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Kirche
testantischen Kirche, welche letztere, da ihre Stifter über einige, jedoch außerwffent-liche Punkte sich nicht vereinigen konnten, sich wieder in die lutherische und -efor-wirke theilte. Das Verhältniß dieser 3 Kirchen zu einander hat sich zwar im Baisseder Zeiten wesentlich verändert; die lutherische und reformirte Kirche haben sicö ein-ander so genähert, daß fafi gar keine Glaubensverschiedenheit mehr stattfindet, auchin mehren deutschen Ländern unter dem Namen der evangelischen Kirche völligwieder vereinigt; und obgleich der Katholicismus und der Protestantismus sich nichtin einander verschmelzen konnten, so haben doch die Grundsätze der Duldung unterden Katholiken wie unter den Protestanten Eingang gefunden. Die Grenzen der3 Kirchen des Abendlandes aber sind seit dem 1k. Jahrh., wo sie entstanden, nichtmerklich verändert worden. Die kleinen kirchlichen Gesellschaften, welche entwederzu der Zeit der Reformation entstanden, wie dieSocinianer und die Taufgesiruiten,oder die später, besonders in England, sich bildeten, wie die Quäker und die Metho-disten, pflegt man nicht Kirchen, sondern Sekten und Parteien zu nennen.— Ineiner noch engern Bedeutung nimmt man das Wort Kirche , wenn man dasselbedrittens von den Christen eines Landes braucht, und von einer deutschen (s. d.),englischen, französischen Kirche redet. — In einer vierten Bedeutung ferner bezeich-net Kirche ein dem öffentlichen Gottesdienste der Christen bestimmtes Gebäude,und in dieser Bedeutung unterscheidet inan eine Kirche von einem Tempel, wo Hei-den, von einer Synagoge, wo Juden, und von einer Moschee, wo Mohammedanerihren öffentlichen Gottesdienst halten. Die Christen im 1. Jahrh, hielten ihrenGottesdienst, da sie eine von dem Staate nicbt anerkannte und oft verfolgte Parteiwaren, in Privalhäusern, oft auch im freien Felde an entlegenen. Orten. Seit dem3. Jahrh, erst konnten sie eS wagen, ihrem Gottesdienste mehr Öffentlichkeit zu ge-ben und Kirchen zu erbauen. Seit dem 1. Jahrh, wurden die Kirchen der Christengroße und prachtvolle Gebäude. Konstantin, besonders TheodosiuS und Iustinian,erbauten dergleichen; auch verwandelte man viele heidnische Tempel in christlicheKirchen. In dem Baue der Kirchen besonders versuchte sich die Baukunst dermittlern Zeit. Die berühmtesten Kirchen sind gegenwärtig die Peterskirche zuRom, diePaulSkirche zu London, die Kirche Nokre-Dame zu Paris , die Stephans-kirche zu Wien, die IsaakSkirche zu Petersburg, der Münster zu StraSburg undder Dom zu Köln . — In einer fünften Bedeutung endlich heißt K irche die Ver-sammlung der Gemeinde eines Orts zur Ausübung des öffentlichen Gottesdienstes,in welcher Bedeutung man das Wort nimmt, wenn man sagt, daß an diesem oderjenem Tage Kirche gehalten werde. Üb-r den Ursprung des Worts Kirche sind dieMeinungen der Sprachforscher getheilt, indem es einige von dem griech.welches ein dem gortesdienstlichen Gebrauche bestimmtes Gebäude bezeichnet, her-leiten, andre aber annehmen, daß es die Übersetzung des lakein. acale^ia sei, dahervon Kören, Küren, herkomme und den Begriff der Auswahl, des auserwäkltenVolks andeute. — Kirche in ihren rechtlichen Verhältnissen. Das Ver-hältniß der Kirche zum Staat ist von den ersten Zeiten der neuen europ. Staaren-hildung an ein sehr schwieriges geworden und bis jetzt geblieben. Die christlicheKirche war, als das neue Europa sich aus den Trümmern der römischen Weltherr-schaft erhob, bereits im Besitz einer Organisation, welche ihrem Wirken Einheitverlieh und eine große Gewalt über die Gemüther. Sie leistete zu Gründung derneuen Staaten den nachdrücklichsten und heilsamsten Beistand, ward aber auch,als die weltliche Macht ihre Kraft mehr entwickeln wollte, mit derselben in Streitig-keiten verwickelt, welche sich vom 10. Jahrh, an fast durch ganz Europa verbreiteten.Das Historische davon hat vornehmlich dieKirchengeschichte zu berichten; die Con-cordate (s. d.) find Waffenstillstände, welche keinen Theil länger binden, als bissich cheils die Überzeugungen von der Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der ge-troffenen Übereinkunft wesentlich geändert haben, theils bis derjenige Theil, welcherglaubt, mehr als billig und erlaubt war, nachgegeben zu haben, sich stark genug