Band 
Sechster Band. K bis L.
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Khalif

bei oft schändlich gemißhandelt, verschwor sich wider ihn mit der türk. Leibwache undließ ihn umbringen (861, H. 241). Ihn riefen nun die Türken, dieKhalifenwahlsich anmaßend, zum Fürsten der (Gläubigen aus und zwangen seine an der Schand-that unschuldigen Bruder, deren Rache sie fürchteten, der Thronfolge, die ihnen vonMoiawackel bestimmt war, zu entsagen. Montasser starb nach kurzer Zeit an einemFieber, das Gewissensbisse ihm zugezogen (862, H. 248). Die Türken erwähltennun MostainBillah, einen Enkel des Khalifen Motassei». Zwei Aliden warfen sichneben ihm zu Khalifen auf. Der Eine, zu Kufa, ward besiegt und getödtet; derAndre aber stiftete in Tabarestan ein unabhängiges Reich, das ein halbes Jahrh,bestanden hat. Uneinigkeit der türk. Söldner unter einander selbst vollendete dieZerrüttung des Reichs. Eine Partei erhob den Motaz, zweiten Sohn Motawa-ckel's, auf den Thron und nöthigte den Mostain, abzudanken. Motaz Billah ließihn bald aus dem Wege räumen, sowie seinen eignen Bruder Muwiad. Er dachtedarauf, die türk. Söldner abzuschaffen; aber ehe er das Herz faßte, es auszufüh-ren, empörten sie sich wegen rückständigen Soldes und nöthigten ihn, die Regierungniederzulegen, woraufer bald starb (869, H. 255). SieerhobenzumKhalifatMo-hadi Billah, des Khalifen Vathek Sohn, stürzten aber diesen trefflichen Fürstenschon nach 11 Monaten wieder, weil er ihre Kriegszucht verbessern wollte. UnterMotawackel's drittem Sohne, dem Lüstlinge Motamed Billah, den sie daraufzumKhalifen ausriefe», gelang es endlich seinem klugen und wackern vierten BruderMuaffek, die verderbliche Übergewalt dieser Türken zu dämpfen. Motamed verlegteden Sitz des Khalifats von Samaraih wieder nach Bagdad (813, H. 259), wo erseitdem geblieben. In demselben Jahre folgte in dem unabhängigen Khorasan,durch eine Revolution, auf die Dynastie der Thaheriden die der Soffai idcn, die ihreHerrschaft in der Folge über Tabarestan und Segestan ausbreitete. Auch der Statt-halter von Ägypten und Syrien , Achmet Ben Tulun, machte sich (811, H. 263)dort zum Selbstherrscher, von ihm die Tuluniden. Zwar vernichtete der tapfereMuaffek das Reich der Zinghier in Kufa und Dassora 10 Jahre nach seiner Ent-stehung (881, H. 268); aber das Khalifat vor dem Zerfallen, zu dem es immermehr sich hinneigte, zu erretten, vermochte er nicht. Motamed starb bald nach ihm(892, H. 219), und Muaffek's Sohn, Mothadad Billah, folgte ihm. Er bekriegteunglücklich eine neue in Irak entstandene Sekte, die Karmalhen (899, H. 286).Sein Sohn MoktaphiDillah ( 902, H. 289) war glücklicher gegen diese, noch mehraber gegen die Tuluniden, indem erÄgYPten und Syrien sich wieder unlerwarf(905,H. 292). Unter dessen Bruder, Moktadar Billah, der ihm (909, H. 296) in einemAlter von 13 Jahren folgte, zerrütteten Empörungen und blutige Zwiste um dieRegierung das Reich. Er ward mehre Male ab - und wieder eingesetzt, endlich ge-mordet (931, H. 319). Unter ihm erhob sich in Afrika Abu Mohammed Obeidal-loh, der von der Fatime, Tochter deö Propheten (also von Ali), abzustammen vor-gab, stürzte die Dynastie der Agladiden in Tunis und stiftete die Fatimiken (910,H. 298). Nicht zufrieden, dort unabbängig vom Khalifen zu herrschen, behauptetendiese, als Kinder des Propheten, selbst die einzigen rechtmäßigen Khalifen zu sein.Bald darauf gelangte in Persien die Dynastie der Druden zu Ansehen und Macht<925, H. 315). Khorasan war noch immer unabhängig, nur daß an der SoffaridenStelle die Samaniden traten; in einem Theile Arabiens herrschten die ketzerischenKarmathen, in Mesopotamien die Hamadamiten. In dem kaum wiedergewonne-nen Ägypten wurde Akschid vom Statthalter zum Herrscher erhoben. Don ihm dieAkschiditen. Kaher Billah, Mothadad's dritter Sohn, verdiente durch Bosheit undGrausamkeit seinSchicksal. Die wieder mächtig gewordenen türk. Söldner stürztenihn vom Throne ins Elend (934, H. 322), in welchem er nach 5 Jahren umkam.Rhadi Billah, fein Bruder, führte die Würde eines Emir al -Omra (Befehlshaberder Befehlshaber) ein, mit welcher die Ausübung einer unumschränkten Gewalt im