Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kimlong

ter brauchen es daher zuweilen für Schiff. — Kielwasser ist die sich ziemlich langeerhallende, sichtbare Furche, welche der Kiel beim Laufe des Schiffs im Wasser hin-,ter sich läßt, und die, selbst bei hoher See, fast ganz eben und ruhig ist, sodafi ab-und zugebende Böte sie gern benutzen. — Kielreckt werden die Abgaben genannt,welche Schisse zahlen müssen, wenn sie zum ersten Male in einem Hasen ankern. —Kielherr ist so viel als Schiffer. — Kielen heißt ein Schiff mit einem neuenKiele versehen, ist auch mit kielholen gleichbedeutend; dann sogt man es von Vö-geln, welche Kiele bekommen; und endlich von einem Flügel (das Musikinstru-ment), den man ganz oder zum Theil mit neuen Kielspitzchen versieht, wo man auchbefielen, benedern gebraucht. — Kielholen oder kielen heißt ein Schiff so aufdie Seite legen, daß man zum Kiele kommen und diesen ausbessern, oder den unternTheil des Schiffsbauchs kalfatern, oder mit Kupfer beschlagen, oder eineandreAuS-besserung daran vornehmen kann. — Kielholen, Kielhaalen ist auf denSchif-fen eine Strafe, welche zunächst auf die Todesstrafe folgt, und wobei das Leben immerauf dem Spiele steht. Sie ist von den Holländern zuerst gebraucht, jetzt aber abge-schafft. Der Verbrecher wird in einen bleiernen Brustharnisch gesteckt. An diesemsind hinten 2 starke Seile befestigt. Über den'i Kopfe hängt er an einem andernSeile, welches durch Körbe an der Seite des Schiffs so tief ins Wasser läuft, daßder Mann, ohne anzustoßen, unter dem Kiel durchgehen kann, welches man an einemZeichen erkennt. Er erhält in die linke Hand eine mit etwas Luft gefüllte Blase anriNkM Federkiel, den er zum Athemholen in den Mund nimmt, und in die rechtewird ihm ein mit L>l getränkter Schwamm gebunden, den er vor die Nase hält, da-mit ihm kein Wasser in den Leib dringe. An die Füße werden schwere (Gewichte ge-hängt. Nun läßt ihn die dazu befehligte Mannschaft bis auf die gehörige Tiefe insWasser dinunker. Dann ergreifen ihn die unten in 2 Lchaluppen haltenden Leutean den Stricken am Rucken und ziehen ihn daran 3 Mal unter dem Kiel des Scbif-fes hindurch und wieder zurück. Hier ist die Hauptgefahr, denn wenn die Solda-ten ihn nicht tief genug unter dem Kiel Hinwegziehen, so stößt er an tiefen und ;er-schmettert sich den Kopf, was besonders bei zu großer Schnelle leicht geschieht. Dar-auf wird er rücklings in die Schaluppe gelegt und mit Spiritus gelabt. DiesVerfahren muß er 3 Mal ausstehen. Zum Beschluß wird er an den Hintern Mast-baum gebunden, und erbält noch, nach Bestimmung des Urtheils, eine AnzahlGeißelhiebe.— Kielkropf heißt sowohl der Kröpf an der Kehle, vorzüglich wenner schon bei der Geburt vorhanden ist, wie auch ein damit behaftetes Kind.

Kienlong (Kjän Lun), ebenso groß im Kriege als im Frieden, der vierteKaiser aus dem durch seine Helden- und Regententugenden berühmten tatarischenGeschlecht Tsim, geb. 1110, gelangte 1135, nach dem Tode seines Vaters, zurRegierung. Bis 1154 regierte er ruhig; von dieser Zeit an aber war er mit denbenachbarten Reichen in Kriege verwickelt, die er fast immer glücklich führte. Unterandern Eroberungen nahm er die ganze Kalmuckei in Besitz, sodaß das chinesischeReich unter ihm nach dem russischen das ausgedehnteste aller jetzigen Reiche gewor-den ist. Sein Charakter war voll Menschenliebe und Sanftmuth; fälschlich da-bei, ihn Einige als ein Ungeheuer von Tyrannei verschrieen. Er hat mehre Millio-nen an seine durch Mißwachs und Überschwemmung ins Elend gestürzten Unter,thauen vertheilt. Die christliche Religion wurde aus politischen Ursachen von ihmmehr heimlich als öffentlich begünstigt; er verhängte sogar einige Ckristenversol-gungen, entweder in Rücksicht auf das Volk, oder weil er die zu große Verbreitungdes Christenthums zu verhindern wünschte. Doch duldete er zu Peking -1 Mis-sionshäuser oderKirchen, behandelte auch dieMissionnaire sehr gut und nahm mehredavon in seine Dienste. Er war nicht nur selbst Gelehrter, sondern auch Beschützerder Künste und Wissenschaften. Don seinen poetischen Aufsätzen kennt man u. a.ein Lobgedicht auf den Thee und auf die Hauptstadt Mukden (übers. von Amiot),