Band 
Sechster Band. K bis L.
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177
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Kirnberger Kisfaludy ('Alexander—^arl) 111

theilen sich seit alter Zeit in die große, mittlere und kleine Horde. Die erste warlange wegen ihrer Tapferkeit und wegen der unzugänglichen Gebirge, in welchensie wohnt, unabhängig, bis ihr Lulian 1819 Rußlands Hoheit anerkannte; diemittlere und kleine Horde erkennen seit 1131 die russ. Schutzherrschaft an. habensich aber stets irculos und räuberisch gezeigt weßhalb auch längs den GrenzflüssenLinien von kleinen Festungen gegen sie angelegt sind. Man schätzt die mittlere unddie kleine Horde jede auf 30,000 Kibuken oder Familien; wahrscheinlich sind siejedoch weit stärker. (Vgl. Turkomanen.)

K irnberger (Johann Philipp), ein berühmter Contrapimktist, geb.1121 zu Saalfeld im Thüringischen . Nachdem er hier die Anfangsgründe der Violineund des TlavierS gelernt hakte, nahm er Unterricht bei dem berühmten OrganistenKellner zu Gräfcnrode im Thüringischen . 1138 widmete er sich in Sondershau-sen, unter Anleitung des Kamme,musikuS Mcis, dem Violinspiele. Hier hörteer unausgesetzt die Cazelle des Fürsten und strebte mit der Spielart des OrganistenGerber, eines Schülers von Bach, dessen Bekanntschaft er fleißig suchte, ver-traut zu werten. Ersterer hatte ihni diesen großen Componiste» so gerühmt, daßK. der Lust, in Dresden die Bekanntschaft desselben in Person zu machen, nichtwiderstehen tonnte. Er führte diese» Vorsatz 1159 aus lind genoß währendzweier Jahre sowol auf dem Clavier als in der Composiiion den Unterricht jenesgroße» Meisters. 11,11 studirte er noch unter der Anleitung des KammermusikuSFickler dir Gtigi'. Hieraus begab er sich nach Berlin , wurde Violinist in der Ca-pelle des Königs, 1154 aber Kammermusikus des Markgrafen Heinrich und kurzeZeit nachher Kammermusikus im Dienste der Prinzessin Amalie v. ssreichen. Hierstarb er 1183 nach einer langen und schmerzhaften Krankheit. In den letzten 20Jahren s. Lebens beschäftigte er sich bloß mit der Theorie der Kunst, obgleich es ihmzur praktischen Ausführung weder an Geschicklichkeit noch an Geschmack gebrach.Seine theoretischen Werke sind: „Construction der gleichschwebenden Temperatur"(1160); „Die Kunst des reinen Satzes" (2 Thle., 1114); „Die wahren Grund-sätze zum Gebrauche der Harmonie" (1113, welches Werkjedoch nach Gerbernichtvon ihm, sondern von Schulz verfaßt sei» soll); „Grundsitze des Generalbasses,als erste Linien zur Composition" (mit vielen Kpfrn., 1181); „Gedanken überdie besondern Lehrarten der Composition" (1182); „Anleitung zur Singcomposi-tion, mit Oden in verschiedenen ^ylbenmasen" (Berlin 1182). Außerdem hater die meisten musikalischen Artikel in dem 1. Bde. der Sulzer'schen „Theorie derschönen Künste" verfaßt. Auch ist unter seinen Bemühungen um die Harmoniedas von ihm erfundene Intervall zu erwähnen, dem er den Namen I gab. DasVerhältniß desselben ist 4:1, oder etwas größer als die regelmäßige Sexte undetwas kleiner als die kleine Septime. Erwachte nicht allein in einer Flötensonatevon diesem Intervalle Gebrauch, sondern veranlaßte auch, daß es einer berlinischenOrgel, wenn wir nicht irren, in der Garnisonkirche, einverleibt wurde. Da aber»ach ihm Niemand davon Gebrauch machen wollte oder konnte, so ist es wie-der weggenommen worden. Daß dieses Intervall keine ganz nutzlose GrübeleiK.'s war, beweist der Gebrauch, den in neuern Zeiten Fasch davon zumachengewußt hat.

Kisfaludy (die Gebrüder Alexander und Karl), aus einem im süd-westlichen Ungarn begüterten Adelsgeschlechte, wurden, jener 1111, dieser 1196geboren; jener lebt auf seinem Gute bei Sümegh, dieser in Pesth; Beide habenaus die Entwickelung und Vervollkommnung der ungarischen Lprache und schönenLiteratur den größten Einfluß gehabt. Alexander regte durch seine elegischen undlyrischen Gesänge, Liebesklagen, Himfy, die in der Geschichte der ungarischenPoesie unbestreitbar eine Epoche machen, alle empfängliche Gemüther in seinemVaterlands an. Er verlebte seine Jugend fern von der Heimath im Kriegsdienste.

E»nversatioiis«rexic»n. Bd. VI. 12