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Sechster Band. K bis L.
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180 Klaproth (Martin Heinrich) Klaproth (Heinrich Julius v.>

klingende Körper kann in seiner ganzen Ausdehnung (mit Ausnahme eines oderzweier Punkte, wo er gehalten wird) schwingen, oder er kann auf mannigfaltigeArt in Theile relativ sich scheiden, die in entgegengesetzten Richtungen schwingen,während die zwischen diesen Theilen befindlichen Stellen, die man Schwingungs-knoten nennt, in Ruhe bleiben. Die Theile, in welche sich der klingende Körpertheilt, haben allemal gegen einander ein solches Verhältniß der Größe, als erfoder-lich ist, um in gleicher Geschwindigkeit schwingen zu können. Mehre Arten derschwingende» Bewegung und also auch mehre Töne können zugleich bei einem klm-genden Körper statthaben, ohne daß eine die andre hindert. Jene Knoienlmien,die in Ruhe bleiben, sind es, wo die aufgestreute Masse auch in Ruhe bleibt, wäh-rend sie von den übrigen Stellen abgestoßen wird und sich nach der Richtung jenerLinien anhäuft. Die dadurch hervorgebrachte» Figuren aber werden regelmäßigoder unregelmäßig sein, je nachdem die Scheiben eine regelmäßige Form habe» undan Stellen, wo Knotenlinien durchlaufen, gehalten oder befestigt werden, auch diegestrichenen Stellen der Scheiben mit ihnen in einem gehörigen Verhältniß stehen.Chladni hat zuerst diese Erscheinung beobachtet und erklärt, und dadurch die Akustikwesentlich bereichert.

Klaproth (Martin Heinrich), I). der Philosophie, königl. preuß. Ober-medicinal-und Sanitätsraih und Professor der Chemie, Ritter des rothen Adler-ordens 3. Cl. und Mitgl. von 30 gel. Gesellsch., einer der gründlichsten deutschen Chemiker und Naturforscher, geb. den 1. Dec. 1713 zu Wernigerode , starb den1. Jan. 181' zu Berlin . K. war bis 1788 Apotheker; in diesem Jahre wurde erChemiker bei der Akad. dcr Wissensch. und verkaufte seine Apotheke. Er war derErste, welcher in der unter dem Namen Zirkon bekannten Edelsteingaktung, nach-her aber auch im Hyacinth von Ceylon, eine besondere alkalische Erde entdeckte,welche er Zirkonerde benannte, deren Untersuchung nach ihm tie französ. ChemikerMorveau und Dauqueli» viel beschäftigt hat. 1797 bewies er hiernächst durch einemeisterhafte Analyse, daß in dem sogenannten Weißgolte ein eigenthümliches Me-tall enthalten sei, dem er den Namen Tellur beilegte; beinahe in dieselbe Zeitfällt seine Entdeckung einer zweiten eigenthümlichen, u. a. in Verbindung mit Ei-senoxyden und Erden viel vorkommenden und von ihm mit dem Namen Titan belegten Metallart. Eine dritte Species endlich, womit er die Classe der Metallebereicherte, und welche den Namen Uran führt, verdanken wir seiner Analyse derPechblende. K. unterwarf außerdem die Meteorsteine sehr genauen Untersuchun-gen und machte auf den höchst merkwürdigen Umstand der Übereinstimmung ihresMischungsverhältnisses aufmerksam. Die Resultate dieser und andrer wichtigerchemischer Untersuchungen legte er nieder in s. „Beiträgen zur chem. Kenntniß derMincralkörper" (Berlin 1795—1815, 6 Bde.). Außerdem besitzen wir von ihmein in Verbindung mit!). Wolff herauSzegeb. „Chemisches Wörterbuch", wovonseit 1807 zu Berlin 5 Bde. und nachher noch 4 Supplementbände erschienen sind,welches als die ausgezeichnetste und vollständigste chemische Arbeit Deutschlands inalphabet. Ordnung anzusehen ist.

Klaproth (Heinrich Julius von), königl. preuß. Professor der asiatischenSprachen, geb. zu Berlin den I I.Oct. 1783, Sohn des berühmten Chemikers,studirte von Jugend auf die asiatischen Sprachen und das Chinesische, benutzte dieBibliotheken zu Berlin und zu Dresden, gab in Weimar 1802 fg. das „AsiatischeMagazin" heraus, und ward nach Petersburg als Adjunct der Akademie für dieasiatischen Sprachen berufen. Seine Forschungen betrafen hauptsächlich die Ge-schichte und Geographie des Innern von Asien , die Vdlkerzüge und die Verzwei-gung der Skammsprachen. 1805 begleitete er den Grafen Golowkin, der nachPeking als Gesandter bestimmt war, an der Grenze aber wieder umkehrenmußte. K. sammelte damals Wörterbücher und machte sich in Irkutsk mit der