Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
141
JPEG-Download
 

Kempis Kent 141

hier die Einwohner zum Abfall zu bewegen. Später bemühte sich K., den ausEngland zurückgekehrten Prinzen von Onanien zur Einführung emer anticonstitu-tionellen Regierunggsori» zu bereden, was jedoch der edle Fürst nicht that, son-dern sinnen neuen Königsthron auf eine die Rechte des Volks ehrende Verfassunggründete. K. nabm Tkeil an der Abfassung des Grundgesetzes der Königreichsund verwaltete hierauf in Leyden sein früheres Lehramt. Nachdem die Universitätneu organisirt worden war, trat er als Abgeordneter der Provinz Holland in diezweite Deputirtenkammer (1811), wo er an dem Entwürfe des bürgerlichen Ge-setzbuches Theil nahm, übrigens aber sich fast nur durch Vorschläge und Abstini-inungen im Suine der Ultras, z. B. bei Verwerfung der Anklagefähigkeit der Mi-nister, beincrklich machte. — Von s. zum Theil sehr scharfsinnigen Schriften er-wähnen wir s. von der Teyler'schen Gesellschaft zu Harlem gekrönte Preirschrift:„Versuch über den Einfluß der politischen Begebenheiten und religiösen Meinungender letzten 25 Jahre auf die religiösen und moralischen Fortschritte der Völker Eu-ropas". Diese im Ganzen sehr geistreich abgefaßte und nur im Betreff Napoleons und der franz. Revolution etwas einseitige Schrift ist auch «ns Deutsche übersetztworden. K. starb den 20. Juli 1821. 12.

Kempis (Thomas a), s. Thomas a Kempis .

Kenilworth. Lustschloß des Lord Leieester, der hier die Königin Elisa-beth 1516 vierzehn Tage lang bewirthete. Walter Scott's Roman „siemsiv,,, n,"(Edinburg 1821) hat diese Scenen und die der Jungfrau-Königin gegebenen Festemeisterhaft geschildert.

Kennicot (Benjamin), kl.und Pros. derTheologiezuOrfoid, geb.11I8zu Toitneß in Devonshire, wo sein Vater ein arnier Schuhmacher und zugleichKüster war, hat sich durch seine weitläufige und kostbare Sammlung von Lesartenaus 253 Handschriften und 12 gedruckten Ausgaben der hebräischen Bibel, unddurch den Abdruck derselben unter deni hebr. Texte verdient gemacht. Dieses Werkführt den Titel: „ä et. '»5t. sieln , c»n> v-iiift Ieolionisi»5" (2 Bde., Oxford 1116 — 80, Fol.). Dem 2. Bande ist eine „l)i55. zeuei. in V. 1. sieln." vorge-druckt, welche Bruns (Braunschro. 1183) besonders berauSgeg. und mit Anmerk.versehen hat. K. war bei dieser mühsame» und kostspieligen Unternehmung durcheine Unterzeichnung von mehren tausend Ps. St. unterstützt und somit in denStand gesetzt worden, mehre Gelehrte, unter Andern Bruns, nach Lpanien, Ita-lien, Deutschland u. s. w. zu schicken, welche Handschriften und Ausgaben verglei-chen sollten. Allein im Ganzen hat man der Schreibfehler viele, der brauchbarenLesarten hingegen sehr wenige in dem Werke selbst gefunden. Auch fehlteK. tkeilsselbst im Plane, theils war er weder mit den morgenländischen Sprachen noch mitden echte» Grundsätzen der Kritik vertraut genug. Nach seinem Tode erschienen vonihm: „Ilemar» o>> üelcct >>»55n^e5 in tsie Ol>1 »5t. l>> -vsiicsi .ne .i<sisi<1ei^-sil 5l-r»in>>5", Oxford 1181 (Bemerkungen über einige auSerkvahlte Stellendes alten Testam., nebst 8 Predigten). Er starb 1183.

Kent (William), aus Porkshire, der Vater der britischen Gartenkunst.Sein Hauptstudtum war die Malerei. Lord Burlington bemerkte zu Rom seineAnlagen für die Gartenverschönerungen und veranlaßte ihn, zur Baukunst überzu-gehen. Kent nahm wahr, daß die Natur die Symmetrie nur in kleinen Körpernliebe, nicht aber in der Oberfläche des Bodens, und daß in ihren großen WerkenMannigfaltigkeit und Ordnung vorwalteten. Nur zur Abwechselung wähle sie diegebogene Linie, gebe aber den Gewässern einen schlangelnde» Lauf, bepflanze dieAnhöhen, ohne sie zu ebnen, verschönere natürliches Gebüsch, obne solches zu zer-stören, lasse auf reichem Boden eine Fülle von Vegetation entstehen und öffne demAuge reizende Aussichten ; hieraus folgerte er, daß man einen anmuthigen Hainmit Gebäuden veredeln müsse. Enthusiastisch nahmen die Briten die Zeichnungen