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Sechster Band. K bis L.
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A halif

der ommajadischen Khalifen an, welchen Namen dieses Geschlecht von dem Urälter-vater Moawijah's, Ommajah, führte. Auch er mußte bald nach seiner Thron-besteigung einen Aufstand der Khoregiten durch einen Feldzug, und eine Empö-rung zu Bassora durch schwere Strafgerichte dämpfen. Sodann dachte er ernstlichauf den gänzlichen Umsturz des byzantinischen Reichs. Sein Sohn Zezid durch-zog Kleinasien , fast ohne Widerstand zu finden, ging dann über den HelleSpontund unternahm die Belagerung von Konstantinopel , mußte sie aber wieder aufhe-ben (669, H. 49). Glücklicher war der Feldherr Obeitah gegen die Türken inKhorasan; er schlug sie und drang selbst in Turkhestan ein (613, H. 54). Einnicht völlig würdiger Nachfolger des staatsklugen Moawijah war (619, H. 60)sein Sohn Iezid. Er wurde anfangs von den heiligen Städten Mekka und Me-dina nicht anerkannt, die, so lange die Khalifen in letzterer Stadt gewohnt, einevorzügliche Stimme bei deren Wahl behauptet hatten, aber nicht gefragt wordenwaren, als Moawijah, nach der Sitte der Khalifen , bei seinem Leben feinen Nach-folger bestimmte. Die Unzufriedenen fielen theils dem Hossein, dem berühmtenSohne Ali's, theils dem Abdullah, Zobeir's Sohne, welche Beide die Krone inAnspruch nahmen, zu. Eine Empörung der Bewohner in Irak zu Gunsten Hos-sein's, von Moslem und Hani geleitet, ward durch die Klugheit und Entschlossen-heit des kufanischen Statthalters Obeidallah erstickt, und der von den Verschwore-nen herbeigerufene Hossein getödtet (680, H. 61), zu großer Unzufriedenheit desKhalifen , der an den Kindern Hossein'S das dem Vater zugefügte Unrecht durchWohlthaten gutzumachen suchte. Abdallah Ebn Zobeir ward in Medina alsKhalif erkannt, wo man den Iezid wegen seiner Üppigkeit und Freigeisterei verab-scheute. Medina ward darauf berennt, bezwungen und geplündert, aber Hos-sein'S dort lvohnende Familie auf des Khalifen ausdiiäcklichen Befehl verschont.Nach Iezid'S Tode (683, H. 64) legte sein Sohn, Moawijah U., ein frommerJüngling von der Sekte der Motageliten zdie den Fanatismus der übrigen Moham-medaner verwarfen), das ihm übertragene Khalisat nach wenig Monaten freiwil-lig nieder. Da er sich keinen Nachfolger erwählt hatte, so brach Anarchie ein.Obeidallah, Statthalter von Irak, versuchte in Bassora ein eignes Reich zu stif-ten, ward aber bald von den Einwohnern selbst vertrieben, die nun, wie ganz Irak ,Hegiaz, Pemen und Ägypten, den Abdallah Ebn Zobeir als Khalifen erkannten.In Wyrien ward anfangs der dem Abdallah ergebene Dehak zum Reichsverweser,dann aber von den Damascenern gleichwol der Ommajade Merwan I. zum Khali-fen ernannt, der sich bald ganz Syrien und Ägypten unterwarf. Khorasan riß sichvom Khalisate los und gab sich einen eignen Fürsten in dem edeln Salem. Imfolgenden Jahre (684, H. 65) erhob Soliman Ebn Sarad einen mächtigen Auf-stand der Unzufriedenen von Syrien und Arabien und erklärte beide Khalifen fürabgesetzt, ward aber von dem bewährten Krieger Obeidallah geschlagen. Merwanhatte eidlich versprechen müssen, dem Sohne Iezid'S, Kaled, das Khalisat zu hin-terlassen ; dennoch ernannte er seinen Sohn Abdalmelek zu seinem Nachfolger. Un-ter ihm (684, H. 65) ward Mokthar, ein neuer Empörer wider beide Khalifen ,vom Nebcnkhalifen Abdallah überwunden (686, H. 61), dadurch aber dieser demAbdalmelek desto furchtbarer. Abdalmelek, um zu seiner Bekämpfung freie Handzu haben, schloß mit dem griech. Kaiser, Iustinian II., einen Frieden, worin er,die Ordnung des Koran gerade umkehrend, den Christen einen jährlichen Tributvon 50,000 Goldstücken bewilligte. Er zog darauf gegen Abdallah, schlug ihnzweimal, nahm Mekka mit Sturm, wobei Abdallah blieb, und vereinigte so wie-der in seiner Hand die Herrschaft über alle Muselmänner; doch machte ihm dieWidersetzlichkeit der Statthalter, der Fluch aller Despotien und die Vorbedeutungder einstigen Zerspaltung des KhalifatS, noch viel zu schaffen. Er war der ersteKhalif, der Münzen schlagen ließ (st. 105, H. 86). Unter Walid 1., s. Sohne,