1112, einen TheilungSvernag ge-schlossen hatte, durch den sie in Polen die Gouvernements von Polotzk und Mobi-low erwarb, sowie den ausschließlichen Einfluß auf Polen durch die übernommeneGarantie der polnischen Verfassung sich sicherte, so gab sie in dem Frieden nur derPforte zu Kainardschi, 1114, alle Eroberungen, bis auf Asow, Tagamog undKinburn, zurück, ließ sich aber die freie Schifffahrt auf dem schwarzen Meere unddie Unabhängigkeit der Krim zusichern. Durch diese scheinbare Unabhängigkeilwurde die Krim in der That abhängig von Katharina. >Lo Vortheilhaft dieserFriede war, so gelegen kam er für Rußland . Denn im dritten Jahre des Kriegeswaren Moskau und mehre andre Städte von der Pest verwüstet worden, lind fastum dieselbe Zeit hatte ein Abenteurer, Pugatschcff, der den Namen Peter I I I. an-nabm, mehre Provinzen des östlichen Rußlands in Aufstand gebracht. Einen un-beschränkten Einfluß aus die Kaiserin üble damals Potemkin aus. Er vollendete1181 die Unterwerfung der Krim , welche ihren alten Namen Taurien wieder er-hielt, und erweiterte die Grenzen Rußlands bis an den Kaukasus . Katharinabereiste hierauf die von Pugatscheff in Aufruhr gebrachten Provinzen; sie besebifftedie Wolga und später den Borvsthenes, woran sie um so mehr Vergnügen fand,als es nicht ohne Gefahr geschah. Auch Taurien wünschte sie kennen zu lernen.Potemkin machte aus dieser Reise 1181 einen langen Triumphzug. Auf einem