Band 
Sechster Band. K bis L.
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Khalif

sind, durch ein tiefes, pfeifendes Einathmen unterbrochen werden, worauf sogleichwieder die vorigen Hustenanfälle folgen. Dieses convulsivische Aushusten undschreiende Einathmen wechseln so lange mit einander ab, bis der die Lungen zu-sammenschnürende Kramps den höchsten Grad erreicht hat, worauf das Kind ent-weder in eine Art Starrsucht und Stillstand des Athems, mit Nasenbluten, dun-kel-, sogar blaurotheni Angesicht, unwillkürlichemAbgang derWinde und desUrinsgeräth, oder zum Brechen kommt, wonach der Anfall für dies Mal gelöst ist. Läßtder Husten ohne Brechen nach, so ist der Anfall noch nicht beendigt, sondern setztbald von Neuem an. Husten, welche die obigen wesentlichen Zufälle nicht haben,sind bloß Krampfhusten. Der echte Keuchhusten ist eine fremde, aus andern Welt-theilen (nach Roftnstein aus Afrika ) zu uns gebrachte Krankheit, herrscht jederzeitepidemisch, entwickelt ein ansteckendes Gift, durch welches er sich nach Art derMasern, des Scharlachs u. s. w. von einem Kinde zum andern fortpflanzt, undwahrscheinlich den Menschen nur ein Mal befällt. Der regelmäßige Verlauf derKrankheit kann wahrscheinlich ebenso wenig unterbrochen oder abgekürzt werden wieder jener Krankheiten, so lange wir kein gewisses Mittel haben, den Ansteckungs-stoff zu zerstören. Gewöhnlich braucht der Keuchhusten 4 — 6 Wochen zu seinemVerlauf. Sich selbst überlassen, kann er mehre Monate bis zu einem halbenJahre dauern und, wenn er nicht früher tödtlich wird, endlich in Auszehrung undLungensucht übergehen. Gefährlich wird er durch Convulsionen, Steckfluß, Ueber-gang in Lungenentzündung, Entstehung von Brüchen u. A. m. Bei vollem Ma-gen kann der Anfall durch Ersticken tödten, daher die Kinder immer nur wenig essendürfe», und das baldige Erbrechen befördert werden muß. Auch ist es rarh-sam, die Kinder bei Zeiten durch Bandagen vor der Entstehung eines Bruchs zu schü-tzen. Als Schutzmittel ist das sicherste, Kinder vor der Ansteckung zu bewah-ren; auch hak man solche Mittel empfohlen, deren Ausdünstung krampsstil-lend ist, z. B. das Anhängen von Eampher und Moschus. II.

Khakis, d. i. Statthalter, nannten sich bescheidener Weise die NachfolgerMohammed's in der Herrschaft über die Gläubigen und in dem hohen Priester-thume. Khalifat haben daher latinisirende Geschichtschreiber das Reich dieser Für-sten genannt, welches die Araber in Asien gründeten und, von dort durch reli-giöse Begeisterung Herunigetrieben, binnen wenig Jahrhunderten zu einer Herr-schaft erhoben, die an Ausdehnung das römische Kaiserreich weit übertraf. Mo-hammed (s. d.) hatte sich als Prophet Gottes zum geistliche» und weltlichen Re-genten seines Volks gemacht. In der ziemlich stürmischen Wahl eines Nachfolegerg des Propheten nach dessen Tode trug Abdallah Ebn Abu Koafas, genanntAbubekr, d. i. Vater der Jungfrau (weil seine Tochter Ajedscha die einzige unterden Weibern Mohammed's war, die dieser als Jungfrau geheirathet), über Ali,den Vetter und Eidam des Letztem, den Sieg davon und ward erster Khalif sJahrder Hegira 11, n. Chr. 632). Durch Hülfe seines Feldherrn, des tapfern Ka-led, über alle innern Feinde siegreich, begann er, mit Schwertes Gewalt, denIslam, wie der Koran will, zu benachbarten Völkern zu tragen. Mit der Lo-sung : Bekehrung oder Zinsbckrkeit! drang ein unzählbares Heer, ganz aus frei-willigen Streitern bestehend, die durch ein Aufgebot zum heiligen Kriege begeistertworden, zuerst in Svrien ein. Sieger in der ersten Schlacht, wurden sie dochnachher von den Griechen mehre Male geschlagen; als sie aber einmal durch die ver-rätherische ftbergabe von BoSra festen Fuß im Lande gefaßt, unternahmen sie un-ter Kaled die Belagerung von Damaskus , und gewannen es, nachdem dieser zweigroße Heere, die Kaiser Herakliug zum Entsatz sandte, geschlagen, durch Capitu-lation (633, Heg. 12), welche treulos gebrochen wurde, indem Kaled die abzie-henden Christen verfolgen und niederhauen ließ. Durch Abubekr'S letzten Willen,der nur ein Jahr den Propheten vertrat, ward Omar, ein andrer Schwiegervater