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Kepler's Gesetze u. Problem Keratry
Da« erste dieser Gesetze ist, daß sich die Planeten nicht, wie noch Kopernicus an:genommen halte, in Kreisen, sondern in Ellipsen um die in einem Brennpunktederselben liegende Sonne ben>egen. K. verdankt diese Entdeckung den Beobachtun-gen, welche Tvcbv über den Laus des Planeten Mars , dessen bedeutende Excentri-cität sich ganz besonders zu dieser Bestimmung eigne», angestellt hatte, und welcheer einer unbeschreiblich mühsame» Analvse unterwarf, über deren Gang man dieastronomischen Werke eines Lalande, Schubert u. s w. vergleichen mag. Daszweite Gesetz besteht darin, daß die aus der-i^onne.nach dem Planeten gedachtegerade Linie (der raiiinx vcole») bei dem Laufe von der Bahnebene in gleichen Zei-ten stets gleich große Sectoren abschneidet; und K. berechnete nach dieser Regelseine Tafeln, indem er sich die ganze Bahnfläche in eine Anzahl solcher Seetorengetheilt dachte und hieraus die denselben zugehörigen Winkel an der Sonne suchte,welche Aufgabe nach ihm das Kepler'fche Problem heißt, und über deren ana-lytische, directe und indirecte Behandlung sich sehr gründlich der'.Aufsatz: „Kepler'sAufgabe", in Klügel'S mathemat. Wörterbuche verbreitet. Das dritte Gesetzendlich lehrt, daß sich bei der Planetenbewegung die O.uadratzahlen der Umlaufs-zeiten wie die Würfel der mittlern Entfernungen von der Sonne verhalten ; undman hat, bei dem Mangel andrer Mittel, daraus z. B. die Entfernung des neuentdeckten Planeten Uranus von der Sonne mit vollkommener Sicherheit geschlos-sen, nachdem man nur einmal wußte, daß seine Unilaufszeit etwas über 82 Zahrebetrügt. — K.'ö unsterbliche Verdienste um die Astronomie sanken bei einer dank-baren Nachwelt gerechte Verehrung. Zu Rege,isburg ward ihm von Karl Theodorvon Dalberg 1808 ei» Denkmal errichtet. Es besteht in einem dorischen Tempel,in welchem K.'s von Doll gearbeitete Büste steht. Ein Verzeichnis von K.'S Schrif-ten gibt Grohmann'S „Biograph. Handwörterbuch", Bd. 5, S. S; die wichtigstederselben aber ist s. „.Ixtronoinia nxv-i. xen ;>l,exixa cn-lextix tiixliw e,>>>>>,>ei>-t.iriix <Ie nixlibiix xlellae äl.-irtix" (Prag 1609, Fol.): ein Werk, welches seinemVers. die Unsterblichkeit sichert und noch jetzt von den Astronomen als classisch be-trachtet wird. K.'S Leben ist beschrieben vor s. „Briefen", die 1118 zu Leipzig inFol. gedruckt erschienen. Wir führen daraus die Grabschrift an, die er selbst ange-geben hatte:
älensur enam coelos, nunc terrae metion umbrss:älens coelexti» erst, corpori» uinbrs jaeet.
Kepler's Gesetze und Problem, s. Kepler .
K c r a t r y (August Hilarion), Publicist, bis 1823 Mitglied derfranz. De-putirtenkammer, als Schriftsteller und Redner durch Geist und edle Freimüthigkeitbekannt, geb. 1169 zu Reimes, stammt von einer adeligen Familie ab. K. studirtetheils zu Quimper , theils in seiner Vaterstadt, wo tamals(1181—88)dernach-herige General Moreau , mit welchem er in genaue Bekanntschaft kam, Lehrer ander Rechksschule war. Als die constituircnde Versammlung 1189 in Paris ihreSitzung hielt, erließ K-, der unterdeß sei» väterliches Gut im Drpartem.Finisterreangenommen hatte, an dieselbe eine Bittschrift, worin er auf Einführung derglei-chen Erbvertheilung in den adeligen Familien und Aufhebung der Majorate antrug.Während seines Aufenthaltes in der Hauptstadt trat er mit mehren geachteten Lite-ratoren in Verbindung. Nach der Rückkehr auf sein Gut ward er auf Betrieb desTerroristen Earrier verhaftet, auf Bitten seiner Gemeinde aber freigegeben. Vondieser Zeit an lebte K. den Wissenschaften und verwaltete mehre Municipalämter.Endlich wählte ihn 1818 das Depart. FiniSterre einstimmig für die Kammer derDeputirten. Hier vertheidigte er die Grundideen der Revolution, deren Derirrun-gen aber von ihm nicht minder getadelt wurden. Alle Vorschläge zur allmäligenUntergrabung der Fundamentalgestße fanden an ihm einen ebenso wüthigen alsumsichtigen Widersacher. Zn demselben Geiste schrieb er s. „vocumens Iristo-