Band 
Sechster Band. K bis L.
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Klostci-gclübde Klotz (Chrisiian Adolf)

schaffung aller Orden und Klöster beeretirt, welchem Beispiele sowol die diesemReiche einverleibten Länder als auch im 18. Jahrh. unter Napoleons Schutz allekathol. Staate» des Festlandes, außer Ostreich, Spanien, Portugal, Neapel , Po-le» und Rußland , folgte». Die Absicht dieser Aushebung schien indeß mehr einewohlberechnete Finanzmaßregel als ein Werk der Humanität zu sein. In Preußenwurde für die vertriebene,! Religiösen gesorgt und, nach Josephs Beispiele, derdurch die Säenlansalionen gewonnene Reichthum den Fonds des Kirchen - undSchulwesens z. Tb. zugewendet; wo aber das fronz. Svstei» galt, fielen die Klo-sterguter dem landesherrlichen FiSeuS zu, und den Religiösen fehlte es bisweilenam Nothwendigen. Die neuesten Zeitcreigniste haben indeß ihr Schicksal in Ita-lien sehr verbessert, und während Pins V!>. die Wiederherstellung der eingegange-nen Klöster beabsichtigt und in seinen mit Frankreich, Baiern und Neapel geschlos-senen Coneordaten die Errichtung neuer Klöster und die Erhaltung der noch bestehen-den gesichert hat, kann die bei jenen gcwaltthätige» Säkularisationen aufgeworfeneFrage: ob cS nicht gerathener sei, einige dieser reich begabten Anstalten als Pryta-neen für verdiente Gelehrte und Künstler, als Zustuchtsörler für Schwache, diedurch Verwaisung und Unglück mit der Welt zerfallen sind, noch ferner zu erhalten?aufs Neue zur Sprache gebracht werden. In den «streich. Staate» ließ man man-ches Kloster aussterbcn. Diejenigen aber, welche sich durch Erziehung, besondersder weiblichen Jugend, und durch Krankenpflege verdient machen, sollen auch inZukunft beibehalten werden. S. die Abhandlung über Klöster von Fr. von Räumerim „Hermes", Nr. XV.; Chabot's „b.»rvol>>p> >li>! i>,>>„.,.->ii<p,>'" (Paris 1821),und aus Handschriften in den Archiven zu Neapel a. d. Ital. übers. „I.v Oouventelc Isiisnn,. einen,lg>>>; «In 16. 5>colv" (Paris 1829). K.

K l o st e r g e l ü b d e, drei das Klosterleben bedingende Gelübde: der Ar-muth, Keuschheit und de« Gehorsams. Die Armuth besteht darin, daß der Kloster -geistliche kein Eigenthum haben darf; wohl aber können die Klöster Eigenthum be-sitzen, denn die katholische Kirche unterscheidet eine hohe, höhere und höchste Armuth.Die hohe besieht darin, daß ein Kloster zwar etwas von liegenden Gründen besitzendarf, jedoch nicht mehr als zur Erhaltung des Lebens nöthig ist. wie die Carmeliterund Augustiner. Die höhere besteht darin, daß ein Kloster gar keine liegenden Grün-de, wohl aber bewegliche Gegenstände, als Bücher, Kleider, Verrathe an Speisenund Gerranken, Renten ie., besitzen kann, wie die Domüiieaner. Die höchste endlicherlaubt einem Kloster weder bewegliches noch unbewegliches Besitzthum, wie dieFranciscaner und vornehnilich die Eapuciner. Die Keuschheit besteht in der gänz-lichen Einhaltung alles vertrauten Umgangs mir dem ander» Geschlecht, und derGehorsam in der Befolgung der Ordensregel und der Befehle der Vorgesetzten.

Klotho, eine der Parzen (s. d.).

Klotz (Christian Al ckf). Dieser berühmte, gegen das Ende seiner Lauf-bahn durch lnerarijche Streitigkeiten mit Burmaun und Lessing berüchtigte Gelehrte,geb. den 13. Nov. 1138 zu Bischofswerda in der Lausitz, wo sein Vater Superin-tendent war, verdankte den Schulen in Görlitz und Meißen die Liebe zu den Grie-chen und Römern und den guten lateinischen Swl, welcher so viel zu seinem Rufebeitrug. In Leipzig und Iena sah man ihn wenig im Hörsaale; desto mehr liebleer den Privakstciß, benutzte den Umgang mit Gelehrten und bediente sich ihres Bü-chervorraihs. 1162 wurde er außerordentl. und 1164 ordeinl. Professor der Phi-losophie in Göttingen . 'Allein von seinem Gönner O.uiutuS Icilius air Friedrich U.empfohlen, folgte er 1165 dein Rufe als Hosrath und Lehrer der Bcredtsamkeit»ach Halle. Friedrich der Große achtete ihn als einen seiner vorzüglichste» Gelehr-ten, lind als er eine» Ruf nach Warschau mit 1200 Thlr». Gehalt erhielt, bewil-ligte ihm der König eine Zulage und den Titel eines Geh.-RachS. K. hat sieb vor-züglich durch s. lateinischen Gedichte, s. numismatischen Abhandlungen, s. Werke