Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kauscher Kcan

und Rralmünze), eine Art kleiner, nur in den indischen Meeren einheimischerMuscheln, die zu den Porzellanschnecken gehören, wegen ihrer Gestalt auch Brust-harnisch , Otternköpfchen ic. genannt, die t,»->>-!, des Linnä. Sie haben

eine einfache, eiförmige, glatte Schale, sind oben glänzend weiß oder strohgelb,am Bauche weiß und inwendig blau, werden höchstens Zoll groß und sind aus bei-den Seiten der Mundöffnung gesäumt und gezahnt. Man sischt sie jährlich 2 Mal>m bengalischen Meerbusen, an der nialabarischen Küste, i» besonders großerMenge aber bei den maledivischen Inseln, und bedient sich ihrer in ganz Ostindien,vorzüglich in Bengalen, auch im afrikanische» Handel, statt des Geldes (hauptsäch-lich wol nur stall der Scheidemünze). Der Absatz derselben ist so groß, daß, un-geachtet des geringen Einkaufspreises (1780 bezahlte man das Pfund mit 1 Gro-schen) jährlich für ungefähr 200,000 Thlr. nach Bengalen geschickt werden.

Kauf cher (Koscher) heißt bei den Juden, was rein und ihnen nach ihremGesetze zu genießen oder zu gebrauchen erlaubt ist. — Kauscherwein, der zumGebrauche der Juden gekoscherte und deßhalb versiegelte Wein.

Kausticität, s. Ätzkraft. K austik, s. Ätzkunst.

Kaustisch, ätzend, büßend, auch sigürlich vom Witz.

Kaviar (><M,, i, Störrogen) wird in Rußland aus dem Rogen der Störe,der Hausen, der Belugas , der Sterleten u. a. m. gemacht. Man streift nämlichden Rogen von der daran klebende» Haut ab, salzt ihn ein und thut nach 8 TagenPfeffer und kleingeschnittene Zwiebeln hinzu. So eingemacht, wird er getrocknetund als eine delikate Speise auf gerösteter <2em»iel oder Butterschnitten genossen.Der beste Kaviar ist der krmiische (taurische), von welchem ausKertsch und Ieni-kale jährlich auf 1500 Tönnchen in die Moldau- und die Donaugegenden aus-geführt werden.

Kea n (Edmund), ein berükmterengl. Schauspieler, geb. in London d.l.Nov.1787. Sein Vater, ein armer Schneider, brachte ihn sehr früh als Figuranten inden Pantomimen auf dein Drui vlanetheater an, wo er aber unter der Aufsicht de«Positurmeisters seine Glieder durch so gewaltsame Dehnungen gelenkig machenmußte, daß er etwas ungestaltet wurde. Räch 5 Jahren vertrieb ei» unglücklicherZufall den Knaben von der Bühne. Die Mutter schickte ihn nun in eine Winkel-schule; aber Ordnung und Gehorsam waren seine Sache nicht. Er verdung sich aufein nach Madeira segelndes Echiff als Kajütenjunge. Auch hier gefiel es ihm nicht,und er dachte auf eine List, die ihn frei machte. Er stellte sich in Madeira taub underlog dies Gebrechen so glücklich, daß ihn der Capital» zurückschickte. In London wars. Mutter nicht zu erfragen; aber s. gewesene Amme empfahl ihn an Miß Tidswell,eine Lchauspieleri» des Drurylaneiheaters. K. ging zu Saunder's Truppe und er-schien zum ersten Mal als Affe, wozu ihn s. Gliedergeschmeidigkeit ganz eignete, aufdem berücbtigten Bariholomäus- (Pöbel- Jahrmärkte in London . Dann kam erzu einem Vorstadttheater, wo er Rolla'S Anrede an die Peruaner mit Beifall sprach.Jetzt sing er an dramatische -Lchrifken zu lesen. Seine Gönnen», Mis Tidswell,empfahl ihn an eine Schauspielergesellschaft in Porkshire, wo er u. d. 9). Carey er-schien. Obwol erst 13 I.alt, wußte er doch den Hamlet, Lord Hastings und Ad-dison'S Cato so zu spielen, daß die Leute in der Provinz zufrieden waren. In Wind-sor sprach er vor der königl. Familie mit Beifall SatansAnrede an dieSonne ausMilton, und den ersten Monolog in Shakspeare's „Richard III." Um diese Zeitwar er so glücklich, dem I). Drury zu gefallen, welcher ihn auf die Schule i» Etonschickte, wo er mit einigen latein. Schriftstellern bekannt wurde. Allein der anvöllige Ungebundenheit gewöhnte Jüngling blieb nur 3 Jahre in dieser Schule.Er nahm wieder den Namen Carey an und wanderte von nun an von Bühne zuBühne. Als er in Guernsey den Hamlet spielte, behandelte ihn eine dortige Zei-tung sehr schnöde; als er darauf im Richard erschien, zischte man. K. sah dies ei-nige Zeit ruhig mit an, richtete aber eine Stelle in seiner Rolle, wo es heißt: „Ihr