Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
195
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Klopstock 195

hier lernte er, durch einen Brief von Gärtner an eine eigentlich strenge Leserins. Gesänge empfohlen, in dieser das geistreiche Mädchen, Meta (eigentlich Mar-garethe Maller, die Tochter eines dortigen Kaufmanns, kennen. Zn Küpen-,Hagen , von wo er mit ihr Briefe wechselte, wurde er von Bernstorff mit Freund-schaft und hoher Achtung aufgenommen ; er blieb den Winter über daselbst, wurdeim folgenden Sommer durch s. Freund Moltke dem Könige Friedrich V. vorgestellt,und da dieser im Sommer 1752 eine Reise nach Holstein machte, benutzte K. dieGelegenheit, zn seiner geliebten Meta nack Hamburg zu gehen, wo er sich den gan-zen Sommer aushielt, zwar wieder nach Dänemark mit den, Könige zurückkehrte,aber im Sommer 1754 abermals nach Hamburg reiste und sich mit Meta ver-band. Leider genoß er das Glück der ehelichen Liebe nicht lange: der Tod entriß sieund ein noch angeborenes Kind dem Dichter (1758), an dem sie mit der reinsten,innigsten Liebe hing; er begrub sie in dem Dorfe Dtlensen bei Hamburg und setzteihr dort die einfach schöne Grabschrift:

Saat, gcsöet von Gott,

Am Tage der Garben zu reifen.

1759 —63 lebte er abwechselnd in Braunschweig, Quedlinburg und Blanken-burg, und nachher weiter in Kopenhagen . 1764 dichtete er s. „Hermannsschlacht"und sandte sie dem Kaiser Joseph zu, aber nicht mit dem Erfolge, den er sich inpatriotischer Begeisterung versprochen hatte. Später beschäftigtere sich mit Unter-suchungen über die deutsche Sprache. 1771, nachdem Bernstorff seine Entlassungerhalten hatte, verließ er Kopenhagen und ließ sich in Hamburg nieder mit demCharakter eines k. dänischen Legationsraths und markaräfl. badenschen Hofraths,welchen letztern ihm der nachherige Großherzog Karl Friedrich von Baden nebsteinem Zahrgehalr ertheilt hatte; in Hamburg vollendete er s. „Messias". 1792vermählte er sich mit einer geprüften Freundin, einer geb. von Dimpfe! undverwitw. Frau v. Winthem. Hm Winter fand er sein höchstes Vergnügen amSchlittschuhlaufen, wobei er aber selbst einmal in die höchste Lebensgefahr kam.— K.'S Ende war wie sein Leben. Mit voller religiöser Überzeugung, mit Ruheund Ergebung starb er den glücklichen Tod des Gerechten und Guten, den er selbstim 12. Gesänge seiner Messiade besungen hat, am 14. März 1803 sanft undohne schmerzen. Sein Leichenbegängniß, gewiß eins der feierlichste.'!, die einemGelehrten Deutschlands z» Theil wurden, zeigte die allgemeine Theilnahme seinerMitbürger, die sie im Namen aller fremden Verehrer des Entschlafenen hier zuTage legten. Die Gesandten und Geschäftsträger, alle angesehene Bürger, Se-natoren, Kaufleute, Kirchen-und Schullehrer, Künstler-e. begleiteten in 126Wage» die Leiche, welche unter einer Ehrenwache von 100 Mann zu Fuß undzu Pferd, unter dem volltönenden Geläute der 6 Hauptthürme Hamburgs , durchZuströmen vieler Tausende und unter mehren angemessenen Feierlichkeiten, aneinem heitern Frühlingstage, den 22. März, zu Ottensen neben seiner Meta ein-gesenkt wurde, wo er schon bei ihrem Tode sich sein Grab bestellt hatte. Hier wardauch seine zweite Gattin, Johanne Elisabeth, beerdigt. Reinheit und Adel sinddie Hauptzüge in K.'S Charakter. Er war munter und aufgeweckt, sein nicht spar-samer Scherz stets mit einer gewissen Würde verbunden, sein Spott nie bitter.Eine gewisse Geradheit hielt ihn von der nähern Bekanntschaft mit Dornehmernzurück, denn die kalte Herablassung der Großen sah er mehr als B.schimpfung an.Erzog gern mit ganzen Familien ftiner Freunde aufs Land, und war immer gernunter Kindern. An dem Wohl und dem häuslichen Glücke seiner Freunde nahmer den innigsten Antheil; aber besonders werth war ihm die Rückerinnerung ans. Dichterfreunde, mit denen er in Leipzig vereint gewesen, und von denen er einennach dem andern ins Grab sinken sah. Hluch Ebert überlebte er; mit Fassung undSrandhaftigkeit vernahm er die Nachricht von seinem Tode. Zu seiner Biographie

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