Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kerguelen

rignr»."', kranc» teile czu'on I'.a k->il«", und „8ur I-, lu! stcs municüpalilei".Letztere Schrift, die er 1821 mit Lanjuinais gemeinschaftlich verfaßt hatte, wirkteeiner Maßregel entgegen, die eine der theuersten Bürgschaften der Rechte des Volksdurch Beschränkung der Municipalrechte zu vernichten drohte. Als Redner in derKammer sprach er im sinne der gemäßigten Liberalen, zwar selten, aber mit Meistund Cbarakter. Er widersetzte sich der neuen für das Volk drückenden Auflage aufdas Tal;, der Privilegirung von Spielhäusern und Lotto, und dem in der Politikangenommenen System der Verfinsterung. K. genießt fortwährend einer allgemeinneu Achtung, obgleich er für 1821 nicht wieder zum Depulirten gewählt worden ist.Von s, kbeils politischen, theils poetischen und Philosoph. Schriften nennen wir nochs. Idyllen und Erzählungen (in Art derGeßner'schen), s. „luckiictic»,;,nörgle., etplie^i Uvgigeiv-,' , s. „Vova^oilr 24 fieuiez", s. „IIWit rnonloie" (eine imSter -ne'schen Geiste verfaßte humorichsche Sittenschilderung), s. trefflichen „I i-ntolaI'e»i»te„l'<-,!«; I)i<»,", s. Eommentar zu Kant's Betrachtungen über das Erha-bene, seine Schrift „8»r le lie.iu ilsiii, l«-i srt, <Ie l'iinitaliuii" (Paris 1822,8 Bde.), worin er das Kunstschöne ausschließlich in der Natur und im Gemüthaufsucht: sämmtlich Werke, die den geistreichen Mann und scharfen Denker ver-rathen. In jener Schrift über das Idealschöne, welche sich aufMalerei und Bild-hauerkunst beschränkt, hat er die Werke der verschiedenen Kunstschulen, besondersder französische» , beurtheilt. Auch hat er im „Ouiiier l'r,>»e.->l>," sich über dieKunstausstellungen in Paris seit 1819 fg. erklärt. Als Kunstrich'ter ist K. geistvollund reich an Kenntnissen, aber einseitig und befangen, ein scharfsinniger Denker,aber kalt und oft trocken. Dagegen ist seine neueste Schrift: „l.er ckeriiieri, <1esIleauiiiaiiuii, «u ls I >m> (l'lli lviii" (deutsch 1825) ein mit Walter Scott's Geistgeschriebenes treues Sitten - und Charakterbild der sogenannten guten alten Zeit inFrankreich . 12.

Kerguelen Tremarec (Ives Joseph de), ein franz.Seeheld, geb.zu O.uimper in Bretagne um 1145, wurde 1161 und 1168 zur Anlegung und Be-deckung einer Fischerei an der Küste von Island benutzt, ging 1111 unter dem Mi-nisierio des Herzogs von Praslin und dem Herrn de Boynes nach Irle de France,um den vom Ritter Grenier vorgeschlagenen kürzern Weg nach Indien zu prüfenund das südliche, von Gonneville entdeckte Land zu untersuchen. Nachdem er dieMaldiven besucht, kam er um Ceylon herum nach Isle de France zurück. Am 16.Jan. 1112 ging er wieder in See und entdeckte am 12. Febr. unterm 49. Gradein neues Land, wovon er im Namen des Königs von Frankreich Besitz nahm.1116 fand Cook auf seiner dritten Seereise eine zurückgelassene Flasche als Docu-ment der frühern franz. Besitzergreifung durch Kerguelen ; daher nannte er dieseInsel, östlich von Madagaskar, Kerguelen's Land . Nach seiner Zurückkunfl er-hielt er eine neue Mission zu Entdeckungen. Als er 1114 in Brest wieder ankam,trat einer seiner Officiere als Ankläger wider ihn auf, dem viele Kameraden bei-stimmten, welchen er bisher bei Beförderungen vorgezogen war. K. wurde ver-haftet und schuldig befunden, daß er aus seinem Kriegsschiffe gestattet habe, Waa-ren zum Verkauf einzuschiffen, obgleich er bloß verschiedenen Subalternen erlaubthatte, für ihr Geld Waaren zum Debit am Bord eines Kriegsschiffs mitzuneh-men , wozu er sogar den weniger Reichen persönlich Vorschuß gab. Die Ursacheseiner Verfolgung war der in Frankreich nur zu allgemeine Neid der Officiere, dieauf der königl. Flotte und in den Navigationsschulen sich zum Marinedienst gebil-det hatten, wider diejenigen, welche ihre praktische Kenntniß zuerst auf Handels-schiffen gewonnen hatten und dann mit OfsicierSrang in die königliche Marineeintraten. Auch in der Revolutionszeit fürchteten die Schreckensmänner diesenSeemann, ließen ihn verhaften und verabschiedeten ihn nachher. Er schrieb eineGeschichte der sranzös. Seekriege und eine Darstellung der Ursachen, welche den