Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
145
JPEG-Download
 

KenncS

145

Kölsch

Ruin der franz. Seemacht herbeiführten, sowie der Mittel, solche herzustellen, undschickte solchen Nachrichten von den Ereignisse» des Seekriegs zwischen Frankreich und England von 1118 voraus. Wir haben eine Beschreibung seiner Reisen inder Nordsee, und eine andre zur Auffindung eines neuen Weges nach China , demSüdmeer und Indien , 1111 —13. Er starb 1191.

Kermes, ein kleines Insekt mit fadenförmigen Fühlhörnern und einemSaugstachel auf der Brust, dessen Weibchen ungefiügclt und mit einem Schildebedeckt sind. Wenn sie trächtig sind, sehen sie sich an die Bäume und Pflanzenfest. Die Jungen kriechen, während die Mutter stirbt, durch die Hintci spalte desSchildes hervor. Unter den 41 Arten dieser Thiere sind 3 oder 4 wegen ihrer Farbeberühmt, vorzüglich die Schildlaus der Stecheiche. Spanien hat den besten Ker-meS. Er findet sich auf der 3 — 4 Fuß hohen Steineiche Bauhin , die auch inSüdsrankreich, Kleinasien und Persien einheimisch ist. Im Balencianischen bc-obachtet man bei der Einsammlung des Kermes Folgendes: Im März bemerktman, daß jenes Insekt, kaum so groß als ein Hirsekorn, an jenen Eichen hinan-kriecht. Es seht sich fest und vergrößert sich. Eine feine Wolle überzieht solches.Die Figur ist oval und da, wo die Wolle fehlt, sieht man einige goldene Punktedurchschimmern. Im April ist der KermeS zur Größe einer Erbse ausgedehnt,und die wollene Bedeckung hat sich in Staub verwandelt. Man nimmt dagegeneine Schale wahr, worin Eier liegen. Ende Mai hat die Schale nebeneinander-stehende blukrothe Eier. Nun stirbt die Mutter, und der Keimes muß eingesam-melt werden. In guten Jahre» hat ein solcher Eiersack an 20,000 Eier. War-tet man länger, so bemerkt man im Juli durch das Vergrößerungsglas, wie ausdiesen Eiern goldgelbe geflügelte Insekten mit 6 Füßen, 2 langen Fühlhörnern undeinem gabelförmigen Schwänze ausschlüpfen. Dies sind die Männchen; die Zahlder Weibchen unter diesen Insekten ist nicht zahlreich. Für arme und wenig be-schäftigte Personen ist das KermeSsammeln ein nährendes Gewerbe; sie kratzenmit den dazu lang erhaltenen Nägeln die Eierjacke ab. Die besten Stunden zumEinsammeln sind die thauigen Frühstunden. Wo die Sucherin viel KermeS fin-det, kann sie 2 — 3 Pfund täglich sammeln. Die Käufer breiten ihn auf Lein-wand, die mit Essig besprengt wird, um die Insekten in den Eiern zu todten. Zu-gleich entsteht durch die Einsprengung ein rother Staub, der sich von der Schaleablöst. Dann wird er getrocknet, gesiebt und in ledernen Beuteln, sowie diese wie-der in linnenen aufbewahrt. Hauptsächlich geht er nach Afrika . Sowol beimKermeS als bei der Cochenille erhöht man die Farbe durch Kalizusah beim Fär-ben. — Mineralischer KermeS (Carthäuserpulver) bildet ein kermes- oder roth-braunes, sanft anzufühlendes Pulver von schwachem Geruch und Geschmack. InWasser und Weingeist ist es unauflöslich, in Ätzlauge unvollkommen, in Schwe-selkalilauge vollkommen auflösbar. Salzsäure löst das Oxydul auf, entwickeltSchwefelwassersioffgas und läßt etwas Schwefel, welcher durch Zersetzung desSchwefelwasserstoffs zu entstehen scheint, zurück.

Kertsch , feste Stadt auf der kertschischen Halbinsel im östl. Taurien, ander Meerenge Taman , mit einem für den Handel des schwarzen Meere« und desasowschen Busens sehr wichtigen, großen und sichern Hafen, den der Kaiser Ale-xander 1822 zu eröffnen befahl. K. hat mit dem unweit davon romantisch gelege-nen Städtchen Ienikale eine Stadtverwaltung; beide haben 4000 E., meistensausgewanderte Griechen. Die Umgegend ist eine der fruchtbarsten; der Kapern-strauch gedeiht ohne Pflege; der beste krimische Wein wird hier gekeltert. Man ziehtPferde, angorische und astrachanische Ziegen, das schwarze und graue astrachanischeSckaf; nian gewinnt viel See - u. Glaubersalz; man findet eine der feinsten Thon-arten u. s. w. Dieser neue für den asiatisch-europäischen Welthandel wichtige Starpelort, wo schon Griechen, Genueser und Denetiancr sich angesiedelt halten, genießtCviiversalions« Lexikon. Vd. Vl. 10