Band 
Sechster Band. K bis L.
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105
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Katharina Pawlowna Katheten 105

ten. Wirklich erlangte sie, was sie wünschte; die Gelehrten Europas zählten siezu den größten Regenten, und zum Theil verdiente sie die ihr gemachten Lobsprüche.Sie begünstigte den Handel, verbesserte die Gesetzgebung, legte Städte. Canäle,Hospitäler, Erziehungsanstalten an. Pallas u. A. reisten auf ihre Kosten. Wiewollte den Mißbräuchen in der Staatsverwaltung, in der Rechtspflege, >n der Er-hebung der Abgaben ein Ende machen, aber sie begann, ohne zu enden. DieCivilisation machte nur geringe Fortschritte; denn ihre Vorliebe, das Volk aufzu-klären, verlor sich, als sie glaubte, die franz. Revolution sei aus der Dolksauf-klärung hervorgegangen. Gesetzgebung, Colonien, Lehranstalten, Manufaktu-ren, Hospitäler, Canäle, Städte, Festungen: Alles ward angefangen, aberVieles, ehe es zu Stande gekommen, mußte aufgegeben werden, weil es oft anGeld fehlte. Papier war nicht in Umlauf. — Auch hat diese geistvolle Fraumehre Kleinigkeiten, Briefe und Aufsähe in franz. und rusi. Sprache hinterlassen.K.'s ll. Bildsäule von weißem Marmor in Lebensgröße, sitzend, hat Pros. Gökhein Stockholm 1826 vollendet. Das russische Hofleben zu K.'s II. Zeit lernt manaus Krapomisky's Tagebuch kennen (Petersb. l 82k). KrapomiSky war 10 Jahrehindurch ihr geh. Secretair. Unter niehren Lebensbeschreibungen nennen wir bloßTook's „l.lr,' <»> 0:>tl>uri„-> II." (3 Bde.) und Caflera'ö „llist. ckv (chtl>!>-r>»e I I." (3 Bde.).

Katharina Pawlowna , Königin von Würtemberg, Großfürstinvon Rußland , geb. 21. Mai 1788, jüngere Schwester des Kaiseiv Alexander undWitwe des Prinzen Georg von Holstein-Dldenburg, welcher sich mit ihr, die einemDermählungsantrage Napoleons dadurch auswich, 1809 vermählt hatte und den27.Dec. 1812 i» Rußland gestorben war. Von ihr leben zwei, 1810 und 1812 geb.Söhne. Gleich ausgezeichnet durch Körperschönheit und Geistesgröße und einebeinahe männliche Besonnenheit und Entschlossenheit, hing sie mit der wärmstenLiebe an ihrem Bruder Alexander und war seit 1812 in den Feldzügen in Deutsch-land und Frankreich, zu London und Wien häufig seine Gefährtin, und gewiß vonbedeutendem Einfluß auf manche seiner Entschlüffe. Sie vorzüglich war es, wieman behauptet, welche 1814 die Vermählung des Prinzen von Dramen mit ihrerund Alexanders jünger» Schwester einleitete. Schon 1813 hatte sie der Kron-prinz Wilhelm von Würtemberg in Deutschland kennen gelernt und sie 1814 inParis wieder gesehen. Seine Wünsche wurden erfüllt; er vermählte sich mit ihrden 24. Jan. 1816 zu Petersburg , und bestieg, nach dem Tode seines Vaters, imDct. 1816 mit ihr den Königsthron von Würtemberg. Als Landesmutler hat siesich in dem Hungerjahre 1816 sehr wohlthätig bewiesen. Sie bildete die durchsganze Land verbreiteten Frauenvercine und den landwirthschaftlichen Verein; siesuchte aufVolkserztehung einzuwirken, und stiftete eine musterhafte Arme-Kinder-Beschäftigungs-- und Bildungsanstalt, eine Töchterschule für die gebildeten Ständeund, nach dem Muster der englischen lu.ul^. für die untern Volksclassen

Sparbanken. Überhaupt griff sie, auch oft wol willkürlich, in den kleinen innernHaushalt des Staats ein, wobei sie vorzüglich Englands Einrichtungen nachzu-ahmen suchte. Für die schönen Künste zeigte sie wenig Empfänglichkeit. Sie starbden 9. Jan. 1819 und hinterließ ihrem Gemahl 2 Töchter.

Kathedrale (von Kathedra , Lehrstuhl), diejenige Kirche, welche der Sitzeines Erzbischofs oder Bischofs ist und daher als Hauplkirche des WprengelSbetrachtet wird. Da gewöhnlich Domstifter damit verbunden sind, so werden sieauch Domkirchen (s. t.) genannt.

Katheten, die beiden Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks, die denrechten Winkel einschließen, jede an sich kleiner als die dritte Seite, oder die Hvpo-thenuse, zusammen aber größer als diese. Der merkwürdige Lehrsatz, daß ihreQuadrate, zusammengenommen, dem Quadrate der Hypothenuse gleich sind, ist