Band 
Sechster Band. K bis L.
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Khakis

des Propheten, zweiter Khakis. Dieser vertraute den Oberbefehl über die Streiterder Islam, anstatt Kaled, dem menschlichen Obeidah, und vollendete durch ihn,doch nicht ohne tapfere Gegenwehr der Griechen, die Unterwerfung von Syrien (638, Heg. 11). Als Jerusalem genöthigt worden, die Übergabe anzubieten(636, Heg. 15), zog Omar selbst dahin und bestimmte die Capitularion, dienachher dem Verhältnisse der Moslemin zu den unterjochten Christen überall zumMuster gedient hat, und auf deren Beobachtung der gerechte Khalifpünktlich hielt.Ebenso glücklich war ein andrer Feldherr, Amru, in Ägypten , das in zwei Jahrren (bis 610) dem Kbalifat unrerwoiffen wurde. Omar ward zuerst Emir al Mu-mcnin (Fürst der Rechtgläubigen) genannt, ein Titel, der auf alle folgende Khali-fen forterbte und von den unkundigen Europäern in Miramolin verdreht wurde.Nach Omar'S Ermordung durch einen rachsüchtigen Sklaven (643, Heg. 23), er-wählte ein Rath von einigen Männern, die er auf dem Sterbebette dazu ernannte,mir abermaliger Überzehung des Ali, den Osman oder Oihman, Eidam des Pro-pheten. Unter ihm gelangte das Reich der Araber schnell zu einer bewundernswür-digen Größe. Während sie in Osten den Islam mir Kriegsgewalt nach Persien brachten, drangen sie in Afrika längs der Nordküste bis nach Ceuta vor. AuchCypern (641) und RhoduS (651) wurden erobert, jenes abersscho» nach zwei Jah-ren wieder verloren. So mußte auch Alexandrien und ganz Ägypten den Griechen,die sich mit Hülfe der Eingeborenen wieder dort festgesetzt, zum zweiten Male,nicht ohne Schwierigkeit, entrissen werden. Solche Unfälle begaben sich durch dieMaßregeln Othman'S, der, dem trefflichen Omar an Weisheit weit nachstehend,nicht den Tüchtigsten, sondern seinen Günstlingen die Provinzen vertraute. DieUnzufriedenheit mit ihm brach (654, H. 34) in einen allgemeinen Aufstand aus,der mit seiner Ermordung endigte. Ali, gleichfalls Eidam des Propbclen durchFatür.e, ward durch die Wahl des Volks von Medina der vierte Khalif und wirdfür den ersten rechtmäßigen von einer zahlreichen Sekte der Mohammedaner gehal-ten, die ihm und seinem Sohne Hossein fast gleiche Ehre mit dem Propheten er-weist. Die Perser sind jetzt dieses Glaubens, daher der Haß der Türken gegensie. Ali selbst harte, anstatt die Eroberungen seiner Vorfahren fortsetzen zu kön-nen, stets mit innern Feinden zu kämpfen. Nicht nur gehässig war ihm Azedscha,des Propheten Witwe, genannt Mutter der Gläubigen; es machten auch Tcllah,Aobeir, und besonders der mächtige Moawijah, Statthalter von Syrien , auf dieRegierung Anspruch. Alle diese wußten den Verdacht zu erregen und zu verbrei-te», daß Ali die Ermordung Othman'S veranstaltet habe. Vergebens suchte Aliseine Widersacher durch Besetzung der Statthalterschaften mit seinen Freunten zuentkrä'ten. Die neuen Statthalter wurden nirgends angenommen. Die Mißver-gnügen brachten ein Heer zusammen und Bassora in ihre Gewalt. Ali schlug sie,wobei Tellah und Zobeir blieben; aber den Moawijah und dessen Freund Amrukonnt< er nicht hindern, in Syrien, Ägypten und selbst in einem Theile von Ara-bien sich auszubreiten und zu behaupten. Drei Männer von der Sekte der Kbore-gilcn Trachten den Anschlag, zur Herstellung der Eintracht unter den Gläubigen,jeder rmS der drei Häupter der Parteien, Ali, Moawijah und Amru, zu todten;doch rur das Unternehmen auf Äli gelang. Er siel 660, H. 40. Ali war nichtohne nissenschaftliche Bildung. Die bekannten Sittensprüche und das sogenannteGiafa sind unter seinen Werken am berühmtesten. Sein Sohn, der sanfte, fried-liche Hassan, hatte keine Lust, das ihm übertragene Khalifat gegen den uner-müdlihen Widersacher Moawijah zu vertbeidigen; aber vergebens glaubte er durchfein lihe Niederlegung der Regierung Sicherheit zu erwerben. Gift, von Moa-wyab, soll ihn getödtet haben. Moawijah I. verlegte den Sitz des Khalifais ausder Sadk des Propheten, Medina, wo er bis dahin stets gewesen, in seine bis-herige Statthalterschaft nach Damast (613, H. 54). Mit ihm fängt die Reihe