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Kneller
Kniep
schen Großen ab. Diese Letztern haben mit den russischen Kneesen bei weitem nichtgleichen Rang. Da die Kneesen über ihre Unterthanen keine größere Gewalt ha-ben als die übrigen Edelleute, so kommen sie mit den regierenden deutschen Für-sten in keine Vergleichung; jedoch ist der russischen Kneesen Benutzungsrecht derIndustrie ihrer Hörigen größer, als unsere deutschen Dvnastien eö sich, wegen desEinspruchs der beiden Reichsgerichte, jemals erlaube» durften.
Kneller (Gottfried), einer der berühmtesten Portraitmaler, geb. 16-18zu Lübeck , ward für den Militairstand bestimmt und deßwegen nach Lenden auf dieUniversität gesandt, um sich daselbst der Mathematik und Festungsbaukunde zuwidmen. Da er jedoch eine entschiedene Neigung für die Malerei zeigte, so ließenihn seine Ältern anfangs unter Rembrankt und nachher unter Ferdinand Bole stu-diren. In Gesellschaft s. Bruders, Johann Aacharias, der sich der Bau-kunst gewidmet hatte, begab er sich daraufnach Italien , wo er einige der vollendet-sten Gemälde Titian's und Hannibal Carracei's copirte und nebenbei auch denfreundschaftlicheil Unterricht Carlo Maratti'S benutzte. Nach einem kurzen Auf-enthalt in Rom ging er nach Venedig , wo er anfangs Historien malte, aber nach-her fast einzig Porkraitmalerei trieb, wodurch er daselbst einen große» Ruhm er-langte. 1612 fg. arbeitete er in Nürnberg, München und Hamburg , lind ging1674 nach London . Hier erregten s. Arbeiten allgemeine Bewunderung. Karl l>.ernannte ihn 1680 zu s. Hofmaler. 168t machte K., auf Ludwigs XI>. Ein-ladung, eine Reise nach Paris , wo er den König und die ganze kenigl. Familiemalte. Dort erhielt er die Nachricht von deni Tote Karls i l. Jakob U. hegtedasselbe Wohlwollen gegen ihn. Wilhelm III. ernannre ihn 1692 zum Knight(Ritter), und K. mußte, auf Befehl des Königs, eine Reise nach Brüssel machen,um daselbst den Kurfürsten von B.uern zu malen, wofür er von diesem eine Me-daille, nebst goldener Kette, 300 Pf. St. an Werth, zum Geschenk erhielt. Ob-gleich ein eifriger Anhänger der Revolution, welche den Prinzen von Oranien aufden Thron gehoben hatte, blieb er doch in stetem gutem Vernehmen mit den Freun-den des vertriebenen KönigS, Jakobs il., und setzte sogar seinen vorigen Umgang mitdenselben fort. Georg I. ernannte ikm 1713 zum Baronet, unter dem Titelvon Whitron, in der Grafschaft Middleser. und Kaiser Joseph l, noch früher zumrömisch-deutschen Ritter. Gleichzeitige Schriftsteller behaupten, K. habe zu sehrden Abgebildeten geschmeichelt, aber durch Leichtigkeit und Anmuth der Ausfüh-rung sowol als durch kräftiges Kolorit und edle Einfalt den Mangel der Ähnlich-keit erseht. Er starb 1723 und hinterließ ein großes Vermögen. Nach s. Todeward ihm in der Westminsterabte, ein Denkmal errichtet mit einer übertrieben lob-preisenden Inschrift, für deren Verfertigung Pope , noch bei Lebzeiten des Künstlers,500 Pf. empfange» haben soll. (Vgl. Spenee'S „ tu rastn v. Singer, Lond .1820.) Überhaupt war K. ebenso eitel als geldsüchtig. Er gab als Grund an,warum er die Historienmalerei mit der Ponraumalerei vertauscht habe: „Die Hi-storienmaler machen, daß die Todten leben; oberste selbst fangen erst an zu leben,wenn sie todt find. Ich im Gegentheile male die Lebendige», und sie lassen michschon diesseits leben".
KniduS, s. Gnidus.
Kniep (Christoph Heinrich), Zeichner und Pros. an der k. Akademie derschönen Künste zu Neapel , geb. zu Hildesheini 1748. bildete sich bei einem Thea-termaler in Hanover zum Künstler, lebte als Portraitmaler in Hamburg, Kassel ,Lübeck, Berlin und zu Heilsberg, dem Sitze des Fürstbischofs von Ermeland ,Kraczmski. Dieser ließ ihn nach Rom reisen. Von hier ging er nach Ne-apel,wo er aus Noth Veduten zeichnete. Dies wurde sein Hauptfach. Göthe nahmihn mit sich nach Sicilien. Seine landschaftlichen Blätter in Sepia und seh war-zer Kreide gehören zu den besten in dieser Gattung. Das Haus Liechtenstein in