Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kirchgeßner Kirgisen

wie s. „ Iraa dlaö" ausnehmcn. Au seinen Erfindungen gehört der von ihm be-nannte Kircher'sche Brennspiegel (s. d.). Er machte damit den ersten Ver-such auf der Insel Malta, daher dieser Spiegel der maltesische Spiegel genannt»norden ist. Auch erfand er einen künstlichen Springbrunnen (der Kircher'scheBrunnen), wo ein Vogel so viel Wasser schluckt, als eine Schlange in ein Beckenousspeit.

Kirchgeßner (Mariane), geb. 1772zuBruchsal im Badischen, verriethschon als Kind ihr großes Talent für die Musik, »reiches durch den Verlust ihresGesichts, den sie im 4. Jahre durch bösartige Blattern erlitt, eher zugenommen alssich vermindert zu haben schien. In einem Alter von 6 I. spielte sie das Claviermit Fertigkeit und Ausdruck. S»e ward darauf von den, badischen CapellmeisierSchmilibaur zu Karlsruhe in der Musik und besonders auf der Harmonica unter-richtet, auf welcher sie schon in ihrem lO.J.so außerordentliche Fortschritte gemachthatte, daß sie sich mit allgemeiner Bewunderung hören lassen konnte. In Gesell-schaft des Raths Boßler, ihres nachherigen Biographen, machte sie 1791 u. 1792eine Reift durch ganz Deutschland , wo ihr allenthalben enthusiastischer Beifall zuTheil wurde, und begab sich 1794 nach London . Ihr dortiger 3jähr. Aufenthaltwar ihr nicht nur, außer der Vervollkommnung ihrer Kunst, durch die vomMecha-nikuS Fröschel gemachte Erfindung einer Harnionica mit Resonanzboden nützlich,sondern ihr ward auch daselbst das Glück zu Theil, einigermaßen ihr Gesicht wieder-zuerhalten. Zu Anfange des.Nov. 1796 ging sie über Deutschland nach Kopenhagen ,von wo sie sich über Deutschland nach Petersburg begab, und dann, nachdem ihrin allen diesen Ländern Beifall und verdienter Lohn geworden war, 1799 das DorfGohlis bei Leipzig zu ihrem Wohnorte wählte. 1801 machte sie eine Reift in ihrVaterland und dann nach Paris, von wo sie abermals nach Gohlis zurückkehrte»int dort in Gesellschaft des Raths Boßler bis 1807 lebte. In diesem Jahre un-ternahm sie eine neue Reift in ihr Vaterland, wo sie zu Schaffhauftn an einemBrustsieber am 2. Dee. 1808 in ihrem 36. I. starb.

K i r ch >v e i h e, die Rcligionshandlung, durch welche eine neuerbaute oderihrer Bestimmung eine Zeit lang entzogene Kirche dem gottesdienstlichen Gebrauchefeierlich gewidmet wird. Die Sitte, die Kirchen zu weihen, entstand seit dem4. Jahrh. Bei den Katholiken pflegen die Bischöfe, bei den Protestanten die Su-perintendenten die Weihung der Kirche zu vollziehen. In der alten Kirche schonward der Tag der Kirchweihe als ein Fest gefeiert, welche Sitte bis auf diesen Tagin einem großen Theile der christlichen Welt herrscht. Man pflegt dies Fest dasKirchweihfest, auch die Kirchmesse (und im gemeinen Leben, inwiefern man die andiesem Festtage gewöhnlichen Vergnügungen andeuten will, zusammengezogen dieKirmse) zu nennen, weil es in der röm. Kirche üblich ist, zum Andenken der Stif-tung lind Einrichtung einer Kirche eine Messe (Kirchmesse) zu hallen.

Kirgisen (Kirgis-Kaisaken) nennen sich selber Sara-Kaisaki (Step-penkosacken). Den Namen Kirgisen haben sie wahrscheinlich von irgend einemStifter ihrer Horde. Man hält sie gewöhnlich für Nachkommen der ältesten Mon-golen, die anfänglich in der Nähe der chinesischen Mauer gewohnt haben und beider allgemeinen Wanderung mongolischer Stämme in westlichere Gegenden gezo-gen sind. Als man zur Zeit der russ. Eroberung Sibiriens zuerst von diesem VolkeEtwas vernahm, nomadisirtcn die Kirgisen in der Gegend des obern Jenisei . Siewurden zugleich mit den Barabinzen dem russ. Reiche unterwürfig. Seit der Zeithaben sie sich als ein unruhiges, wankelmüihiges und gefährliches Volk bekarmt-aemacht. Jetzt bewohnen sie die Wüste zwischen dem Ural und Jrtisch, von denRussen die kirgisische Steppe genannt, die 31,681 OM. groß ist. Diese Wüstegrenzt westlich an das kaspische Meer und die Provinz Kaukasien, nördlich an dieufaische und tobolskssche, und östlich an die koliwanische Statthalterschaft. Sie