Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kepkcr

von K.'s Anlagen auf. Auch Pope's schöne Anlagen zu Twickenham leiteten denGartenkünstler K. zu noch größern Ideen, die lange in England für den Gartenstylals Vorschrift galten. K. starb 1148, 6t I. alt.

Keplc r (Johann), Mathematiker und Astronom, dem die Astronomieeinen großen Theil ihrer jetzigen Ausbildung verdankt, war 1511 zu Weil, ehemal.Reichsstadt im Würtenib.rgischen, gebore», und stammte aus einem adeligen Ge-schlechte. Anmttb und das immer wandelbare Schicksal seniesVaterS (eines Gast-wirths) war der Grund der Vernachlässigung seiner Erziehung und der trüben Tageseiner Jugend. Dennoch brachte er es in seinem 18. Jahre dahin, daß er nachs. Vaters Tode die Klosterschule Maulbrunn verlassen und die Universität Tübingen beziehen konnte. Hier studirte er nach dem damals vorgeschriebenen Gange zuerstPhilosophie und Mathematik, und dann Theologie. Nebenbei folgte er seiner Lieb-lingsneigung zur Astronomie, in welcher Wissenschaft ihn damals insbesondere dieUntersuchung der physikalischen Gründe der Bewegung derWeltkörper beschäftigte.Don Tübingen wurde er (1593) als Professor der Mathematik und Moral nachGrätz in Steicrmark berufen, wo er seine astronomischen Untersuchungen fortsetzte.Der Gewissensfreiheit wegen flüchtete er nach Ungarn , kehrte aber nach einiger Zeitwieder zurück. Unterdessen war der Astronom Tvcho te Brahe nach Deutschland gekommen, dessen Bekanntschaft aufK.'S Schicksal einen wichtigen Einfluß hatte.K. entschloß sich nämlich, sein Amt zu verlassen und zu Prag mit Tvcho die nach demdamals regierenden Kaiser Rudolf sogenannten riidolftnischen Tafeln zu verferti-gen, welche er jedoch erst 1626 zu Ulm drucken ließ, und welche Lalande („4>.l> .", I,S. 494) ein „»uvrago. o;;ent!cl" nennt, „et >1111 s„t Ik sonilexieiit >Ic tun; leiicaleulx ,Ie Utionnmio penclant »u «ieulc". Durch Tychv'S Empfehlung warder nun zwar hier angestellt; allein da ihn sein Amt und seine Wissenschaft nichthinlänglich nährten, so studirte er noch Medicin, um von der Praxis leben zu kön-nen. Der Kaiser hakte ihm ein Iahrgeld bestimmt, allein in den bedrängten Zeiten,welche den dreißigjäkr. Krieg vorbereiteten, blieb dieses immer aus. Selbst da erdurch Rudolfs Nachfolger Matthias als kaiserl. Mathematicus bestätigt war, wurdeseine Hoffnung, das Rückständige zu erhalten, getäuscht. Streitigkeiten mit denGeistlichen, sowie überhauptdie damaligen Unruhen in den östr. Landen, hatten sehrnachtheiligen Einfluß auf seine Lage. Er verließ Linz, begab sich nach Regensburg ,schlug einen Ruf nach England aus, wurde auch vom nachfolgenden Kaiser Ferdi-nand II. zum kaiserl. Mathematiker bestätigt und ging darauf nach Ulm , um da-selbst seine rudolfinischen Tafeln drucken zu lassen. 1621 kam er nach Prag zurückund erhielt vom Kaiser 6000 Gulden. Endlich bekam er aus Befehl des HerzogsAlbert v. Wollenstem, damals Herzogs von Mecklenburg, eine Professur zu Rostock ,erhielt aber die versprochene Besoldung nicht. Er reiste deßhalb nach Regensburg ,wo er aber 1630 starb. K. war klein, hager und schwach von Körper, kurz vonGesicht, nicht selten munter und scherzhaft; mit der innigsten Liebe hing er an sei-ner Wissenschaft, mit Feuereifer suchte er die Wahrheit, vergaß aber darüber dieRegeln der Weltklugheit; auch war ihm eine gewisse Geheinmißsucht, die sich na-mentlich in den astrologischen Träumereien offenbarte, denen er sich nur zu häufighingab, eigen. Sein Schicksal hatte ihm die Freuden des Lebens sparsam zuge-messen, aber er ertrug alle Widerwärtigkeiten mit Standhaftigkeit. „Kepler ",sagt Lalande am a. O., „ist in der Astronomie ebenso berühmt durch die unendlichscharfsinnige Anwendung, die er von Tycho's vielen Beobachtungen (denn er selbstwar nicht Beobachter) machte, als der dänische Astronom durch die Sammlungso zahlloser Materialien". Die von K. aus jenen Beobachtungen abgeleiteten Ge-setze des Planetenlaufes sind in der Sternkunde unter dem Namen der drei Kepler'-schen Regeln (re»n!ae Kepl«, i) bekannt, und sie sind es, auf wklchesich Newton'gnachherige Entdeckungen nebst der ganzen neuern Theorie der Planeten gründen.