Katholische Majestät Kalte 125
in seinem Begriffe liegt, noch von den Bürgern ihm abgetreten worden ist, anma-ßend zugeschrieben worden, ist außer allem Zweifel. Nur die Gewalt, nicht dadRecbt, würde ein solches System halten können. — Man hak endlich auch von eb-nem andern Verhältniß zwischen der katholischen Kirche und dem Staate, nämlichvon emer innern Servilität des Katholicismus geredet, der da mit den T hronen sichverbünde, um der Völker Freiheiten zu stürzen. Man bat geglaubt, gerade in dieserHinsicht dem Protestantismus eine große Lobrede halten zu können. Nichts kannunrichtiger und geschichtswidriger sein. Der Katholicismus hat zwar immer dasBestehende, die Legitimität, ehren gelebt t, insoweit stehen Thron und Altar in se-gensreichen! Bunde; allein so wenig die Freiheiten der Völker mit der echten Legi-timität im Widersprüche stehen, ebenso wenig haßt die Kirche die Freiheilen. ImGegentheil weist es die Geschichte des Mittelalte, S am klarsten nach, daß unter demSchatten der Kirche die größten Volksfreiheiten geblüht haben. Hatten ja dochgerade die christlichen Staaten die liberalsten Verfassungen. Man braucht alsonicht einmal darauf aufmerksam zu machen, daß die Revolutionen von Corsica,Brabant, Frankreich, Spanien, Neapel, Portugal, Piemont in katholischen Län-dern ausgebrochen sind, woraus also — ohne daß diese Revolutionen vertheidigtwerden sollen— doch wenigstens so viel folgt, daß der Katholicismus die Völkerfür liberale Gesinnungen nicht unempfänglich macht. v. e. K.
K a t h o l i sch e M a j e st ä t, ein Titel, den Papst Alexander ^ I. denKönigen von Spanien beigelegt hat, zum Andenken der 1491 durch Ferdinand vonAragonien vollendeten Vertreibung der Mauren aus Spanien . Doch hatten schonfrüher, und zwar seit der koledischen Kirchenversammlung 589, verschiedene spani-sche Könige diesen Titel geführt.
Katoptrikist die Lehre von dem Lichte, das von Spiegelflächen abprallt.(S. Spiegel.) S. Barrow's „l.cotir,,,. »>>tieue", Lond . 1674, 4.; „Vollst.Lehrbegr. der Optik", nach d. Engl. des Smith, von Kastrier, Alkenb. 1766, 4.,wo die analytische Katoptrik S. 81—98 erschöpfend vorgetragen wird.
K a t t, s. Friedrich II. , König von Preußen.
Katte (Friedrich Karl v.), k. preuß. Major, aus dem Hause Zollchow imMagdeburgischen, geb. 1772, trat, 14 I. alt, in preuß. Kriegsdienste, zog 1787mit zu Felde nach Holland, dann gegen Frankreich von 1792 — 95, und standhierauf bei den Truppen der DemarcarionSlinie, bis er nach Stendal in Garnison kam. Ausgezeichnete Geistesanlagen und die Liebe für seine Mutter erhoben ihnüber das Alltägliche. Aus Mangel an Gelegenheit ward er sein eigner Lehrer.Auch malte er Pferde und Personen, besonders in Caricaiur. Seine 1820 heraus-gegebene Zeichnung eines Pferdes, an welchem 50 Krankheiten erkennbar waren,erhielt Beifall. Im Nov. 1806 brachte ihn der Tag von Lübeck in franz. Ge-fangenschaft; erwürbe in Stendal , seinem Wohnort, Unterthan des Königs vonWestfalen. Darauf verlor er eine bedeutende Besitzung; allein der deutsche Bie-dermann und treue Diener seines Königs füblte einzig das Unglück seines Vater-landes und dachte auf dessen Befreiung. Da soderte ihn im Herbst 1808 einBekannter zur Ausführung des geheimen Planes auf, im nördlichen Deutschland einen Aufstand zu bewirken, wenn der Krieg zwischen Frankreich und Östreich aus-brechen sollte. K. — höhere Genehmigung voraussetzend — ging in diesen Planein; geliebt und geachtet wie er war, gewann er bald das Vertrauen aller Gleich-gesinnten, auch in den untern Classen. Sein Waffengefährte, Eugen von Hirsch-feld, wirkte im Halberstädtischen und Thüringen , während K. im Magdeburgi-schen und der Altmark thätig war. Es gelang ihnen, sich den Plan von Magde-burg , die Schlüssel zum Krekenrhore, zur Thurmfchanze und zu einigen Ausfällenzu verschaffen. Bürger in Magdeburg , welche die Wachen bezogen, selbst Offi-ciere und mehr als 1000 Mann von der ehemaligen preuß. Garnison harrten nur