Band 
Sechster Band. K bis L.
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Klöster

Vortheile der Einsamkeit i» Gesellschaft zu genießen, ihre Hütten an einander bau.ten und ihre Andachtsübunge» gemeinschaftlich hielten, wie später die palästinensi-schen und noch jetzt die abyssinischen Mönche pflegen. Genauer als diese Verbin-dung, welche man Laura nannte, war die von seinem Schüler Pachomius gegendie Mitte des 1. Jahrh, gestiftete. Dieser baute aus Tabenna, einer Nilinsel in-Oberthebais, mehre Häuser in geringer Entfernung von einander, in deren jedemeine Anzahl Mönche (n»>n-»'sii) zu 5 bis 9 in Zellen beisammenwoknten und untereinem Prior standen. Diese Priorate machten zusammen das Cönobium oder Mo-nasterium (daher Münster ) aus, wurden von einem Vorsteher, der'Abbas (Vater),Higumen oder M ndrit hieß, regiert und zu einer bestimmten gleichförmigen Le-bensordnung angehalten. Nach des Pachomius Tode , Zi8, bestand die Mönchs-rolonie auf Tabenna aus 50,000 Personen. Auch in Palästina, Syrien und Ar-menien füllten sich tue Wüsten und Wälder mit Eönobien; selbst m und bei denStätten entstanden solche Anstalten, in denen, wegen der Nähe der Versuchung,die Strenge der Elausur, d. h. des Verbots hinauszugehen und mit den Weltleutenzu verkehren, den Mangel abgeschiedener Wüsteneien ersetzen sollte, und die daherAnlaß gaben, die Cönobicn (.lanslr-,, d. h. verschlossene Drter, Klöster, zu nen-nen. Das Klosterleben, anfangs nur von Männern frei erwählt und daher nochwenig durch andre Gesetze eingeschränkt, als die Jeder, dun Zwecke andächtigerEinsamkeit gemäß, sich selbst gab, erhielt, da feit der Mitte des 9. Jahrh, auchFiMieiliiilMster oder Noimenklester(Nonne soll in der koptischen Lprache dieReinebedeuten) gestiftet winden, und Menschen jedes Alters und Standes sich zudräng-te», bestimmte Regeln vom heilige» Basilms, durch welche eine gewisse Gleichheitder Verfassung und Zucht in den Klöstern des DnuttS hergestellt wurde. Dochgab es iin t. und 5. Zcakrh. (außer daß der Eintritt ins Kloster für eine stillschwesigende Verpflichtung zur Keuschheit und Enthaltsamkeit von allen Weltfremden undzum Gehorsam gegen die angenommenen Regeln der innern Lebensordiiung galt)noch keine eigentliche Klostergelubte und feierliche Professionen. Erst im K. Jahrh,brachte sie der heil. Benedict von Nursia auf. Seiner strengen und zweckmäßigenRegel, die zuerst in dem von ihi.i 5L9 erbauten Kloster zu Moiuecasino bei Nea-pel , und nachher in alle» Klöstern des Abendlandes als eine gemeinsame Gesetzge-bung angenommen wurde, ist es vornehmlich zuzuschreiben, daß die Häuser nunWohnsitze der Frömmigkeit, des Fleißes, der Mäßigkeit und der, bei der Verwir-rung jener Zeilen, in ihre Mauern gefluchteten Gelehrsamkeit zu werden ansingen.Mlssionnaire gingen von ihnen aus, Wälder und Einöden wurden von den arbeit-samen Mönchen gelichtet und urbar gemacht; um ten Anbau des Bodens und umdie Bekehrung der germanischen und slawischen Volker erwarben sie sich vom 6. bisins 9. Jahrh, wesentliche Verdienste. Fieilich veränderten diese im Zeitalter derRohkeit so gemeinnützigen Anstalten allmälig ihre Natur, je mehr ihr Reichthumund Ansehe» wuchs. Müßiggang und S chwelgerei schlichen mit allen Lastern derWelk in ihre Mauer» ein, und ihr Verfall war unvermeidlich, da sie theils durchdie unter den fränkischen Königen eingerissene und von andern Fürsten nachgeahmteGewohnheit, Kloster wegen ihrer Pfründen an Grafen und He, reu zu verschenken,unter die Aufsicht von Laienäbten (Eomiiiendaturäbten) kamen, welche, nur aufden Genuß der Einkünfte bedacht, nichts zur Ausrechrhaltung der Zucht unter denverwilderten Mönchen und Nonnen thun mochten, theils von den Bischöfen, welchedie ursprünglichen 'Aufseher der Kloster waren, aber den Sinn für das kanonischeLeben meistens selbst verloren hatten, entweder beraubt und gedrückt, oder wegender ihnen zugestandene» Freiheiten und Eremliouen sich selbst übe, lassen wurden.Nur durch die von Karl dem Großen zur bessern Bildung der Geistlichkeit gestif-teten Klosterschule,, wußten einige, z. B. die zu Tours, Lvon, Kokn, Trier, Fulda ,-Osnabrück, Paderborn, Würzburg u. s. w., den Rahm ihrer Gemeinnützigkeir