Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kaunih

dem Manne keine andre Beschäftigung als Krieg und Räuberei, um die Bedürftnisse seines Hauses herbeizuschaffen. Zeder benachbarte Fürst kann ihren Beistanderkaufen, wenn er außer dein nöthigen Proviant für jeden Mann noch 10 bis 12Rubel Silber zahlt. L7ie unternehmen gern einzelne Sireifzüge, machen den Feindsicher und überfallen ihn »»vermuthet. Dabei zeigen sie im Unglück die Helden-wüthigste Tapferkeit. Wie im ganzen Kaukasus , so herrscht auch bei ihnen dieGastfreundschaft und Blutrache. Kein Fremder kann in ihrem Lande reisen, ohneeinen Gastfreund oder Kunak zum Begleiter zu haben. Von diesem eingeführt,wird er überall freundschaftlich aufgenommen und bewirthet. Als die Russen 1828türk. Armenien und die Festung Akhalzich eroberten, unterwarfen sich mehre kaukas.Völker, darunter auch die Lesghier, dem russ. Scepter.

Alle Länder, welche auf und an dem Kaukasus liegen, heißen die kaukasi-schen Länder (zusammen 5418 (UM., 1,613,500 Einw.); sie gehören seitdem 1813 zwischen Rußland und Persien geschlossenen Frieden zum russischenReiche, ohne jedoch ihm völlig unterworfen zu sein; denn nur ein kleiner Theil,die georgischen Länder, haben eine geordnete, meist militairische Verwaltung. Esgibt gegenwärtig 6 Kaukasusproviuzen: 1) Die Provinz TifiiS, oderGrusien,auch russisch Georgien, 832 IüM. mit 590,000 Einw. und der Hauptst. TifliS (s. d.). 2) Im trete, russ. Meine,üen, 645 LlM. und 210,000 Einw., mitder Hauptst. Kotatis. 3) Tscherkessien, nur Schlitzprovinz, 1535 UlM. ,550,000 Einw. Hier liegen die russ. militair. Terekstraße (gegen die räuberi-schen Einfälle der unabhängigen Stammfursten des Gebirges), die große unddie kleine Kabarda, Besgklstan ic. 4) Daghestan , d. i. Gebirgsland, amkaspifchen Meere, 481 OM., 184,000 Einw. mit Derbent. 5) Schirwan,445 OM.. 133,000 Einw., mit Baku , dem besten Hafen am kaspifchen Meere.Die Gegend wird wegen ihrer blumenreichen Fluren das Rosenparadies genannt.I» der Nähe sind Naphthaguellen, zu denen die Parsen (Gebern), selbst aus In-dien pilgern. Auch liegt hier der Feuertenipel, in welchem das ewige Feuer brennt.Jenseits desTerek liegt 6) an der Nordseite des Kaukasus die Provinz Kaukasien(vor 1822 das Gouvernement GeorgiewSk), 1585 OM. mit 146,500 Einw.,darunter 21,000 Russen, 48,000 Colonisten. Hier sind 22 Festungen (;. B.GeorgiewSk, KiSlär, Handelsst. mit 9000 Einw./Alexandrowsk ic.) längstemKuban, der Kama und dem Terek, zum Schuh gegen die wilden Völker des Kau-kasus bestimmt. Seit 1825 ist Stäwropol die Hauptst. dieser Provinz. DenHandel betreiben meistens Armenier. Hier liegt auch die schottische Missions-anstalt Karas, gegründet 1803 und erweitert durch Herrnhuter aus Sarepta, mitLchulen und einer Buchdruckerei. S. Gamba'S „Vor. üuiis I-, 11u.-i.-iie möriclion.el piii ticnli, i einent <4»n8 le-i prov. kütuecr an-elela >ln Onieasei ilepuis

1820 — 24" (Paris 1826, 2 Bde. u. Atlas), und Iul.v. Klaproch's „l ableauI>>8lur., -fto^r., etlinn^r. et pnlit. clu llsuease ct clcs j>ruv. li»>ili. cnlre lakusrie et la l'erse" (PariS 1828).

Kaunih (Wenzel Anton , des heil. R. R. Fürst v.), Graf zu Riktberg,Ritter des goldenen Vließes, des heil. Stephanöordens Großkreuz, k. k. StaatS-und Conferenzminister, Geh. Hof-und Staatskanzler, aus einem altgräfl. Hause,dessen Stammhaus die Herrschaft Kaunih in Mähren, 2 Meilen von Brünn , ist.Sein Großvater, Andreas Dominik, Graf v. Kaunih, Ritter deSgold.Dließesw.,geb. zu Wien 1655, war k. k. erster Botschafter bei der Friedensversanimlung zuRyswick und starb 1105. Der Sohn desselben, Maxim. Ulrich, geb. 1619, k. k.Kämmerer, Geh.-Rath, Ritter des gold. Vließes, Gesandter am röm. Hofe undan einigen Kreisen des deutschen Reichs, endlich Landeshauptmann in Mähren undReichshofrath, starb den 10. Sept. 1146. Durch die Heirath mit einer geb. Erb-gräfin von Ostftiesland und Rietberg brachte er die Grafschaft gl. Nam. an die

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