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Khalif
Namen der Khalifen verbunden war, und stellte dadurch sich selbst immer mehr indenHintergrund. DerErste, der tieseWürde bekleidete, hieß Raik; baldaberemrißsie ihm oer Türke Iaken, durch Gewalt der Waffen (939, H. 327) und dehnte ihreMacht zu einer Unumschränklheit aus, die dem Khalifen von seiner weltlichen Ge-walt nichts als diesen Namen ließ, und selbst das Recht über die Thronfolge zu ver-fügen umfaßte. Raik bekam zur Entschädigung Kufa, Bassora und Irak Arabehals unabhängiges Reich. Noch ein Mal versuchte der folgende Khalif, Motaki Bil-lah, Ästoktader'SL-ohn, durch Ermordung Iakem'S, die Selbstregierung wiederzu-gewinnen, aber bald zwangen ihn die türk. Söldner, einen Andern ihrer Landsleutezum Emir zu ernennen, den Tozun, der dieses Amt erb- und eigenthümlich machte.Er vermachte es förmlich einem gewissen Schirzad; bald aber kam es in die Händedes persischen Fürstenhauses der Buiden, die der folgende Khalif Mostaksi Billahgegen die Tyrannei des Schirzad zu Hülse gerufen. Der erste buidische Emir ,Moezeddulat, vererbte eü auf seine Nachkommen. Nun herrschte in Bagdad nichtder Khalif, sondern der Emir , aber nur über einen kleinen Strich Landes. In jederetwas entlegenen Provinz gab es unabhängige Fürsten. Ein NamensverzeichnißDerer, diefortanKhalifen hießen, fortzuführen, wäre überflüssig, denn diese musel-männischen Päpste hatten bei weitem nicht die Macht der christlichen. Zu weitläu-fig wäre die Verfolgung der einzelnen Zweige, in welche die Geschichte des KhalifatSsich nun zerspaltet; aber die Hauptveränderungen, durch welche die einzelnen Staa-ten und ihre Dynastien hindurchgingen, und durch welche die Herrschaft derottomani-schen Pforte vorbereitet wurde, müssen wir andeuten. Die Minderjährigkeit desAkschiditen Ali benutzte der Fatimir Morz Ledinillah, Nebenkhalif in Tunis , umsich Ägypten zu unterwerfen (969, H. 358), und baute darauf Kahirah, den Sitzseines KhalifatS. So waren nun 3 Khalifen, zu Bagdad , Kahirah und Cordova,deren jeder die andern verketzerte. Die Fatimiten fielen aber, wie die Abbassiden, un-ter die Gewalt ihrer Vesiere; die Ommajaden in Cordova wurden, wie diese, durchTheilung Spaniens in viele kleine Reiche, um alle Gewalt gebracht, bis die Mo-rabethun sie völlig stürzten. (S. Spanien.) Als Ilkan, König von Turkhestan,Khorasan erobert und die Samaniden gestürzt hatte, vertrieb ihnMachmud, Fürstvon Gazna, wieder und gründete dort die Herrschaft der Gazneviden (998, H. 388),die aber bald von seldschukischen Türken unter Togrul Beg wieder gestürzt wurden(1030, H. 421). Dieser eroberte auch ChowareSmien, Georgien und das persischeIrak. Dom Khalifen Kajem Bemeillah zu Bagdad gegen die Tyrannei der buidi-schen Emirn zu Hülfe gerufen, kam er nach Bagdad und ward selbst Emir (1055,H. 448), wodurch die Herrschaft der Türken über alle Muselmänner fest begründetwurde. Er vererbte auf seinen Neffen, Alp Arslan (der den griech. Kaiser RomanusDiogenes schlug und gefangen nahm), diese Würde mit solcher Macht, daß diesetürk. Emire al Omra häufig Sultane von Bagdad genannt werden. Türkische Für-sten , die sich in andern Provinzen zu Herrschern auswarfen, begnügten sich anfangsmit dem TitelAtabek(Vater, Lehrer), wiedieAtabeks von Irak und Syrien , vonAdherbidschan, Farü (Persien) und Laristan. Die Atabeks von Syrien und Irak waren es, mit denen die Kreuzfahrer hauptsächlich zu kämpfen hatten. Der Erstehieß Omadeddin Zenghi, bei den Franken Sanguin. Nachher nannten auch sie sichSultane. Alle erkannten den Khalifen von Bagdad als geistlichen Oberherrn allerMuselmänner; feine weltliche Gewalt erstreckte sich nicht über die Mauern vonBagdad hinaus. Nureddin , Zenghi's Sohn, vom fatimitischen Khalifen Adhed er-sucht, Bagdad gegen die Willkür seines Desiers zu schützen, sandte gen Kairo nacheinander die Kurden, Schirkueh und Salaheddin; Letzterer aber stürzte die Fatimi-len (als schismakische Gegenpäpste) und warf sich zum Sultan von Ägypten auf<1170, H. 556), womit er nach Nureddin'S Tode auch Syrien vereinigte. Dieses ist dergroße Salaheddin (Saladin), der furchtbare Christenfeind, der Eroberer von Ieru-