Band 
Sechster Band. K bis L.
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194
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194 Klio Klopstock

lern war" im Allgemeine» in Frankreich »»rein indirektes Mittel, um das öffentlicheZutrauen zu erlangen, bis zu dem Zeitpunkte der allgemeinen Wiederherstellung dermedieinischen Studien und der Errichtung der bch-ol,- ,le -nuU,-. Erst damals wurdeder klinische Unterricht ausdrücklich eingefühl t. Gegenwärtig hat fast jede wohl ein-gerichtete Lehranstalt auch ihre Klinik, d. h. ein Hospital, in welchem der Unterrichtan Kranken ertheilt wird. Ambulatorische Klinik nennt man sie, wenn dieKranken nur zu bestimmten Stunden sich daselbst einsinden; Polyklinik, wennsie von dem Lehrer unk den «Schülern in ihren Wohnungen besucht werden.

Klio , Tockrer Jupiter'-? und der Mmmosvne, die Muse des Ruhms undder Geschichte. Ihre Attribute sind ein Lorberkranz aus dem Haupt, eine Trom-pete in der Rechten und eine Bücherrelle in der Linken. (S. Mythologie,griechische.)

Klopstock (Friedrich Gotklieb), einer der größten Dichter der Deutschen ,ward zu Quedlinburg den 2. Juli 1724 g'b. sein Vater, quedlinburgischer Con-missionsrarh, ein origineller Mann, der sich oft mit Ahnungen und TeuselSerschei-iniiigen befaßte, hatte nachher das Amt Friedeburg bei Wettin an der Saale ge-pachtet, wo unser K. im ländlichen 'Aufenthalte sein Knabenalter glücklich verlebteund hernach das Gymnasium zu Quedlinburg besuchte. Im 1b. I. kam er aufdie Schulpforte bei Naumburg . Hier entwickelte sich zuerst sein Charakter alsMensch und als Dichter. Er vervollkommnete sich in den alten Sprachen, gewannimmer mehr Vorliebe für die classischen Schriftsteller, machte selbst mehre Ver-suche und faßte schon hier den Entschluß, ein großes episches Gedicht zu fertigen,obgleich er in der Wahl des Stoffes nicht mit sich einig werden konnte, und ihmdainalS vorzüglich Heinrich der Vogler als würdiger Gegenstand einer Epopöe vor-schwebte. 1715 studiere er in Jena Theologie und entwarf schon im Stillen dieersten Gesänge des ,,Messias". In Leipzig , wohin er sich un folg. Jahre begab,lernte er Cramer, Schlegel, Rabencr, Zachariä u. A. m. kennen, die damals die„Bremischen Beiträge" Herausgaben, in welchen die 3 ersten Gesänge seines „Mes-sias " 1718 erschienen. Da mehre sturer Freunde die Akademie verließen, so gingauch er 1718 nach Langensalza in das Haus eines Verwandten, Weiß, über dessenKinder er die Aufsicht übernahm, und wo er Schmidt'» Schwester, die in s. Odenbesungene Fanny, kennen lernte und mit der heißesten Zärtlichkeit liebte, derenGegenliebe aber nicht fand. Die Erscheinung seiner Messiade erregte außerordent-liches Aufsehen. Ein Theil verehrte den Sänger des „Messias " wie einen heiligenDichter und Propheten des alten Bundes; man sah sein Werk als Religionsbuchan, und den Dichter nannte man nur mit Ehrfurcht. Andre, namentlich alteTheologen, glaubten, die Religion werde durch seine verwegenen Dichtungen ent-weiht. Ja ein ehrlicher Dorspfarrer kam ausdrücklich zu ihm und bat ihn in allemErnste, „er möchte um Gottes und der Religion willen den Abakonna (einen ab-gefallenen Engel) ja nicht selig werden lassen". Daß auch tadelnde Kritiken erschie-nen, ist um so weniger zu verwundern, je weniger damals das richtige Verständnißdieses Gedichts bei der Neuheit und -Originalität der Form und des Geistes zu er-warten war. Den stärksten Eindruck hatte sein Gedicht in der Schweiz gemacht.Auf Bodmer's und seiner Freunde Einladung reiste K. mit Sulzer im Sommer1750 nach Zürich , wo Alles aufgeboten wurde, ihn festzuhalten. Man bewun-derte ihn mit einer Art heiliger Ehrfurcht. Er machte Lustreisen in mehre Canrone.Hier auf schweizerischem Grund und Boden wuchsen seine hohen Ideen von Va-terland, Freiheit und deren heldenmüthigem Vertheidiger, Hermann, empor.Auch in Dänemark hatte man die 3 ersten Gesänge seines „Messias " hauptsäch-lich durch-den Minister Bernstorff kennen gelernt, und K. wurde mit einem Ge-halte von 400 Thalern nach Kopenhagen eingeladen, um s. „Messias " zu voll-enden. Er reiste 1751 ab, machte s. Reise über Braunschweig und Hamburg , und