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Kiesel Kind (Johann Friedrich)
ungleichen ein andres auf die Eroberung der Kalmuckei, das er in Stein grabenlief. Unter den Künsten schützte er besonders die Malerei und Kupferstecherkunst.Er wollte das Andenken seiner Siege durch tieft Kunst verewigen, und trug ffanz.Meistern die Copie der Gemälde auf, welche sie vorstellten; Ludwig XV. ließ siefür ihn in Kupfer stechen. Auch eine Bibliothek von 600,000 Bdn. legte er an,lauter Abschriften nützlicher Bücher. Auf seine Veranstaltung kam die im 14.Bde.desBüsching'schenMagazins befindliche Beschreibung des chinesischen Reichs her-aus. Er legte die Regierung nieder 1196 und starb zu Peking 1199. Ihm folgteKia-Ting, welcher 1822 starb.
Kiesel, ein zahlreiches Geschlecht von Mineralien, hat seinen Namen vonder Kieselerde, welches eine primitive oderGrunderde ist, die den Hauptbestandtheilder Kieftlarten ausmacht. Diese Erde ist für sich allein im Feuer nicht schmelz-bar, wohl aber in Verbindung mit andern mineralischen Stoffen. Sie bleibt ander Luft und im Wasser unveränderlich, wird nur von der Spathsäure angegriffen,schmilzt mit beiderlei feuerfestem Laugensalze, der Soda und Pokasche, zu Glas,und wird daher auch glasartige oder vitrescible Erde genannt. Trocken und seinbildet die Kieselerde den Sand, welcher rauh und scharf anzufühlen ist und zwischenden Zähnen knirscht. Alle kieselartige Steine sind härter, als thonige und kalkige;sie geben, mit dem Stahle geschlagen, Funken, und sind größtentheils mehr oderweniger durchsichtig. Ganz reine Kieftlarten findet man nicht, denn selbst derBergkrhstall enthält etwas Thonerde und Kalk. Will man ganz reine Kieselerdehaben, so schmelze man sie mit Wemsteinsalz. Hierdurch erhält man eine durch-sichtige, an der Luft zerfließende Masse, welche man Kieselflüssigkeit nennt. Ausdieser schlägt dann wiederum jede andre Säure die Erde nieder, und die« ist diereine Kieselerde. Gewisse Kieselgattungen sind in ungeheurer Menge über den Erd-boden verbreitet: die gemeinen Kieselsteine finden sich in ganzen Lagen theils unterder Erde, theils an der Oberfläche derselben. Einzelne Gattungen dieses Geschlechtssind: der Quarz, der Kieftlflinter, der Ehalcedon, der Opal ic. Zu dem Kiesel-geschlechte gehören die meisten Edel- und Halbedelsteine. Auch wird der reinedurchsichtige Kiesel, welcher im Sande gefunden wird, wie Edelsteine geschnitten,in Ringe gefaßt oder zu Uhrpetschaften rc. verarbeitet.
K i l o g r a m m, s. Gramme.
Kind, Kindheit, s. Alter.
Kind (Johann Friedrich), einer unserer vorzüglichern Dichter, herzogl.sacks. -gothaischer Hofrath, geb. den 4. März 1168 zu Leipzig , wo s. Vater Stadt-richter war, lebt seit vielen Zähren in Dresden. Er studirte in Leipzig und ward1193 Advocat, legte aber 1816 die juristische Prazis nieder, um sich ungestört s.schriftstellerischen Berufe zu widmen. Seine Erzählungen und Gedichte habenihm unter den Lieblingsschriftstellern unserer Nation eine ehrenvolle Stelle ange-wiesen. Das Talent gefälliger und oft naiv ergötzlicher Auffassung und maleri-scher Darstellung zeichnet seine poetischen und prosaischen Erzeugnisse Vortheilhaftaus, und in dieser Sphäre der Kunst scheint sein Geist heimisch und sein Gefühlwahrhaft angesprochen und ansprechend. Unter s. Schriften nennen wir die No-velle „Carlo" (Züllichau 1801), „Natalia" (Züll. 1802 — 4, 2 Bde.), „Lebenund Liebe Ryno'S und seiner Schwester Minona" (Züll. 1805, 2 Bde.), die vonihm herausgegeb. Sammlungen von Erzählungen, Gedichten und kleinen Theater-stücken: „Die Malven" (Züll. 1805, 2 Bde.), „Die Tulpen" (Lpz. 1806 — 10,1 Bde.), „RoSwitha" (Lpz. 1811— 13, 5 Bde.), deren Fortsetzung: „Die Lin-denblüthen" (bis 1819, 3 Bde.), „Die Harfe" (1814 —19, 8 Bde.) und „DieMuse" <1821 — 22). Eine Sammlung s. Gedichte erschien in Leipzig 1808(2. verbess. Aufl., Lpz. 1811,5 Bde.) und s. „Kleinen Erzählungen" (Lpz. seil 1820,4 Bde.). „Becker'S Taschenbuch zum geselligen Vergnügen", zu welchem er seit