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Knecht
Schule. Als er sich, schon in hoher» Jahren, zum ersten Male verheirathet hatte,zog er sich in ras romantisch gelegene Bergstädlchen Ilmenau auf den Thüringer-wald zurück, wo er schon früher seiner Liebe zur Mineralogie und orykwgnostischenStudien wegen sich öfter aufgehalten hatte, vertauschte aber, als s. Kinder heran-wuchsen, diesen Aufenthalt mit dem in Jena , wo er noch lebt und mit Nöthe undeinigen alten Freunden die Modethorheiten des Zeitalters gern über der classischenVorzeit vergißt. Offene Gulmüthigkeit und reiner Sinn für alles menschlich Guteund Edle lassen es bei dem noch im hohen Alter sehr muntern und wißhegierigenGreise nie zu Ausbrüchen bitterer Unzufriedenheit kommen. — Nur wenige s.dichterischen Erzeugnisse sind aus Licht getreten. Aber das Wenige, was er her-ausgab, trägt das Gepräge classischer Gediegenheit. Dahin gehört die Samml.kleiner Gedichte, die ohne s. Namen 1815 bei Göschen in einem zierlichen Quart-band erschienen ist. Ein noch höheres Verdienst erwarb er sich durch s. „ElegienvonProperz" (1198, bei Göschen) und vor Allem durch seine vollendete Übersetzungdes Lucrez: s.ncreliiu, Qir»; von der Natur der Dinge" (der latein. Text
nach Wakefield'S AuSg., gegenüber), in 2 Bdn., 1821, bei Göschen. Er gab da-von schon im „Deutschen Mercur", 119t, das 3. Buch zur Probe. Eine fast80jährige Feile mit scharfer Aufmerksamkeit auf Alles, was die Voß'sche undSchlegel'sche Schule über das heroische Sylbenmaß und die Längenmessung derdeutschen Sprache festgestellt oder uns zugemuthet haben, verlieh dieser Übersetzungeine Rundung im Klang, in Nachahmung der Alterthümlichkeit des Dichters, diebei sorgfältiger Vergleichung und Erwägung der Schwierigkeiten in Sache undAusdruck wahre Bewunderung einstößte.
Knecht (Justin Heinrich), ein als musikalischer Theoretiker, geistlicherComponist, Orgelspieler und Musiklehrer ausgezeichneter Mann, geb. 1152 zuBiberach , wo sein Vater Cantor war. Dieser unterrichtete ihn; später auch derkaihol. Organist Krämer. Von s. 12. Jahre an machte er Versuche im Eomporniren und wurde dadurch Wieland bekannt, der ihm Italienisch lehrte, K. studirtenun die theoretische und praktische Tonkunst gründlich, ging zuerst auf die lateini-sche evangelische Schule, dann nach Eßlingen in das Collegiatstift, wo er auch diedeutsche Literatur genauer kennen lernte. Vorn 19. I. an wurde er Präceptor undMusikdirector in s. Vaterstadt. Don da an componirte er kleine Kirchenstücke;1181 trat er öffentlich als Tonsetzer auf und studirte Vogler'S Schriften. Seit1192 beschäftigte ihn s. Mufikdirection und s. Orgelspielen. Er gab theoretischeSchriften und musikalische Werke heraus. So bearbeitete er die Ehoralbücher undcomponirte mehre Psalmen. Seine übrigen Eomposilionen sind meistens veraltetund ohne Erfindung. 1801 wurde er Director der k. Hofmusik in Stuttgart , kamaber schon 1809 wieder auf seinen Posten zurück, weil er zu jener Sülle nichttaugte. Er starb 1811. Sein größtes Verdienst besteht in seinen theoretischenWerken. Früher folgte er Kirnberger's Systeme, dann suchte er Dogler's Ansich-ten in ein System zu bringen, wobei es ihm, wie auch sonst, an Präcision undKürze des Vertrags fehlte. Seine Anweisungen zum Orgelspielen haben vielEmpfehlenswerthes, so weit er nicht die Vogler'schen Ansichten einmischt; ebensoseine Übungsstücke. Zuletzt arbeitete er noch an einer Schrift: „Über Luther'S Verdienste um Musik und Poesie".
Knechtschaft, s. Sklaverei und Leibeigenschaft.
Knees (Knäzi), in Rußland eine Person von hohem Adel, oder auch einFürst. Es gibt alte und einheimische, neue und fremde Knäzi. Unter den einhei-mischen sind Familien, welche von den alten Großfürsten abstammen, z. B. Dolgo-rucki und Repnin. Die Kneesen Galitzin und Kurakin leiten ihren Ursprung vonden alten Großherzogen von Lithauen ab. Die tatarischen Kneesen in Rußland stammen theils aus vormals wirklich regierenden Familien, theils nur von tatari -