KauriS
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«ach dem Rechte der Erstgeburt iu den Reichsfürstenstand erhoben. So lange Ma-ria Theresia lebte, war das Vertrauen dieser Monarch,» zu K. unbegrenzt. Alsaber Kaiser Joseph allein regierte, ehrte er zwar den Minister mit allen äußerlichenZeichen der Achtung, befolgte jedoch nicht immer dessen Rathschläge. Die miß-,lungenen Bei suche, die Scheide zu eröffnen und Daiern einzutauschen, sowie der un-glückliche Krieg mit den Türken, waren davon die Folgen. Noch schwächer wardK.'üEinfluß unter Leopolds >l. Regierung. Das hohe Alter und die Abnahme seinerKräfte bewogen ihn endlich, beim Antritte der Regierung Franz I I. die Würde alsHof- und StaatSkanzler niederzulegen. K. halte einen ausgebildeten Verstand.Seine Beurtheilung war langsam, aber desto reifer, und daher srine endliche Ent-scheidung säst innucr richtig. Voltaire war sein Lieblingsschriftsteller, und Rous-seau , der einige Wochen lang sein Privatsecretair in Paris gewesen war, wurdesehr von ihm geschätzt. Die dramatische Literatur der Franzosen liebte er leiden-schaftlich; weniger kannte er die deutsche Literatur, obgleich er derselben, nachdemWielaiit aufgetreten war, viel Aufmerksamkeit schenkte. Der deutschen Sprachewar er kundig; in der französischen lehre er. Er sprach auch italienisch; das La-teinische las und verstand er; in seiner Jugend war ihm die englische Sprache nichtfremd gewesen. Die große Encyklopädie wurde fleißig von ihm gebraucht, umdaraus für seine gesellschaftlichen Unterhaltungen Stoff zu holen und um einen Fa-den zu haben, dem er seine lind seiner Freunde Ideen anreihe» konnte. Erschufin der Lombardei und in den Niederlande » Akademien. Fremde Gelehrte fandenbei ibm Zutritt. Er brachte den verdienstvollen Geschichtschreiber der Deutschen ,den würzburgischcn Hofrath Schmidt, nach Wien . Noch entschiedener war seineNeigung für die Kunst und für die Künstler von feiner Lebensart. Die vortrefflicheingerichtete Kunstschule zu Wien ist fast ganz seine Schöpfung. Er trug vieldazu bei. dali der Kupferstecher Schmutzet'durch Wille in Paris gebildet und nachsenier Zuiückkunft der Stifter und Director einer Lehrschule der Kupsersteckerkunstwurde, aus welcher so viele schätzbare Künstler hervorgegangen sind. Mit Mechelaus Basel, der zu Wien die Bildergalerie ordnete, besonders aber mit dem Histo-rienmaler Casanova , lebte K., bei ihrem Aufenthalte in Wien , in einem tägli-chen, fast vertrauten Umgänge. K. war in seinen jungen fahren ein schöner Manngewesen, und hatte eine von jenen Physiognomien, die Ehrfurcht einstoßen. Manhat ihn einer weiter getriebenen Putzliebe beschuldigt, als einem Manne geziemenmöchte, blnter seinen moralischen Eigenschaften rühmt man von ihm Treue undRedlichkeit. Vornehm lind trocken war er oft gegen Fremde von s. Stande, dagegengütig und herablassend gegen Niedere, ernst aber gegen Alle, und immer, besonders inAnwandlungen von Unmutk, kurz und derb. Es erinnert sich Niemand, ihn, beson-ders in s. spätern Zeit, lachen gesehen zu haben. Nie hat wol ein Minister an irgendeinem Hofe ein größeres Vertrauen auf längere Zeit genossen, alsK. an dem seinigen.DiesVei'lrauen waraufdie vollkommenst Überzeugung von s. Rechtschaffenheit undseinen Einsichten gegründet. Unter Iof-phs l l. Regierung kam er nicht mehr nachHofe, sondern der Kaiser ging, wenn er ihn sprechen wollte, zu ihm, und dies gescbah sehr oft. An den kirchlichen Reformen Josephs nahm K. den thätigste» An-theil. Zu Rom war man sogar überzeugt, daß sie alle von ihm allein ausgingen;deßwegen wurde er in der Miinsterialcorrcspondenz nie anders als il „»>>>.-. 1 ,» eii--ti, n (der ketzerische Milnsier) genannt. Als der Papst in Wien war, reichte er demFürsten , aus einem Übermaße von Politik, nickt den Rucken der Hand, sondern dasInnere derselben zum Küssen dar, welches ehemals für die größte Gnadenbezei-gung galt. Der Fürst aber that, als ob er nichts von dieser Etiguetle verstände,und drückte die ihm von dem Papste dargebotene Hand nach altdeutscher Sitte.Er starb M.Iunl 1 stS4 an Entkräftung, mit dem Nachrühme eines viclerfahrenen,um Ostreich hochverdienten Ministers und dem noch schönern eines edeln Menschen.
Kauris (Lcvvrv-rliell<>), Kaurimuscheln. Mtischelmünze (vgl. Geld